Nachhaltigkeit 23.09.2020, 08:13 Uhr

Salomon produziert künftig Schuhe in Frankreich

Die Outdoor-Marke gab im September seine Partnerschaft mit dem französischen Textilhersteller Chamatex beim Bau der Advanced Shoe Factory 4.0 (ASF 4.0), einer neuen Schuhfabrik bekannt. Die Fabrik wird nur 200 Kilometer von Salomons Hauptsitz in Annecy entfernt liegen.
(Quelle: Salomon)
Die neue Schuhfabrik ASF 4.0 wird in der Lage sein, Schuhe von Anfang bis Ende zu produzieren. Durch die Kooperationsvereinbarung sind sowohl Chamatex als auch Salomon als Aktionäre an ASF 4.0 beteiligt. Gegründet wurde ASF 4.0 von Chamatex, um im französischen Ardoix eine intelligente Fertigung (bekannt als „4.0 Industry Tool“) für die automatisierte Produktion von Sportschuhen zu planen, zu bauen und zu betreiben.

Eine lokale Produktion war seit langem auch Wunsch und Plan der Marke Salomon, die 1947 in den französischen Alpen gegründet wurde und heute mehr als 700 Mitarbeiter am Hauptsitz in Annecy beschäftigt. Dazu Guillaume Meyzenq, Vizepräsident Footwear bei Salomon: „So nah wie möglich an unseren Kunden zu sein und schneller auf ihre Anforderungen reagieren zu können, entspricht Salomons Vision in Sachen Verantwortung und Innovation. Als Chamatex die Partnerschaft für das ASF 4.0- Projekt vorschlug, war das die perfekte Gelegenheit für uns, einen Teil der Produktion näher an unser Zuhause zu rücken und das Schuhmacherhandwerk wieder nach Frankreich zurückzubringen. Wir erwarten nicht nur eine Verkürzung der Entwicklungszyklen unserer Produkte, sondern auch eine Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks während der Entwicklungs- und Transportprozesse."
Für Salomon sind die Vorteile einer lokalen Produktion vielfältig. Zum Einen wird die optimierte Logistik eine schnellere Markteinführung und eine schnellere Reaktion auf lokale Produktbedürfnisse ermöglichen, wie beispielsweise potenzielle Lagerengpässe auf dem europäischen Markt. Zum Anderen wird die lokale Produktionsstätte eine größere Flexibilität bei der Entwicklung der Produktlinien von Salomon bieten und es dem Unternehmen ermöglichen, neue Modelle zu testen, die möglicherweise in kleineren Mengen produziert werden. Der Einsatz von Robotern in der Fabrik rationalisiert auch den Montageprozess und bietet eine wettbewerbsfähige Lösung gegenüber asiatischen Produktionskosten.
Darüber hinaus ist eine lokale Produktion umweltfreundlicher, weil sie den CO2- Fußabdruck minimiert, der mit dem Warenversand von Fabriken in Übersee verbunden ist. Der Bau von ASF 4.0 wird außerdem neue Arbeitsplätze in Frankreich schaffen, da etwa 50 neue Mitarbeiter, von qualifiziertem Produktionspersonal bis hin zu Ingenieuren und Programmierern, für den Standort benötigt werden. Chamatex, Textilhersteller seit 1980, wählte Salomon als Hauptpartner für den Bau der ASF 4.0- Fabrik aufgrund der bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen und des in dieser Zeit erworbenen technischen Know-hows.
Die Zielsetzung ist klar definiert: Bis 2025 sollen pro Jahr 500.000 Paar Schuhe im neuen Werk produziert werden. 50 Prozent davon werden von Salomon sein. Die andere Hälfte ist für verschiedene andere Partner von Chamatex. Die bei ASF 4.0 hergestellten Salomon Schuhe werden in ganz Europa vertrieben und zu 100 Prozent in dieser einen Fabrik gefertigt. Sie werden entsprechend mit „Made in France“ gekennzeichnet. „Dieses Projekt entspricht voll und ganz unserem sozialen und umwelttechnischen Ansatz,“ sagte Marie-Laure Piednoir, Leiterin des Nachhaltigkeitsprogramms bei Salomon. „Durch das 2016 initiierte Salomon Play Minded Programm und die Unterzeichnung der UN Fashion Industry Charter for Climate Action im Jahr 2018 ist Salomon wichtige Verpflichtungen eingegangen, wie beispielsweise die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um 30 % bis 2030 und die Klimaneutralität bis 2050.“

Susa Schreiner
Autor(in) Susa Schreiner

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