Karstadt ist eine deutsche Warenhauskette. Das 1881 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Essen.">
Karstadt
Karstadt wurde von Rudolph Karstadt als Tuch-, Manufactur- und Confections-Geschäft in Wismar gegründet. Bis 1908 wurden insgesamt 24 Filialen eröffnet. Ab 1910 setzte Karstadt verstärkt auf Eigenproduktion: Ein Stofflager, eine Wäschefabrik und eine Herrenkleiderfabrik kamen in den Folgejahren hinzu. 1920 wurde Karstadt in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Unternehmen expandierte auch durch Übernahmen stark, sodass es 1930 mit 89 Filialen und 27 eigenen Fabriken Europas größter Warenhauskonzern war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Filialen enteignet, Karstadt konnte lediglich 45 erhalten, viele davon stark zerstört. Doch das Unternehmen erholte sich in den Wirtschaftswunder-Jahren und expandierte auch danach weiter. Übernommen wurden 1970 die Grimme-Warenhäuser in Schleswig-Holstein und 1994 die Hertie-Kaufhäuser inklusive des KaDeWe in Berlin. Außerdem übernahm Karstadt 1977 die Mehrheit der Neckermann Versand AG. 1999 fusionierte Karstadt mit dem Versandhändler Quelle zur KarstadtQuelle AG, die ab 2007 als Arcandor AG firmierte. Ab 2000 geriet der Konzern in die Krise. Um das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu bekommen, wurde u.a. die 1984 als Tochterunternehmen gegründete Sporthandelskette Runners Point verkauft. 2009 ging Arcandor in Insolvenz, die Karstadt Warenhauskette wurde 2010 an den Investor Nicolas Berggruen veräußert. Berggruen spaltete das Unternehmen in drei Untergesellschaften: die Sporthäuser, die Premiumhäuser (KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München) und die sonstigen Warenhäuser. Nachdem der gesamte Konzern weiterhin Verluste einfuhr, verkaufte Berggruen 2013 die Premiumhäuser und die Sporthäuser zu 75,1 % an die Signa Holding des österreichischen Investors René Benko. 2014 übernahm Benko auch die noch verblieben 24,9 % und die komplette Warenhauskette und fasste die Geschäftsbereiche unter dem Dach der neu gegründeten Signa Retail GmbH zusammen. 2015 veräußerte Benko 50,1 % der Premiumhäuser an die thailändische Central Group.