Offener Brief 29.04.2021, 12:00 Uhr

BSI: Sport als wirksame Corona-Prävention

Aktuelle Studien zeigen, wie relevant Sport für die Gesundheit ist: So könne ein schwerer Verlauf einer Corona-Infektion mit ausreichender körperlicher Betätigung geschmälert werden. Daher fordert der BSI die Regierung zum Dialog in einem offenen Brief auf.
(Quelle: BSI)
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
wir vom Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. stehen hinter einem Großteil der Beschlüsse der Bundesregierung als unverzichtbare Elemente zur Bekämpfung der Corona- Pandemie. Gleichzeitig blicken wir besorgt auf die aktuellen Entwicklungen: Es zeigen sich zunehmende mentale und auch körperliche Beschwerden in der Bevölkerung, die sich durch die Lockdowns kontinuierlich verschlechtern. Gerade Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene werden immer träger und vereinsamen. Langfristig wirkt sich dieses negativ auf die Gesundheit und entsprechend auch auf das Gesundheitssystem aus. Wie können wir dieser Entwicklung entgegenwirken? Wir plädieren für einen direkten, konstruktiven Austausch mit der Bundesregierung, um unseren vorbereiteten Maßnahmenkatalog zu präsentieren. 
Unsere Vorschläge zur Förderung der Gesundheit durch Sport sind hier kurz zusammengefasst:
Offene Sportstätten wie Schwimmhallen, Fitness-Studios, Turn- und Sporthallen der Vereine sowie Reitschulen. Außerdem eine differenzierte Betrachtung von Sport im Freien (Outdoor, Running, Bike) im Sinne von kleineren Gruppen (mind. 2 Haushalte)
Sport kann an öffentlichen Sportstätten ebenso mit negativem Corona-Test und vorheriger Termi- nierung stattfinden, wie es derzeit im Einzelhandel der Fall ist. Mit detaillierten Hygienekonzepten, welche in vielen Sportstätten bereits vorliegen, wäre dies ohne weiteres realisierbar.

Das in der Corona-Zeit entstandene Sportdefizit muss dringend ausgeglichen werden. Gemeinsam mit Ihnen und Vertretern der Politik können wir eine Strategie aufstellen, die unter den geltenden Corona-Maßnahmen die Menschen wieder zu sportlicher Bewegung anspornt und somit insgesamt die Gesundheit deutlich verbessert und präventiv wirkt. Die gemeinsamen Anstrengungen gegen die Pandemie können dabei wirksam auch „Volkskrankheiten“ wie etwa Übergewicht und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sowie psychischen Erkrankungen entgegenwirken.

Es ist Zeit für einen Dialog zwischen den Sportverbänden und Vertretern der Sportartikel-Industrie mit der Regierung, mit Ihnen. Neben der relevanten Wirtschaftsleistung und Kosten für das Gesundheitssystem blickt der BSI vor allem auf die gesellschaftlichen Gefahren. Sport darf nicht noch länger in dieser Weise reduziert werden. Mit konkreten Plänen und medienwirksamen Kampagnen wirken wir den langfristigen Schäden zum Wohle aller entgegen. An einem solchen Konzept arbeiten wir bereits mit all unseren Partnern in der Sportbranche, glauben aber, dass die Bundesregierung und Ihre Ministerien dabei eine zentrale Rolle spielen müssen.
In diesem Sinne fordern wir die Bundesregierung zu einem konstruktiven Dialog auf, den Sport als Teil der Lösung bei der Pandemiebewältigung zu nutzen.


 

Schlüchter Astrid
Autor(in) Schlüchter Astrid


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