Covid-19 18.05.2020, 11:02 Uhr

HDE-Konsumbarometer

Die Coronakrise sorgt auch im Mai für schlechte Sitmmung bei den Verbrauchern. Von Woche zu Woche zeigen sich die negativen Folgen der Coronakrise auch in der Wirtschaft deutlicher. Eine schwere Rezession ist in der Folge unvermeidlich.
(Quelle: HDE)
Das HDE-Konsumbarometer fällt im Mai den zweiten Monat in Folge auf einen bisherigen Tiefstwert. Noch nie musste binnen eines Monats ein so großer Rückgang wie jetzt von April bis Mai konstatiert werden. Der Krisenmodus zeigt sich in der Verbraucherstimmung immer deutlicher. Auch wenn es bereits erste zaghafte Lockerungen bei den Einschränkungen des öffentlichen Lebens gab, nimmt der Pessimismus der Verbraucher weiter zu. Alle Teilindikatoren des HDE-Konsumbarometers wie etwa die Anschaffungsneigung oder die Einkommenserwartungen gehen deutlich zurück. Die deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher lässt sich dabei vor allem auf die zunehmenden Unsicherheiten bei der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes zurückführen. Da die meisten Konsumenten offensichtlich davon ausgehen, künftig weniger Einkommen zur Verfügung zu haben, sind sie bei Anschaffungen entsprechend zurückhaltender. Selbst wenn in einigen Wochen die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus, insbesondere im Hinblick auf die Konsummöglichkeiten, größtenteils aufgehoben sein sollten, wird der private Konsum noch sehr lange Zeit durch Zurückhaltung geprägt sein.

HDE – aktuelle Situation
Mit Blick auf die aktuellen Corona-Situation macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass der Handel selbst nach einer vollständigen Wiedereröffnung aller Geschäfte die Krise noch lange nicht überstanden hat. Denn die Händler können die in den Wochen der Schließung entstandenen Verluste in den meisten Fällen nicht mehr nachholen. Zudem eilt die Konsumstimmung angesichts der nach wie vor akuten Coronakrise von einem historischen Tiefststand zum nächsten.
Die Umsätze im Handel sind dementsprechend schlecht. Die Handelsunternehmen brauchen dringend zusätzliche finanzielle Hilfe, um diese kunden- und umsatzarme Phase bewältigen zu können. Der Handel braucht einen staatlichen Rettungsfonds.

Um die Konsumstimmung wieder anzukurbeln, macht sich der HDE zudem für die Ausgabe von Coronaschecks in Höhe von 500 Euro für jeden Einwohner stark: „Die Binnenkonjunktur braucht einen deutlichen Impuls. Dann kann der Konsum wieder wie in den vergangenen Jahren der Stabilitätsanker für die gesamte Volkswirtschaft sein“, so Genth. Dies sei auch mit Blick auf die Zukunft der Innenstädte als vitale Zentren von entscheidender Bedeutung. Die Stadtzentren litten bereits heute enorm unter der Coronakrise sowie in der Folge ausbleibenden Kunden und Touristen. Coronaschecks könnten allen betroffenen Branchen helfen, wieder in eine positive Entwicklung einzusteigen.

HDE – Massive Umsatzrückgänge­
Der von den Ladenschließungen betroffene Non-Food-Handel verliert Umsätze in historischem Ausmaß, insbesondere der Textilhandel leidet mit über 50 % Minus enorm. Der HDE fordert mit Blick auf die sehr geringen Umsätze der wiedereröffneten kleinen Geschäfte und die enormen Umsatzausfälle im März und April dringend direkte finanzielle Hilfen für die durch Schließung betroffenen Unternehmen, und konsumbelebende Maßnahmen wie die Ausgabe von den oben erwähnten Coronaschecks.
Die verlorenen Umsätze sind in den meisten Fällen nicht mehr aufzuholen. Das reißt eine Riesenlücke in die Finanzen vieler Einzelhändler, und das geht an die Existenz. Der Handel braucht einen Rettungsfonds mit nicht rückzahlpflichtigen Soforthilfen.

Dazu kommt, dass die Umsätze im Einzelhandel auch in den Tagen nach Wiedereröffnung der Geschäfte nur bis zu 40 Prozent des normalerweise üblichen Maßes erreichen konnten. Die Kunden sind, wie im Konsumbarometer beschrieben, nicht in Kauflaune. Zu groß sind die Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt, viele haben Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und wissen nicht, wieviel Geld sie morgen noch zur Verfügung haben werden. Obwohl viele Geschäfte geschlossen waren, konnte der E-Commerce nicht in größerem Maße profitieren.

Autor(in) Schlüchter Astrid

Das könnte Sie auch interessieren