Ausblick 2021 02.02.2021, 10:21 Uhr

Weniger von allem, dafür mehr vom richtigen.

Dieses Resümee ziehen die Verantwortlichen von Sport 2000, wenn sie einen Blick in die Zukunft wagen müssen. Die Pandemie trifft den Einzelhandel hart, hat aber auch Defizite aufgedeckt, die es jetzt gilt zu erkennen und abzuarbeiten. 
Margit Gosau, CEO
(Quelle: Sport 2000)
Sport 2000 Geschäftsführer Hans-Hermann Deters und CEO Margit Gosau wagen einen Ausblick auf 2021.
Wie startet Sport 2000 ins neue Jahr? Was würden Sie sich wünschen? Welche Pläne haben Sie?
Quelle: Sport 2000
Wir starten mit gedämpfter Stimmung ins neue Jahr, denn die Einschnitte, die die Folgen des Lockdowns für unsere Handelspartner hinterlassen, sind teilweise sehr, sehr tief und dramatisch. Ganz klar: Auch wenn wir die Beschlüsse der Bundesregierung zur Eindämmung der Pandemie vollumfänglich mitttragen, wünschen wir uns zuallererst, dass die Situation es wieder erlaubt, die Geschäfte unserer Handelspartner möglichst schnell zu öffnen. Geht dies aufgrund der pandemischen Lage nicht, so müssen die angekündigten unterstützenden Mittel viel schneller fließen und besser auf die Bedürfnisse des Handels angepasst werden. Viele Händler gehen davon aus, dass die Verlängerung bis in den Februar geht. Es wäre wünschenswert, hier eine verlässliche Planungssicherheit über einen mehrmonatigen Zeitraum zu erhalten. Aktuell konzentrieren wir uns vor allem darauf, unser Maßnahmenpaket dynamisch an die Situation und die jeweilige Zielgruppe anzupassen. Zugleich betreiben wir auch im Hintergrund sehr viel Lobbyarbeit, um die schwierige Situation des Sportfachhandels zu positionieren ‒ damit unsere Handelspartner die notwendigen Hilfen möglichst schnell und zielgerichtet erhalten.

Wie läuft die Unterstützung jetzt im zweiten Lockdown und vor allem wie greifen Sie Ihren Partnern jetzt unter die Arme? 
Wir drehen an jeder Stellschraube, die wir als Verbundgruppe leisten können, um unsere Händler in dieser kritischen Lage zu unterstützen. Als klar war, dass es einen zweiten Lockdown geben wird, haben wir schnell weitere Liquiditätshilfen wie eine erweiterte Saisonlinie und eine Valutierung für Warenlieferungen des Sport 2000 Großhandels auf den Weg gebracht. Unsere Industrie-Partner haben wir in einem Anschreiben gebeten, diese Valuta ebenso für unsere Handelspartner einzuräumen. Die Ergebnisse dieser Bitte teilen wir regelmäßig mit den Partnern, ebenso wie Kommunikationshilfen und umfangreiche Informationen zu den Beschlüssen und Maßnahmen der Regierung, die Ihnen durch die Pandemie helfen sollen. Selbstverständlich unterstützen wir sie auch über unser Beraterteam bei der Antragstellung der KfW Fördermittel sowie der Liquiditätsplanung. Erst in der vergangenen Woche konnten wir unsere Partner über einen weiteren Teilerfolg bei der Lobbyarbeit informieren. So steht Sport 2000 über die ANWR Group im Austausch mit der Politik und in direktem Kontakt zum Bundesministerium für Wirtschaft. Wir konnten uns dort Gehör verschaffen, dass die bisherigen Hilfen im Schuh- und Sportfachhandel nicht wirksam ankommen und haben uns für einen Rohertragsausfall stark gemacht. Unsere Forderung war, dass die erhöhten Teilwertabschläge durch den schließungsbedingten Lageraufbau erstattet werden. Das BMWi hat die von uns vorgeschlagene Vorgehensweise, die auch zu einem großen Teil auf die Sport 2000 Initiativen und den intensiven Austausch mit unseren Wintersport-Händler zurückzuführen ist, unterstützt. Die Bundesregierung will die Hilfen nun ausweiten und auch Abschreibungen für Ware als Fixkosten erstatten. Zudem führen wir aktuell Round Tables mit den wichtigsten Industrie-Partner aus den Kategorien Wintersport und Outdoor. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Frage, wie die kommende Saison „geplant“ werden kann.

Wie muss sich der Handel jetzt aufstellen? 
Im Fokus steht ganz aktuell, die Liquidität und Finanzierung im Blick zu behalten und sicherstellen, dass wirklich alle Fördermittel und Hilfen ausgeschöpft werden. Wer jetzt noch nicht digital unterwegs ist, hat größere Probleme als die Händler, die im E-Commerce gut aufgestellt sind. Auch das zeigt sich als Herausforderung, aber auch gleichzeitig als große Chance für den stationären Handel - je weiter die Pandemie voranschreitet. Auch hat die Krise deutlich gezeigt, dass der Handel sich in Zukunft verstärkt damit beschäftigen sollte, ob er gut positioniert ist und ob die Ausrichtung und Strategie passt. Wer sich klar positioniert und fokussiert, ist ein Gewinner der Krise. Eine Chance besteht dabei in der Fokussierung auf die jeweils richtigen Erlebnisbereiche. Weiniger von allem dafür mehr vom Richtigen. Da sind die besten Ergebnisse drin und auch ein ausgewogenes Risikoportfolio. Ballast abwerfen, Klarheit schaffen und mit leichtem Gepäck reisen, ist die klare Chance für die Zukunft. 


Schlüchter Astrid
Autor(in) Schlüchter Astrid

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