Nachhaltigkeit 17.09.2020, 09:50 Uhr

Grüner Knopf feiert einjähriges Bestehen

Zum ersten Jahrestag besuchte Minister Gerd Müller Vaude in Tettnang, dessen Produkte größtenteils mit dem Grünen Knopf zertifiziert sind. „Mittlerweile beteiligen sich 52 Unternehmen, also fast doppelt so viele wie beim Start vor einem Jahr“, berichtet Gerd Müller.
Antje von Dewitz und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller 
(Quelle: Vaude)
Seit seiner Einführung hat das Siegel stark an Bekanntheit gewonnen und genießt ein hohes Vertrauen. Eine repräsentative Gfk-Studie kommt zu dem Fazit: „Der Grüne Knopf ist auf dem besten Wege zu einer Erfolgsgeschichte.“ Um diesen Erfolg gebührend zu feiern, gab es eine Geburtstagstorte im Grünen-Knopf-Design, die von Antje von Dewitz, Vaude Geschäftsführerin, und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gemeinsam angeschnitten wurde.

„Ich freue mich sehr, dass Vaude sich mit so viel Herzblut für den Grünen Knopf engagiert. Als Gründungsmitglied des Textilbündnisses war Vaude von Anfang an dabei. Seit einem Jahr tragen die meisten Vaude Produkte den Grünen Knopf. Vaude zeigt, dass es möglich ist, in der Textilindustrie fair, ökologisch und wirtschaftlich zu produzieren und dass es der richtige Weg ist. Davon wollen wir noch viele weitere Unternehmen überzeugen“, so Minister Gerd Müller. Insgesamt müssen für den Grünen Knopf 46 Kriterien erfüllt werden - von A wie Abwassergrenzwerten bis Z wie Zwangsarbeitsverbot. Neben sozialen und ökologischen Produktkriterien werden auch hohe Anforderungen an die Unternehmen gestellt, das nachweisen müssen, das sie ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht in der Lieferkette nachkommen.

„Die Textil- und Modebranche hat erheblich unter den Auswirkungen der Corona-Krise gelitten. Die Krise hat deutlich gezeigt: Wir brauchen einen grundlegenden Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung. Dies haben auch viele Unternehmen erkannt. Der Grüne Knopf ist mehr als ein Textilsiegel – er ist unser Zeichen für Verantwortung in der Textil-Lieferkette. Ich bin mir sicher: Gegenüber ihren Kunden und Aktionären werden Unternehmen zunehmend Rechenschaft über ihre Lieferketten ablegen müssen: Kennt das Unternehmen seine Lieferkette, kennt es die Risiken, schafft es Abhilfe, achtet es die Menschenrechte? Genau diese Fragen müssen die Unternehmen auch beim Grünen Knopf beantworten“, erklärt Minister Müller.

Deshalb kämpfen Antje von Dewitz und Gerd Müller seit Jahren gemeinsam für ein Lieferkettengesetz, das Unternehmen generell dazu verpflichtet, ihrer Verantwortung in der gesamten globalen Lieferkette nachzukommen. „Es kann nicht sein, dass die Kosten und Risiken einfach ausgelagert werden und uns hier nichts mehr angehen. Der Grüne Knopf zeigt, dass sich unternehmerische Sorgfalt entlang der Lieferkette unabhängig prüfen lässt“, bekräftigt Minister Müller. „Momentan sind Unternehmen, die freiwillig Verantwortung übernehmen, im Wettbewerb benachteiligt. Denn sie haben höhere Kosten und auch mehr Risiken. Durch ein Lieferkettengesetz würden wir notwendige Mindeststandards setzen, die von allen Unternehmen gleichermaßen getragen werden“, fordert Antje von Dewitz.

Seit das Siegel vor einem Jahr gestartet ist, hat sich die Anzahl der Unternehmen, die Produkte mit dem Grünen Knopf führen, mit über 50 fast verdoppelt; und dies zu Zeiten der Corona-Pandemie. Obwohl die Krise zu einem Rückgang des Textilkonsums geführt hat, wurden allein im ersten Halbjahr 2020 gut 50 Millionen Artikel mit dem Grünen Knopf verkauft. Davon profitiert auch die Bekanntheit des Siegels: Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Gfk kennen bereits 20 Prozent der Bevölkerung den Grünen Knopf ein Jahr nach der Einführung – ein auch im Vergleich zu anderen Nachhaltigkeitssiegeln sehr guter Wert. Davon halten ihn 70 Prozent für vertrauenswürdig. Und nahezu alle Befragten befürworten ein staatliches Siegel zur Überprüfung sozialer und ökologischer Standards (96 Prozent). „Der Grüne Knopf ist auf dem besten Wege zu einer Erfolgsgeschichte“, lautet das Fazit der GfK in seiner aktuellen Studie.

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