Covid-19 05.03.2021, 10:08 Uhr

Kritik an Beschlüssen der Bundesregierung

Intersport beklagt fehlende Öffnungsstrategie und bemängelt fehlendes bundesweit einheitliches Vorgehen.
(Quelle: Intersport)
Die Intersport Deutschland eG reagiert enttäuscht und mit großem Unverständnis auf die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom 3. März 2021. Deutschlands größter Sportfachhandelsverbund zeigt sich enttäuscht über die fortbestehenden Unklarheiten im Corona-Stufenplan und die Nichtberücksichtigung der vorgehaltenen Hygienekonzepte im aktuellen Öffnungsgeschehen. Das grundsätzliche Fehlen einer einheitlichen Öffnungsstrategie nimmt dem gesamten Einzelhandel die notwendige Planungssicherheit und wird auch die Anschlusshäuser im Intersport-Verbund weiter wirtschaftlich stark belasten.

„Wir sind sehr enttäuscht, dass es der Politik trotz anders lautender Ankündigungen seit Anfang des Jahres auch beim letzten Corona-Gipfel nicht möglich war, einen stringenten Öffnungsplan für den Einzelhandel vorzulegen“, so die ernüchternde Bilanz von Dr. Alexander v. Preen, CEO der Intersport Deutschland, nach der Verkündigung der jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung.

„Es ist für unsere gut 1500 Anschlusshäuser im Intersport-Verbund absolut nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien über Systemrelevanz im Handel entschieden wird. Die Hygiene-Konzepte unserer Sportfachhändler unterscheiden sich in keiner Weise von denen einer Buchhandlung oder eines Blumengeschäfts. Die aktuelle Gefährdungsbeurteilung des RKI zeigt dies für alle transparent auf. Nach der nunmehr vierteljährlichen Schließung der Geschäfte, die zudem unser Weihnachts- und Wintergeschäft betraf, wachsen Unmut und Unverständnis bei unseren Händlern – die bereits schwierige Lage wird weiter verschärft. Die für eine Öffnung der Geschäfte vorgeschriebene stabile Inzidenz von 50 ist flächendeckend nicht in Sichtweite, Click & Meet kann die Händler nicht einmal annähernd retten und die Fixkosten des Geschäftsbetriebs decken. Das ist in keiner Weise wirtschaftlich!“

Völlig inakzeptabel und unerklärlich bleibt für Intersport zudem die aktuelle Situation im Lebensmitteleinzelhandel. Dortige Marktteilnehmer können weiterhin aggressiv Sportartikel bewerben und stationär verkaufen, während Intersport-Geschäfte geschlossen bleiben müssen und sich die Bestände aus dem Wintergeschäft weiter in den Flächen stapeln. „Wir fordern deshalb nachdrücklich ein klares und verbindliches Öffnungsdatum, das den Einzelhändlern im Sportfachhandel die dringend notwendige Planungssicherheit und Perspektive gibt. Das fehlende Bekenntnis zu einer klaren und einheitlichen Öffnungsstrategie und der erneute Verweis auf föderale und regionale Eröffnungsschritte im vorgestellten Stufenplan ist für alle Seiten maximal unbefriedigend und auch für unsere Kunden kaum mehr nachvollziehbar. Es gibt letztlich keine belastbaren Argumente, den Sportfachhandel jenseits der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterhin geschlossen zu halten. Hier werden aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Existenzen viele unserer selbstständigen Intersport-Unternehmer und Verbundsmitgliedern aufs Spiel gesetzt,” konstatiert Alexander v. Preen. (Quelle: Intersport)

Susa Schreiner
Autor(in) Susa Schreiner


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