Covid-19 14.04.2020, 09:51 Uhr

ANWR Group fordert Nachbesserung

Schnellkredit der Bundesregierung lässt kleine Händler außen vor. Trotz des neuen KfW- Schnellkredit-Programms, klafft noch immer eine große Lücke im Hilfsprogramm der Bundesregierung: Rund 3 Millionen kleine Unternehmen sind immer noch nicht antragsberechtigt.
(Quelle: ANWR Group)
Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group fordert: „Wir brauchen dringend und schnell die Korrektur des KfW Schnellkredit-Programm. Ansonsten ist zu befürchten, dass viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und vor allem die kleineren Innenstädte verwaisen, da die Vielfalt des Einzelhandels verloren geht.“ Vorstandssprecher Frank Schuffelen hofft auf den Bundestag, der die Vorlage in der Woche nach Ostern auf Basis einer entsprechenden Anpassung noch verabschieden muss.

Die Direkthilfeprogramme der Länder, die der Bund für Soloselbständige mit 9.000 Euro und für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten mit 15.000 Euro fördert, reichen für die meisten dieser mittelständischen Betriebe nicht aus, um die in der Krisenzeit bestehenden Kosten zu decken und die jetzt benötigte Sommerware zu finanzieren. Die Lager sind voll, die aktuelle Frühjahresware ist bezahlt, kann aber in diesem Jahr nicht mehr verkauft werden. Eine große Belastung stellen zudem die Mietzahlungen dar.
Die ausfallenden Umsätze durch eine unverschuldete Ladenschließung – bei weiterhin bestehenden Mietforderungen – können die Händler auf Dauer nicht stemmen. Auch hier sieht die ANWR Group eine Unterstützung für dringend geboten. Neben der Politik sieht die Verbundgruppe gleichzeitig auch die Vermieter in der Pflicht, einen Teil der Last zu tragen. Hier muss der Gesetzgeber schnell Rechtssicherheit schaffen.

Der in der vergangenen Woche von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte KfW-Schnellkredit mit einer 100-prozentigen Staatsabsicherung, gilt für Unternehmen von 11 bis 249 Vollzeit-Mitarbeitern. Viele angeschlossenen Schuh-, Sport- und Lederwarenhändler in der ANWR Gruppe haben zwar 10 oder mehr Mitarbeiter, diese sind allerdings überwiegend in Teilzeit angestellt. Nach einschlägigen Statistiken fallen insgesamt rund 3 Millionen Unternehmen in Deutschland unter die Schwelle des Förderprogramms. Für Frank Schuffelen eine nicht nachvollziehbare Beschränkung: „Es kann doch nicht sein, dass es nur daran scheitert, dass viele Händler keine 10 Vollzeitkräfte beschäftigen, weil eine effiziente Personaleinsatzplanung bei kleinen Geschäften im Einzelhandel dies nicht zulässt."
Die ANWR Group fordert deshalb, die Mitarbeiterzahl-Untergrenze des KFW-Schnellkredit-Programms aufzuheben. Wenn ein Unternehmen bereits Soforthilfe bekommen hat, könnte dieser Betrag entsprechend mit dem Betrag aus dem Schnellkredit-Programm verrechnet werden. Somit wirkt man einer Doppelförderung entgegen. Die EU-Kommission hatte bereits am vergangenen Freitag Nachbesserungen bei KfW-Krediten für betroffene Unternehmen genehmigt. Allerdings ohne eine zusätzliche Schwelle der Mitarbeiterzahl.

Autor(in) Schlüchter Astrid

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