Geschäftsentwicklung 14.02.2019, 11:43 Uhr

Sport‐Tiedje steigert Umsatz deutlich

2018 konnte der Heimfitnessgerät-Experte um 5,6 Prozent wachsen. Das stationäre Geschäft in der DACH-Region soll ausgebaut und Frankreich als neuer Markt erschlossen werden, für den Brexit sieht sich die Gruppe gewappnet.
Die Kasseler Filiale der Gruppe
(Quelle: Sport-Tiedje)
Die Sport‐Tiedje-Gruppe hat ihr Geschäftsjahr 2018 mit einem deutlichen Wachstum abgeschlossen. Der Umsatz sei um 5,6 Prozent auf 128,7 Millionen Euro gewachsen (2017: 121,9 Millionen Euro), meldet das Unternehmen mit Sitz in Schleswig. Als Wachstumstreiber sieht es vor allem die positive Geschäftsentwicklung in der DACH‐Region – sie habe sich auch in der Eröffnung neuer Standorte in Augsburg, Klagenfurt und Innsbruck widergespiegelt.
Sport-Tiedje, nach eigenen Angaben Europas größter Fachmarkt und Onlineversandhändler für Heimfitnessgeräte, setze nach wie vor auf einen Multichannel‐Ansatz und lege gleichen Wert auf das Onlinegeschäft und das stationäre Filialnetz. „Durch die starke Expansion in den letzten Jahren haben wir Deutschland, Österreich und die Schweiz nun nahezu landesweit abgedeckt“, erklärt Christian Grau, Inhaber und Geschäftsführer von Sport‐Tiedje, laut Mitteilung. „In diesen wichtigen Märkten sehen wir weitere Wachstumschancen, das Filialnetz wird noch punktuell ergänzt, allerdings nicht mehr mit der Geschwindigkeit der letzten Jahre.“
Neben länderspezifischen Onlineshops betreibe die Gruppe 78 Fachgeschäfte für Heimfitnessgeräte in Deutschland (48), Österreich (6), der Schweiz (3), Belgien (2), den Niederlanden (6), Dänemark (1), Polen (1) und Großbritannien (11). In der Schweiz und Deutschland stünden bereits drei Neueröffnungen für das erste Halbjahr 2019 auf dem Plan, heißt es in der Erklärung. Darüber hinaus stehe Sport-Tiedje kurz vor dem stationären Markteintritt in Frankreich.
Brexit dämpft die Kaufbereitschaft
In Großbritannien spüre man allerdings eine zunehmende Verunsicherung der Kunden wegen des anstehenden Brexits, die sich auch auf die Kaufbereitschaft niederschlage, erklärt das Unternehmen. Bei der Übernahme des schottischen Unternehmens Powerhouse Fitness 2015 habe dieser Markt rund ein Drittel zum Umsatz der Sport‐Tiedje-Gruppe beigetragen, nun nur noch ein Fünftel. „Durch das Wachstum in Kontinentaleuropa haben wir unsere Abhängigkeit vom britischen Markt deutlich verringert“, sagt Grau. „Zwar spüren wir die Auswirkungen des Brexits durchaus, aber wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und können uns in unseren Strukturen auch gut anpassen.“
Bereits geplante Expansionsvorhaben in Großbritannien habe Sport-Tiedje zunächst zurückgestellt und sichere Währungsrisiken generell so weit wie möglich ab. Als Konsequenz aus den ungewissen Brexit‐Ausgang seien die Lager in Großbritannien ausreichend bestückt worden, um auch einen ungeregelten Austritt aus der EU verkraften zu können.
„Die Sport‐Tiedje-Gruppe ist in Europa breit aufgestellt und daher nicht von den Entwicklungen einzelner Märkte abhängig“, betont Grau in der Mitteilung. „Sollte es zu einem harten Brexit kommen und sich der Markt zunächst abschotten, wäre das für uns vielleicht sogar eine Chance, unsere Position als zweitgrößter Anbieter in Großbritannien auszubauen. Die Ressourcen haben wir, und neue Wettbewerber würden am Markteintritt gehindert.“


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