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Die Zielgruppe der Läufer hat sich verändert (Foto: Thinkstock)

Jung, hip und aus der Stadt

  • 06.11.2014
  • jal

Running – ist kein Trend. Einen Trend charakterisiert, dass er irgendwann abebbt, sagt Stefan Knoblich, Director Merchandising Running bei Adidas. Und das kann man im Gegensatz zum Natural Running von Running beim besten Willen nicht behaupten

Stefan Knoblich (Foto: Adidas)

Das Segment wächst seit Jahren stetig, mehr noch: Es stecke hier nach wie vor enormes Potenzial, sagt Knoblich. „Manchmal glaube ich es selbst nicht, wenn ich Wachstumsraten im zweistelligen Bereich sehe“, sagt er. Vor allem die Gruppe der Frauen hebt er hervor. Hier liege die Aufteilung aktuell 60 (men) zu 40 (women), allerdings sei im Handel bereits eine Verschiebung hin zu 50 zu 50 zu beobachten.

Gründe für den anhaltenden Boom sind zum einen die Produkte in jüngerer Vergangenheit, die beim Endverbraucher Entzücken auslösten, wovon natürlich auch der Handel profitiert. Es sind Produkte, die der Kunde aufgrund des coolen Designs auch gerne in seiner Freizeit trägt; Running ist zum Lifestyle-Thema geworden.

Kürzere Distanzen locken Leute

Aber auch die klassischen Events wie etwa der Berlin-Marathon erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Hinzu kommt, dass kürzere Strecken zusehends beliebter werden, womit man wieder beim Spaß- und Lifestylefaktor in diesem Markt wäre. Der Halbmarathon, der Zehn-Kilometer-Lauf, Städte- und Hindernisläufe, diverse andere Spaßläufe – vor zehn Jahren noch undenkbar. Was früher die Laufgruppe war, ist heute die Runcrew. „Man trifft sich regelmäßig zum gemeinsamen Lauf, erkundet die Gegend und geht anschließend zusammen einen trinken. Die Runcrew tauscht sich über ihre sozialen Netzwerke aus – weltweit. Der Spaß am Laufen hat eindeutig die Oberhand gewonnen“, sagt Stefan Knoblich, womit sich automatisch die Zielgruppe vergrößert hat. Diese ist eh schwer zu definieren, bei Adidas heißt das so: „All runners are different.“ Jeder Läufer ist anders. Young Urban Running lautet vielmehr die Devise. Vorbei die Zeiten der reinen Performance- und Hardcore-Runner.

Der Young Urban Runner

„Angefangen hat dieser Trend„ganz leise vor zwei, drei Jahren“, sagt Stefan Knoblich. Heute geht es schon lang nicht mehr ausschließlich um die verbaute Technologie, es geht ums Aussehen. Das nennt man bei Adidas den „Regalmoment“ oder den „First moment of truth“, den ersten Moment der Wahrheit. „Der young urban runner kommt in das Geschäft und screent innerhalb von 20 Sekunden die Regalwand. Nur 20 Prozent der Schuhe bleiben ihm im Kopf – und das sind natürlich die mit coolem Design“, erklärt der Runningexperte. Der zweite Moment der Wahrheit sei dann das Reinschlüpfen in den Schuh.

Man trifft sich nach der Arbeit zum gemeinsamen Laufen. Der Spaß dabei wird immer wichtiger.

Nun ist es nicht so, dass das städtische Laufen nur ein Thema für Millionenmetropolen bleibe. „Diese Idee, dieser Trend erreicht mittlerweile auch Kleinstädte“, stellt Knoblich fest. Sich spontan nach der Arbeit treffen, um gemeinsam eine Runde laufen zu gehen.

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