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Das Longboard ist nicht mehr nur Sportartikel (Foto: Intersport)

Lifestyle Longboards

  • 01.04.2015
  • jal

Funwheels – Inlineskates, Skate-, Wave-, Kick- und Longboards, Scooter – die Palette der Funwheels wird breiter und breiter. Das ehemalige Sorgenkind hat sich zu einem Segment gemausert, das allgemein große Freude macht – und mit dem der Handel gute Margen erzielen kann

Besonders das Longboard spricht die junge Zielgruppe an (Foto: Sport 2000)

Die Entwicklung im Funwheel-Segment ist erfreulich positiv“, bescheinigt Mathias Eichler, Einkauf Hartware beim Mainhausener Verbund Sport 2000. „Insbesondere Longboards sind derzeit besonders gefragt. Zu beobachten ist dieser positive Trend seit etwa zwölf Monaten.“ Das Wachstum speziell bei Inlineskates führt der Experte auf einen „weiterhin schnell wachsenden Fitnessmarkt zurück.“

Auch Heiko Selbach, Funwheel-Experte der Intersport, bestätigt diesen allgemeinen Aufwärtstrend: „Wir haben bei Funwheels im Herbst/Winter 2014/15 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen können.“ Vor allem bei den Longboards stiegen die Umsatzzahlen kontinuierlich. „Im laufenden Herbst/Winter konnte ­Intersport den Umsatz mit den ,langen Brettern’ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppeln. Diese Produktkategorie hat weiter viel Potenzial, weil einige Händler gerade erst beginnen, ihre Sortimente dahingehend zu erweitern“, sagt Selbach.

„Viel Spaß mit Longboards“

Der Wolfratshausener Funwheel-Spezialist MTS Sport vertreibt seit rund zwei Jahren die Long- und Waveboards der Marke Streetsurfing. MTS-Geschäftsführer Sebastian Frey bestätigt die Entwicklung der Spaßprodukte: „Wahnsinn, was derzeit besonders mit Longboards passiert! Ich hätte niemals gedacht, dass das Thema mal so mainstreaming wird. Etwa seit Juli 2014 geht das Segment bei uns durch die Decke, und zwar derart, dass es zu Problemen mit der Lieferung kommt. Schon beim Weihnachtsgeschäft im vergangenen Jahr war die Nachfrage so groß, dass wir teilweise nicht rechtzeitig liefern konnten.” Was steckt hinter dieser Nachfrageexplosion?

 

Ich hätte die gedacht, dass Longboards einmal so ­main­streamig werden.

                                    Sebastian Frey, MTS Sport

 

Während die Intersport die Gründe für diesen Hype in den milden, schneefreien Wintern der vergangenen Jahre und dem guten Wetter im Frühjahr findet, grübelt Frey ein bisschen länger. Zumal der Longboard-Boom „von jetzt auf gleich” kam, nachdem dieses Segment jahrelang dahindümpelte. Seine vage Vermutung: „Bei YouTube sieht man immer mehr junge Menschen auf Longboards, vielleicht dient das als Vorbild?”

Auch die Waveboards machen ihm zurzeit großen Spaß. Nach dem Absturz dieser Produkte in der Vergangenheit stabilisierten sich Waveboards auf vernünftigem Niveau, sagt Frey und rät dem Handel: „Funwheels sind recht hochpreisige Sommerartikel. Warum sollte ein Händler diesen Umsatz nicht mitnehmen in dieser Jahreszeit? Er sollte sich solchen Trendthemen nicht verschließen.”

Anreiz für die junge Zielgruppe?

Deswegen plädiert auch Intersport-Experte Heiko Selbach dafür, dass möglichst viele Vollsortimenter Funwheels ins Programm aufnehmen: „Dieses Segment hat das ganze Jahr über Abverkaufschancen und sollte deshalb bei jedem Händler seinen festen Platz im Sortiment haben.“ Außerdem sieht er die Chance, mit diesen Produkten vorzugsweise das junge Publikum anzuziehen. Ein Problem, das der Sportfachhandel zur Genüge kennt. Selbach sagt aber auch: „Die Zielgruppe von Funwheels ist nicht so jung, wie man denkt. Auch ältere Kunden fühlen sich beispielsweise vom Megatrend Longboard angesprochen.“ Schließlich sei das Longboard mittlerweile zu einem echten Lifestyle-Produkt geworden.

 

Es ist entscheidend, Funwheels über authentisches Personal, also Szenekenner, zu verkaufen.

                                     Mathias Eichler, Sport 2000

 

Es spreche nicht nur die junge Zielgruppe an, ist sein Kollege von der Sport 2000 Eichler der Meinung, es locke gar ganze Familien ins Geschäft, für „Vollsortimenter eine tolle Chance, Zusatzverkäufe zu generieren.“ Die Produkte, sagt er, sollten aber bitte von authentischem Personal, das sich in der Szene auskennt, verkauft werden.

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