Nachruf  10.05.2021, 09:38 Uhr

Ex-VDS-Hauptgeschäftsführer Hugo Laumann ist gestorben

Einer der großen Männer der Sportbranche ist tot. Kurz nach seinem 92. Geburtstag starb am 30. April 2021 in Eltville der ehemalige VDS-Hauptgeschäftsführer, Diplomkaufmann Hugo Laumann. 
Hugo Laumann starb im Alter von 92 Jahren.
(Quelle: VDS)
Ein Nachruf von VDS-Pressechef Peter Thürl
Hugo Laumann baute in seiner jahrzehntelangen erfolgreichen Tätigkeit für die Mitgliedsunternehmen und deren Mitarbeiter den Berufsverband Deutscher Sportfachhandel (VDS) zu einer Organisation aus, deren starke Stimme für den Sportfachhandel in der deutschen Öffentlichkeit gehört und viel beachtet wurde. Dabei war Hugo Laumann in seiner Verbandsarbeit immer sehr bemüht, die Stellung des mittelständischen Sportartikelfachhandels in der Gesellschaft zu fördern und sie im Bereich Sportausrüstung funktionaler Sportmode, Wellness und Gesundheit weiter auszubauen. 
Laumann schuf in der Zeit seines Wirkens von Ende der 50er- bis Ende der 90er-Jahre, vor allem in den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders, die modernen Grundlagen eines ambitionierten Sporthandel-Marketings. Damalige Höhepunkte seines Schaffens waren unter anderem die Gründung und der Ausbau der großen Verbundgruppen der Branche wie Intersport oder Sport 2000 sowie die gemeinsame Entwicklung des ersten Gesundheitsportschuhs unter der Marke "Sportopäd" zusammen mit dem Industriepartner Puma. Heute setzen der VDS und die Mitgliedsunternehmen das Traditionserbe Laumanns mit ihrer Leidenschaft für die digitale Transformation des Sportfachhandels 4.0 erfolgreich fort.
In das nationale und internationale Branchengeschichtsbuch haben sich Hugo Laumann und die Mitgliedsunternehmen des VDS mit zwei Ereignissen eingetragen, die das Gesicht der Branche verändert haben. Zusammen mit VDS-Präsident Hanns Schäfer und dem Geschäftsführer der Messe München, Dr. Werner Marzin, überführte Hugo Laumann die traditionsreiche Wiesbadener Sportartikelmesse im Jahr 1970 in die neue internationale Fachmesse ISPO Winter. Mit so großem Erfolg, dass damals auf Anhieb die ISPO Winter in der Öffentlichkeit zur Messeheimat des Sports wurde. 
Nach weiteren zehn Messejahren in München schuf Hugo Laumann zusammen mit seinem Partner Dr. Werner Marzin und in ganz enger Zusammenarbeit mit dem BSI-Präsidenten und ISPO-Fachbeiratsvorsitzenden Armin A. Dassler die ISPO Herbst - auch dieses Vorhaben gelang auf Anhieb. Dabei entwickelte sich die Messe in der neuen engen Zusammenarbeit zwischen dem VDS, Armin A. Dassler und dem BSI, der FESI, dem Weltverband der Sportartikelindustrie (WFSGI) und der FEDAS zur internationalen Weltmesse des Sports von heute: der ISPO Munich und ihren Töchtern.
Ebenfalls war es Hugo Laumann, der mit seinem großen persönlichen Engagement für den von ihm vertretenen Sportfachhandel einen großen Beitrag zur Gründung und zur Zusammenarbeit des europäischen Sportfachhandels in der FEDAS beigetragen hat - einem europäischen Fachverband von Rang, der sich bis heute erfolgreich bewährt.
Hugo Laumann war bei all seinem Wirken für die Sportbranche persönlich auch immer ein Mensch, der seine Verbandsarbeit nicht für sein eigenes Bild in der Öffentlichkeit, sondern aus überzeugter Verantwortung für das geschäftliche und private Wohlergehen der VDS-Mitgliedsfirmen tat, wie sie ihm als Verbandsgeschäftsführer aufgetragen waren. Er hat diesen Auftrag auf seine ihm eigene, durchaus auch empfindsame Art beispielhaft erfüllt. Hugo Laumann möge in Frieden ruhen.

Autor(in) Redaktion SAZsport


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