Im Gespräch 24.11.2020, 08:30 Uhr

Wir arbeiten an neuen Ansätzen

35 Jahre Vds-Super-Cup, 2020 lud der Vds erstmals zu einer digitalen Variante, mit durchwegs positiver Resonanz. 2021 will man neue Themenfelder für den Vds-Super-Cup entwickeln – welche das sind, sport+mode hat bei Vds-Präsident Stefan Herzog nachgefragt. 
Vdd-Präsident Stefan Herzog
(Quelle: Vds)
Die Corona-Pandemie stellt momentan alles auf den Kopf. Der Vds-Super-Cup fand in diesem Jahr als digitale Variante statt – wie war am Ende die Resonanz der Teilnehmer?
Wir sind sehr zufrieden. Die Resonanz war trotz digitaler Variante durchwegs positiv. Auch in punkto Teilnehmerliste hatten wir so gut wie keine Verluste zu verzeichnen. Wir sind also trotz der momentanen Situation und trotz digitaler Variante annähernd an die Teilnehmerzahl des Vorjahrs herangekommen. Darüber hinaus wurde das neue Format noch zusätzlich von den Industriepartnern bekräftigt, vielleicht auch, weil die digitale Vernetzung in Zeiten der Pandemie für die Branche mittlerweile zum allgemeinen Tagesgeschäft gehört. Dennoch blicken alle mit großer Freude schon jetzt auf die kommende Veranstaltung 2021, bei der ein physischer Kontaktaustausch mit allen Teilnehmern wieder möglich sein könnte. 
Wie wichtig ist der Schulungs- und Verkaufswettbewerb für den Vds und wie blicken Sie in die Zukunft?
Der Vds-Super-Cup mit all seinen Facetten ist nach wie vor extrem wichtig. Mit der Kombination aus Schulungsplattform und Verkaufswettbewerb greift die Veranstaltung immerhin seit 35 Jahren die wichtigsten Themenfelder für den Handel auf. Gut geschultes Personal auf den Verkaufsflächen zu haben, ist nach wie vor, ganz gleich ob stationär oder online, essentiell, um in der breiten Sportfachhandelslandschaft erfolgreich zu sein. Jetzt geht uns darum, neue Wissensinhalte für Verkäufer aufzugreifen und entsprechend zu vermitteln.  
Gibt es neue Ansätze, die der Vds mit dem Schulungsportal verfolgt, wie soll sich der Super-Cup Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln?
Es gibt neue Ansätze, an denen wir momentan intensiv arbeiten. Ziel ist es, diese dann beim Vds-Super-Cup 2021 erstmals umzusetzen. Im Blick haben wir insbesondere das Thema Produktwissensvermittlung, das wir zwar wie gewohnt zusammen mit den Industriepartnern beibehalten, aber noch mit Themen wie Fach- bzw. Businesswissen ergänzen möchten. Dazu kommen übergeordnete Felder, die für den Verkäufer wichtig sind, wie z.B. Digitalisierung, Kundenorientierung bis hin zu einer vertrauensvollen Beratung. Wir haben mit dem Vds-Digital-Readiness-Check bereits frühzeitig wichtige Themengebiete beim Sportfachhandel abgefragt, einfach um zu sehen, wie fit Händler eigentlich für die Zukunft sind. Die Ergebnisse helfen uns jetzt dabei, den Vds-Super-Cup in eine wegweisende Richtung zu lenken und entsprechend weiterzuentwickeln.  
Was denken Sie beschäftigt den Sportfachhandel und wie können Sie als Verband hier Hilfe leisten?
Ganz klar, wir werden in Zukunft Themen in den Fokus rücken, die für den Verkauf draußen auf der Fläche essentiell sind. Der Sportfachhändler von morgen muss sich mit komplett neuen Kundenstrukturen beschäftigen. Er muss zudem verstehen, wie Onlinemarketing funktioniert, Social Media-affin sein, Influencermarketing kennen und entsprechend anwenden. Er muss wissen, wie der Kunde im Netz unterwegs ist, welche Bedürfnisse er hat – mit reinem Fachwissen über das Warensortiment wird er heute und in Zukunft nicht mehr weiterkommen. Genau hier setzt der Super-Cup an, genau hier greifen wir dem Sportfachhändler unter die Arme. Wir befinden uns dabei in einem stetigen Arbeitsprozess…
…inwieweit ist dabei die Unterstützung der Industrievertreter gefragt und inwieweit sehen Sie im Super-Cup zukünftig noch mehr als ein reine Schulungsplattform?
Die Kooperation mit den Industriepartnern ist nach wie vor extrem wichtig. Ein Kernthema des Vds-Super-Cups ist und bleibt die Produktschulung, denn am Ende geht es in erster Linie immer noch darum, Ware auf der Fläche zu verkaufen. Dazu kommen die neuen, spannenden Plattformen der Marken, die wir dabei partnerschaftlich einbinden und ausbauen können.  
Denken Sie viele Händler haben die Zeichen der Zeit ignoriert?
Vielleicht, das Business ist generell vielschichtiger geworden. Händler müssen die sozialen Medien kennen und beherrschen sowie online mit den Kunden kommunizieren. Hier greifen auch die angebotenen Konzepte der Einkaufsgenossenschaften noch nicht zu Hundert Prozent. Doch generell sind die meisten auf einem guten Weg, sei es in punkto Digitalisierung oder eben in Form von neuer Kundenkommunikation.  

Schlüchter Astrid
Autor(in) Schlüchter Astrid

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