sport+mode
Urbane Bekleidung wird funktionaler (Foto: Schöffel)

Ein Markt auf dem Sprung

  • 07.03.2015

Outdoorbekleidung – Material­innovationen spielten sich zuletzt im Wesentlichen im Innenleben ein­schließlich Daune ab. Einen Push erfährt der Markt in Sachen Cross-over, urbane Bekleidung wird funktionaler, aktive Outdoorkleidung urbaner. Der Schlüssel zur Zukunft liegt daher ebenso im Konzept wie im Material

Der moderne Mensch will bequeme und leichte Kleidung (Foto: Schöffel)

Die Rahmenbedingungen im Outdoormarkt haben sich in den letzten fünf bis sechs Jahren grundlegend gewandelt. Im Bereich Outdoor (hauptsächlich Hiking & Trekking), Running und Biking müssen sich die Spezialisten den Kuchen zunehmend mit neuen Wettbewerbern teilen. Das geht von den Discountern bis zu den Kaffee­röstern, ergänzt durch den Onlinehandel von A wie Amazon bis Z wie Zalando. Kein Wunder, dass Hersteller hochwertiger Hightech-Produkte das Interesse an selbsterklärenden einfachen Fleece- und schlichten Softshell- Teilen schnell verloren haben.

Urban werden Marken häufig in der Sogwirkung verstärkten Kauf­interesses, wobei die Funktion quasi ‚billigend in Kauf genommen‘ wird. Dass man solche Entwicklungen steuern kann, ist in der ­Annäherung von Urban Fashion und Funktions-Outdoorbekleidung zu erkennen.

Das veränderte Marktgeschehen spiegelt sich auch in den Aussagen wider, die das „Manager Magazin“ 2014 (Quelle: Statista 2014) erhoben hat. Gefragt wurden Männer, wie viel Geld sie üblicherweise für Outdoor- beziehungsweise Funktionskleidung ausgäben. 26 Prozent gaben an, 100 Euro und mehr auszugeben. Insgesamt 42,5 Prozent nannten als Summen „unter 40 Euro bis maximal 51 Euro“ als übliche Ausgabe. Hinzu kommt ein Wandel in der Handelslandschaft, wo in den Monomarkenstores einzelner Anbieter dem klassischen Sportartikelfach­handel wie etwa den Anschlusshäusern von Sport 2000 flächendeckend und bundesweit weitere Konkurrenz erwachsen ist.

Im selben „Manager Magazin“ wurde jedoch ermittelt, dass sowohl Männern als auch Frauen mit 38,2 Prozent beziehungsweise 34,2 Prozent Marken wichtig sind. Zählt man die jeweils gut 13 Prozent, die Marken für sehr wichtig halten noch hinzu, überschreitet diese Summe die 50 Prozent-­Marke, was für Spezialanbieter und starke Marken spricht.

Potenziale heben

Eine Umfrage des IfD Allensbach (Quelle: Statista 2014) hat ergeben, dass in den nächsten ein bis zwei Jahren insgesamt 2,76 Millionen Menschen in Deutschland Outdoorbekleidung für Sport und Freizeit kaufen wollen. Rechnet man dies mit der Durchschnittssumme der genannten Kaufsummen hoch, weiß jeder, wie groß (oder klein) der Umsatzkuchen für sein Unternehmen sein kann. Legt man die Zahlen zugrunde, die die „FAZ“ (Quelle: Statista 2014) aus dem Jahr 2012 veröffentlicht hat, so betrugen die Anteile am Gesamtumsatz mit Sportartikeln für die Bereiche Outdoor, Multisport, Laufen/­Walking und Sportstyle (also Urban Outdoor) zusammen immerhin satte 60 Prozent, mit Outdoor (22 Prozent) als größtem Posten, gefolgt von Multisport (19 Prozent). Ähnlich frohe Kunde konnte für das Jahr 2012 Marketmedia24 (Quelle: Statista 2014) verbreiten, die in der ­Umsatzverteilung auf die Produktgruppen Bekleidung mit 53,4 Prozent und Schuhe mit 24,2 Prozent weit vor Hardware, Schlafsäcken und Zelten sah.

Verwandte Themen
Marmot Schwaig Andy Schimeck Coleman EMEA GmbH K2 Völkl Marker Dalbello Madshus Line Full Tilt Atlas Tubbs Ride BCA
Marmot: Standort Schwaig wird geschlossen, Schimeck geht weiter
Ich bin raus Challenge Schöffel Auszeichnung Fachhändler
Schöffel ehrt ambitionierte Händler weiter
Jesper Rodig Scandic Outdoor GmbH Geschäftsführer
Rodig wird Geschäftsführer der Scandic Outdoor GmbH weiter
Bogner besetzt Aufsichtsrat neu weiter
Retail First OutDoor Messe Friedrichshafen Sportfachhandel
Neues OutDoor-Konzept soll Handel und Industrie entlasten weiter
Jürgen Siegwarth Hartmut Ortlieb Geschäftsführung Sportartikel GmBH
Siegwarth ist neuer CEO bei Ortlieb weiter