Flüchtlinge in Wirtschaft 29.05.2019, 10:27 Uhr

Vaude mit Integrationspreis ausgezeichnet

Gemeinsam mit weiteren Unternehmen erhielt die Marke von der Landesregierung Baden-Württemberg eine Anerkennung für ihr Engagement bei der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt.
Preisträger der Kategorie "Unternehmen und Verbände"
(Quelle: Vaude/Julius Michel)
Die Unternehmer-Initiative "Bleiberecht durch Arbeit", bei der sich Vaude als Gründungsmitglied engagiert, ist mit dem Integrationspreis des Landes Baden-Württemberg in der Kategorie "Unternehmen und Verbände" geehrt worden. Die in diesem Jahr erstmals verliehene Auszeichnung wurde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha in Stuttgart überreicht. Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Gottfried Härle (Brauerei Härle), Markus Winter (IDS Holding) und Thomas Osswald (Autohaus Osswald) entgegen.
Mit dem Preis würdigt die Landesregierung das Engagement verschiedener Initiativen, die sich für Integration und Zusammenhalt in Baden-Württemberg einsetzen. Antje von Dewitz bedankte sich nach Vaude-Angaben für die Unterstützung der Ministerien für Integration auf Landes- und Bundesebene, brachte aber auch die Forderung der Unternehmen zum Ausdruck. "Wir brauchen eine Perspektive und Sicherheit für unsere Unternehmen und die bei uns arbeitenden Menschen", sagte sie laut Mitteilung.
Bei einer Podiumsdiskussion berichtete von Dewitz von ihrem Engagement und kritisierte die Politik: "Es ist zynisch, dass die Unternehmen mehrfach instrumentalisiert werden. Zunächst, um dazu beizutragen, möglichst viele Geflüchtete zu integrieren. Dann, um die Sozialkassen durch beschäftigte Geflüchtete zu entlasten. Und schließlich, um durch den festen Arbeitsplatz, den sie den Geflüchteten bieten, deren Abschiebung zu erleichtern. Denn da wisse man verlässlich, wo sich die Geflüchteten aufhalten", sagte die Vaude-Geschäftsführerin. Dabei werde auch vergessen, dass gut integrierte geflüchtete Mitarbeiter inzwischen für das Funktionieren der Unternehmen sowie der Wirtschaft im ganzen Land unverzichtbar geworden seien, erklärte die Managerin.
Die von Vaude mitgetragene Unternehmer-Initiative fordert einen Sonderweg ähnlich dem in Nordrhein-Westfalen, der den Ausländerbehörden anhand verbindlicher Anwendungshinweise vorgibt, wie sie entscheiden sollen. So soll dort beispielsweise das Aufenthaltsgesetz künftig so ausgelegt werden, dass gut integrierten Asylbewerbern, die einer geregelten Beschäftigung nachgehen, eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wird. Auf Bundesebene fordert die Initiative, das "Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung" nachzubessern. "Denn es kann nicht sein, dass abgelehnte Asylsuchende, die eine Arbeitsstelle haben, erst zwölf Monate im Besitz einer Duldung sein müssen, bevor sie einen Antrag auf Beschäftigungsduldung stellen dürfen. Wir fordern, dass Menschen mit einer Arbeitserlaubnis und Duldung nicht abgeschoben werden", unterstrich Antje von Dewitz.
Der Intergrationspreis wird vom Ministerium für Soziales und dem Landesbeirat für Integration verliehen. Die Landesregierung zeichnet damit Initiativen, Kommunen, Projekte und Aktivitäten aus, die das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund fördern. Vaude zufolge haben sich 380 Initiativen beworben. Eine Jury aus Mitgliedern des Landesbeirats für Integration ermittelte die Preisträger. An dem Festakt nahmen rund 800 Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sozialem teil, die sich für Integration engagieren.

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