Geschäftszahlen 03.02.2019, 10:39 Uhr

Sport 2000 wächst bei Mitgliedern, Umsatz, Zentralregulierungsvolumen

Die Mainhausener Händlerorganisation Sport 2000 baut ihr Zentralregulierungsvolumen mit einer Steigerung um elf Prozent weiter aus, teilte die Geschäftsführung im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Ispo mit.
Sport 2000-Zentrale
(Quelle: Sport 2000)
Außerdem habe die Verbundgruppe 79 neue Anschlusshäuser gewinnen können. Im Jahr 2018 hätten 1.025 Sport 2000-Händler mit 1.491 Geschäften erstmals einen Außenumsatz von über 2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die durchschnittliche Umsatzentwicklung der Verbundgruppenmitglieder auf vergleichbarer Basis liege bei einem leichten Plus von 0,3 Prozent.
Andreas Rudolf
Quelle: Sport 2000
„2018 ist das bisher beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte“, fasste Sport 2000-Geschäftsführer Andreas Rudolf die Entwicklung zusammen. Und sein Geschäftsführer-Kollege Hans-Hermann Deters stellte heraus: „Der Erfolg ist kein Zufall, sondern der frühen strategischen Neuausrichtung der Sport 2000 geschuldet. Bereits 2013 haben wir unsere Struktur auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet.“
Hierzu hätte unter anderem die Investition in die Schaffung zusätzlicher Ressourcen und Strukturen zum Entwickeln passgenauer Leistungsportfolios gezählt, insbesondere für unterschiedliche Spezialistenformate. Das Resultat: Die Anzahl der zugehörigen Partner-Unternehmen stieg Unternehmensangaben zufolge um 27 Prozent, der zentralregulierte Umsatz um gut 43 Prozent. 
Hans-Hermann Deters
Quelle: Sport 2000
„Dank unserer geplant ausgewogenen Partnerstruktur sind wir heute sehr gesund aufgestellt, äußerst relevant für die Industrie-Partner und schlagkräftiger als je zuvor“, sagte Deters. 
Händler verbessern Kennzahlen
In einem schwierigen, von rückläufiger Kundenfrequenz geprägten Marktumfeld hätten die Sport 2000-Händler wichtige Kennzahlen verbessern können. Bei den 100 Geschäften, in denen die Verbundgruppe die Kundenfrequenz messe, hätten insbesondere die Höhe des Durchschnittsbons (+2,8%) und der Teile pro Bon (+10,2%) gesteigert werden können. Der durchschnittliche Frequenzrückgang lag bei vier Prozent.
„Wichtig ist, die wesentlichen Kennzahlen messbar zu machen und sie sauber zu analysieren, um auch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. In Zeiten sinkender Kundenfrequenzen gilt es umso mehr, die Flächenproduktivität zu erhöhen“, erläuterte Geschäftsführer Andreas Rudolf. „Das bedeutet nicht nur, mit den Kunden, die ins Geschäft kommen, einen Kaufabschluss zu erzielen, sondern auch stärker auf unsere standardisierten Prozesse wie NoS zu setzen. Der Blick in die Kennzahlen zeigt, dass unsere Partner hier auf einem guten Weg sind.“
Teamsport und Running sorgen für leichtes Plus
Für die Sport 2000-Mitglieder sei 2018 ein Jahr mit Höhen und Tiefen gewesen. Insbesondere die zurückliegende Saison (August bis Dezember 2018) habe überdurchschnittlich zur verhaltenen Geschäftsentwicklung beigetragen. Insgesamt hätten vor allem die umsatzstarken Erlebnisbereiche Outdoor (-6,4%; aufgelaufen 2018: -3,4%) und Winter (-5,2%; aufgelaufen 2018: -1,4%) großen Anteil an dieser Entwicklung, wobei diese je nach Handelsformat unterschiedlich stark zum Tragen komme.
Positiv entwickelten sich laut Sport 2000 dagegen über das Jahr gesehen der Teamsportbereich mit einem Plus von 1,6 Prozent und der Running-Bereich mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent. Dabei sticht insbesondere das Segment Teamsport Textil mit einem Zuwachs von 12,1 Prozent hervor. Trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Fußballer in Russland sei der WM-Effekt dennoch deutlich zu sehen gewesen. Neben Teamsport-Textil war das Segment Running-Schuhe nach Angaben der Verbundgruppe die beste Einzelkategorie für die Sport 2000-Händler mit einem Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wintermarkt mit spätem Start
Den Wintersport-Bereich hätten die Sport 2000-Händler Ende 2018 mit einem Minus von 2,7 Prozent bei Winter-Textil sowie einem Plus von 4,2 Prozent bei Skischuhen und 1,6 Prozent bei Ski abgeschlossen. Beim Blick auf die Zahlen für den Zeitraum Dezember bis Januar bemerkte Rudolf: „Es spricht vieles dafür, dass die Wintersaison, gerade in der Hartware, eher später startet und die wirklich relevanten Monate in der zweiten Saisonhälfte liegen.“ Allein in diesen beiden Monaten hätten die Erlöse deutlich zugelegt: Ski um 5,8 Prozent, Skischuhe um 13,9 Prozent, Helme um 22 Prozent sowie Brillen und und Protektoren jeweils um 17 Prozent.
Neben den günstigen Witterungsbedingungen macht der Manager hierfür unter anderem die guten Beratungsleistungen der Partner verantwortlich. Abstimmungsbedarf sieht er hingegen nach wie vor beim Thema „Gripwalk“. „Um neben der individuellen Skischuh-Anpassung für Impulse zu sorgen, würde ich mir eine bessere Abstimmung seitens der Industrie wünschen ‒ hier liegt Potenzial brach“, sagte Rudolf.
Im Rahmen der Ispo Munich stellte Sport 2000 zudem sein Kinderski-Tauschsystem „Kinder-Club“ vor, das in Kooperation mit allen relevanten Skimarken im Winter 2019 eingeführt werden soll. Das Konzept: Über drei Saisons hinweg können Kinderski und -schuhe bei teilnehmenden Händlern gegen Gutschriften eingetauscht werden und so mit den kleinen Skifahrern mitwachsen.

Autor(in) sport+mode Redaktion


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