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Ulrike Stahl
Ulrike Stahl (Foto: MM-PR)

Lernfeld digitale Transformation – dem WIR in WIRtschaft eine neue Chance geben

  • 13.07.2017
  • sport+mode-Redaktion

Die digitale Transformation erweist sich derzeit als das größte und dringendste Lernfeld für Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter. Der global beschleunigte Prozess technischer Anpassung von Individuen, Geschäft und Gesellschaften, ja ganzer Nationen fordert einerseits heraus und erzeugt Unsicherheit, andererseits beschert er uns allen eine Fülle neuer Chancen

Transformation des Mindsets mit der W.I.R.-Formel

Ein herausragender Aspekt ist die erhöhte Verbundenheit, die sich aus der verstärkten Vernetzung von Menschen, Daten und Organisationen sowie aus der Vielzahl neuer Kommunikationsformen und Möglichkeiten sozialer Interaktion ergibt. Das stellt uns aber nicht nur vor den offensichtlichen technischen Lernprozess, sondern vor allem vor einen persönlichen. Die digitale Transformation ist nur machbar mit einer Transformation unseres Mindsets. Die W.I.R.-Formel zeigt, worauf es ankommt.

W.I.R.-Formel Teil 1: W wie Werte

Sowohl unsere Erziehung als auch unsere Geschäftswelt basieren auf dem Grundsatz: „So viel Konkurrenz wie möglich. So wenig Kooperation wie nötig.“ Ebenso wenig, wie den Dinosauriern ihre Größe das Überleben gesichert hat, wird dieses Wertesystem Menschen und Unternehmen im Wissenszeitalter noch zum Erfolg führen. Und doch sind wir entsprechend programmiert, wie uns ein Beispiel aus der Wissenschaft zeigt. Dr. Ijad Madisch, ein in Harvard ausgebildeter Virologe, gewinnt früh den Eindruck, dass der Ego-Gedanke bei Wissenschaftlern besonders stark verbreitet ist. Wenn er bei seinen Experimenten stecken bleibt und seine Kollegen deswegen um Hilfe bittet, wird er kritisiert. Spitzenforscher geben sich keine Blöße, indem sie um Hilfe bitten, heißt es. Es wäre wichtig, ein Image überlegener Kompetenz zu pflegen. Madisch jedoch findet, dass die Wissenschaft eine globale Gemeinschaft braucht, in der Fortschritte wichtiger sind als Egos. Im Jahr 2008 gründet er ResearchGate, ein soziales Netzwerk für Wissenschaftler, das dazu dienen soll, die besten Köpfe des Planeten zusammenzubringen. Während sein Chefarzt ihn noch belächelt, als er diesen um eine Reduzierung seiner Arbeitszeit bittet, wird ResearchGate von rund 12 Millionen Wissenschaftlern in 200 Ländern genutzt, wöchentlich kommen 10.000 Mitglieder hinzu und monatlich werden 2,5 Millionen Publikationen hochgeladen. Besonders stolz ist Madisch darauf, dass sich unter den veröffentlichten Informationen auch solche befinden, die offiziell nicht geteilt werden, aber große Bedeutung für die Weiterentwicklung haben, wie etwa Codes oder negative Ergebnisse.

Wissen teilen und mitentscheiden dürfen

Wer im Elfenbeinturm seiner Verantwortungsgrenzen Wissen isoliert, hegt und pflegt, kann in der digitalen Transformation schnell abgehängt werden oder komplexe Zusammenhänge übersehen. Erst die Fähigkeit, das Wissen mit anderen Disziplinen oder Perspektiven zu verknüpfen, erzeugt Wertschöpfung. Dass Mitarbeiter bereit dafür sind, zeigt die 2016 von der TU München durchgeführte Studie „Der Ruf nach Freiheit – innovationsförderliche Arbeitswelten aus Sicht der Arbeitenden“. Danach sagen drei von vier Mitarbeitern (76 Prozent), sie würden ihr Engagement erhöhen, wenn sie über neue Produkte und Entwicklungen mitentscheiden dürften. Und 80 Prozent meinen, dass mit einer stärkeren Teilhabe an firmenrelevanten Entscheidungen die Produktivität ihres Unternehmens steigen würde. Innovation, also die breite Durchsetzung einer Neuerung am Markt, ist ein kooperativer Prozess. Wie Madischs Beispiel zeigt, braucht unsere zutiefst menschliche Fähigkeit, kooperieren zu können, offensichtlich nur den richtigen Impuls. Das Wertesystem, das in der heutigen WIRtschaft Erfolg verspricht, lautet: „So viel Kooperation wie möglich. So wenig Konkurrenz wie nötig.“

W.I.R.-Formel Teil 2: I wie Interessen maximieren

Konkurrenz ist ein Nullsummenspiel. Einer gewinnt, einer verliert. Der WIRtschaftliche Ansatz lautet: Möglichst Viele gewinnen. Das geschieht dann, wenn Entscheidungen getroffen werden, die den Interessen möglichst vieler dienen. Kommunikation, also der Austausch von Sichtweisen, mit dem Ziel zu verstehen, die Bereitschaft, Einblick in die eigenen Motive und Bedürfnisse zu geben und das Engagement nach Win-Win-Lösungen zu suchen, sind die Schlüssel dazu.

In Lösungsfindung einbeziehen

Nur wenn Menschen die Möglichkeit eröffnet wird, ihre Interessen kundzutun und nur wenn alle Beteiligten aktiv in die Lösungsfindung einbezogen werden, besteht die Möglichkeit, Win-Win-Lösungen herbeizuführen. Genau das ist dank der technischen Möglichkeiten deutlich einfacher und schneller geworden und zwar unabhängig davon, wo sich jeder gerade befindet. Mit einer Email-Nachricht oder einer Videobotschaft können unzählige Menschen gleichzeitig informiert werden. In internen Netzwerken können Meinungen ausgetauscht und unterschiedliche Ansätze diskutiert werden. Dokumente können schnell hin- und hergeschickt und mit Kommentaren versehen weiterentwickelt werden. Konsensentscheidungen sind dadurch deutlich schneller herbeizuführen.

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