Strategie 23.01.2019, 08:02 Uhr

Urban Outdoor hat Glaubwürdigkeits-Problem

Funktionaler Chic macht sich längst auch in Ballungsräumen breit. In die Städte zu expandieren, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren, ist für Outdoormarken allerdings riskant. sport+mode hat sie nach ihren Strategien befragt.
Mammuts Kollektion Delta X schlägt eine Brücke zwischen Bergsport-Funktionalität und urbaner Ästhetik
(Quelle: Mammut)
Sportliche Outdoormode findet sich schon seit Längerem auch in der City – je nach Anbieter firmiert sie unter Bezeichnungen wie „Urban Outdoor“, „Athleisure“ oder „Everyday Outdoor“. Wie Outdoorfirmen in die Städte expandieren können, ohne ihren Markenkern zu verwässern, hat sport+mode jetzt untersucht.
Eines der Ergebnisse: Alle Anbieter sehen sich einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt. In den vergangenen Jahren ist der Stellenwert von urbaner Outdoorbekleidung immer größer geworden. „Entsprechend viele Brands drängen heute auf den Markt“, bestätigt Mato Novogradec, Produktmanager „Bekleidung Urban Life“ bei Vaude. Die Nachfrage habe sich aber deutlich verändert, Verbraucher wollten „nicht mehr so aussehen, als ob sie gleich nach der Arbeit auf das Matterhorn steigen wollen.“ Gefragt seien schöne und zugleich funktionelle Produkte, die sich auch auf dem Weg ins Büro tragen ließen.
Bei den 2019er-Sortimenten verlaufen die Grenzen daher fließend zwischen klassischer „Active Outdoor Wear“ und „Everyday Outdoor Wear“, konstatiert sport+mode. „Fakt ist aber: Die Funktionalität steht immer an erster Stelle“, stellt Markus Bötsch, Chief Sales Officer bei Jack Wolfskin, für seine Marke klar.
Unabhängig von der Beliebtheit der Outdoorprodukte für den Alltag kann es für viele Marken dennoch eine Herausforderung sein, in das trendige Segment zu expandieren. Hier komme es besonders auf die Kommunikation von Hersteller- als auch von Händlerseite an, bestätigen Experten. „Wichtig ist auf alle Fälle, dass man die Funktionalitäten, die die Glaubwürdigkeit einer Marke ausmachen, nicht vernachlässigt beziehungsweise weglässt“, unterstreicht Dachstein-Chef Christian Wolsegger. „Gleichzeitig sollte sich das trendige eigenständige Design nicht nur bei urban inspirierten Produkten wiederfinden, sondern auch im Kernsegment der technischen Outdoorprodukte.“
Welche weiteren Faktoren die Urbanisierung der Outdoorbekleidung beeinflussen, welches die wichtigsten Entwicklungen sind und wie Marken mit ihnen umgehen, zeigt ein Artikel in der neuen Ausgabe 1/2019 von sport+mode. Sie erscheint am 24.1.2019.


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