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Instruktive Veranstaltung: das zweite Herstellerforum des Weltsportartikelverbandes WFSGI in Leipzig (alle Fotos: WFSGI)

Effizienzsprung gesucht

  • 04.12.2014
  • Ast

WFSGI – Wie können Design und Produktion enger verzahnt werden? Antworten auf diese die Sportindustrie umtreibende Frage suchten Experten auf einem Forum des Weltsportartikelverbands WFSGI am 13. und 14. November in Leipzig

Viele Übereinstimmungen: Produzent Steven Shih (li.) und Adidas-Designer James Carnes

Der Ort der Tagung war mit Bedacht gewählt: Das Porsche-Werk in Leipzig beherbergte die Teilnehmer den größten Teil der Veranstaltung. Der Sportwagenhersteller hat während einer Krise in den 1990er Jahren seine Produktionsprozesse radikal umgestellt. Wo früher mit sehr hohem Aufwand Fahrzeuge entstanden, setzen die Schwaben heute auf modulare Bauweise. Die Autoindustrie ist der Sportbranche in puncto Produktionseffizienz noch einen großen Schritt voraus, lautete ein Fazit der Veranstaltung unter dem Motto „How can Design and Manufacturing embrace?“

Rund 180 Teilnehmer aus 22 Länder hatten sich auf den Weg in die sächsische Großstadt gemacht. Produktion und Design seien bei Sportmarken nicht immer in einem Unternehmen vereint, betonte Robbert de Kock, Generalsekretär des WFSGI, in seiner Einleitung.

Adidas: „Welt ändert sich rapide“

James Carnes, Chefdesigner bei Adidas, hob am Beginn seines Referats hervor, dass sich die Welt ändere. In den Jahren 2012 bis 2016 wachse etwa die globale Bevölkerung um 300 Millionen Menschen. „Bildlich gesprochen kommt noch einmal die USA dazu. Das Wachstum findet allerdings hauptsächlich in den Metropolen statt. Das führt zu hohen Anforderungen an das Design von Produkten. “ Außerdem steige insbesondere die Zahl der Asiaten, in der Region entstehe eine Mittelschicht. Auch diese Faktoren änderten die Anforderungen an einen Designer.

 

Designer müssen heute nicht nur neue Produkte entwerfen, sondern auch an neue Herstellungs­verfahren denken.

                                           James Carnes, Adidas

 

Nicht genug des Wandels: Kunden sind laut Carnes heute auch bereit, für Nachhaltigkeit zu zahlen. „Das ist neu, war in der Vergangenheit noch nicht so.“ Der Wandel sei inzwischen konstant, die Ansprüche der Kunden extrem hoch. Aus diesem Grund  sieht Carnes die Notwendigkeit, die Arbeit der Produktentwickler und Designer von Sportartikel noch enger zu verzahnen. „Hier gilt es, den nächsten Schritt zu wagen.“ Der Designer sei von Natur aus Ästhet, „the soft Spot of the Company“. Sie würden zuallererst an den Konsumenten denken, nicht an den Profit. Im Jahr 2012 habe Adidas den ersten Schuh an den Markt gebracht, dessen Oberteil aus einem komplett gestrickten Material besteht. Ein Jahr später habe die Marke den Runningschuh Boost mit neuartiger Kunststoffsohle gelauncht. Beide Projekte mit neuen Technologien hätte Adidas nur erfolgreich realisieren können, indem Designer und Entwickler eng miteinander zusammen gearbeitet hätten. „Ein Zukunftstraum ist, dass wir irgendwann mal als Designer bereits dreidimensional entwerfen“, schloss Carnes.

Erfolgsfaktor Denkweise

Steven Shih, Executive Director von Yue Yuen Industrial, schilderte aus Sicht eines Produzenten, was nötig ist, um Herstellung und Design enger zu verzahnen. Nur durch Zusammenarbeit sei dauerhafter Erfolg zu erreichen. Die Produzenten müssten sich in die Gedankenwelt und die Werte der Marken versetzen. Produktionsorientierte Hersteller legen ihren Fokus nur auf den Verarbeitungsprozess und die dort verwendeten Techniken. „Hersteller, die auch das Design beachten, beziehen auch die Aspekte Kollektion, Komponenten, Konstruktion und äußere Erscheinung in ihre Betrachtung ein.“ Shih betonte in seiner Präsentation, wie wichtig das Mindset, also die Denkweise der beteiligten Personen ist. 

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