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Outdoortextilien büßten in Deutschland laut BSI im Jahr 2014 vier Prozent ein (Foto: Millet)

Druck durch Euro-Wechselkurs

  • 06.03.2015
  • Ast

BSI – Andy Schimeck, Geschäftsführer der Marmot Mountain Europe GmbH, Vizepräsident des BSI und Sprecher der FGO – Fachgruppe Outdoor, referierte im Rahmen der BSI-Pressekonferenz auf der Ispo über den deutschen Outdoormarkt

Andy Schimeck

Bis Ende August sei das Segment Outdoor im deutschen Sport- und Outdoorfachhandel gut im Rennen gelegen, sagte Schimeck. Bis dahin habe die Branche Umsätze verbucht, die über dem Vorjahresniveau lagen. Doch dann endete die Einkaufslaune der Konsumenten. Der schlechte Herbst und der weitgehend ausgefallene Winter sorgten für einen geringeren Jahresumsatz 2014 in der Outdoorbranche. Bei Textil gehen man von einem Minus von rund vier Prozent aus. Schimeck: „In einzelnen Monaten des letzten Quartals dürften die Rückgänge sogar im zweistelligen Bereich liegen, wobei die Latte aus dem Vorjahr nicht auf Rekordhöhe gelegen hatte.“

Da Textilien ungefähr 50 Prozent des Umsatzes im Outdoormarkt ausmachten, konnten auch Zuwächse bei Schuhen mit einem Anteil von etwa 30 Prozent und Hartware (etwa 20 Prozent Umsatzanteil) nicht viel retten. „Die letzten drei Winter hat uns das Wetter in Deutschland und Europa nicht unbedingt in die Karten gespielt“, sagte Schimeck.

Online setzt Vormarsch fort

Die Nachfrage nach Outdoorartikeln sei trotzdem weiter auf hohem Niveau. Dabei wachse der Anteil des Onlinehandels kontinuierlich weiter. Schimeck: „Die Gründe dafür sind aus unserer Sicht ganz klar und gelten uneingeschränkt wie im Vorjahr.“

  • Die Markensortimente sind online nahezu lückenlos verfügbar. Es gibt nichts, was es im Netz nicht gibt
  • Lieferung on Demand während der gesamten Saison und über das gesamte Produkt­sortiment
  • Von überall unkompliziert bestellbar – von der Arbeit, unterwegs, 24/7, vom Smartphone, Pad, Tablet oder Computer
  • Die Onlineberatungsqualität wird weiter verbessert
  • Online sind individualisierte Werbemaßnahmen möglich und erfolgreich, für die es keine vergleichbare traditionelle Entsprechung gibt
  • Online kennt kaum Grenzen. Geschäfte finden über Landesgrenzen, ja sogar über Kontinente hinweg statt

Stationär setzt auf alte Stärken

Der traditionelle Einzelhandel stelle sich aber zunehmend der Herausforderung durch die Internetkonkurrenz und besinne sich auf seine Stärken. Dazu zählten die Erarbeitung und Schärfung des eigenen Profils sowie die Verbesserung der Beratungs- und Servicequalität.

„Das spüren wir nicht zuletzt daran, dass unsere Schulungsangebot stärker genutzt und diese seitens des Handels auch wieder vermehrt gefordert werden. Auch entdeckt der stationäre Handel zunehmend die Möglichkeiten, die ihm Online-Marketingmaßnahmen bieten“, führte der Manager aus. Handelsforscher hätten eine Umkehr im Verhalten der Verbraucher diagnostiziert. Demnach nutzten die Verbraucher das Internet sehr intensiv, um sich über Produkte zu informieren, um diese dann bei einem Händler ihres Vertrauens in dessen stationären Geschäft zu kaufen. Das Einkaufserlebnis rücke wieder stärker in den Fokus.

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