Interview 05.04.2021, 15:10 Uhr

Ein zweiter Anlauf in Richtung Olympia

Gesa Felicitas Krause hat wieder ein Ziel vor Augen. Die Europameisterin über 3.000 Meter Hindernislauf blickt voller Zuversicht auf das Olympiajahr 2021. Von der Austragung des Großereignisses ist die Sechste der Olympischen Spielen von Rio überzeugt. 
Gesa Krause
(Quelle: Puma)
Du hast Dir eine kleine Auszeit genommen, um mit dem schwierigen Sportsommer 2020 abzuschließen. Wie geht es dir jetzt?
Die Olympia Verschiebung habe ich anfangs erstmal verdrängt, doch mit den ständig folgenden Wettkampfabsagen ist dann irgendwie das Ziel vor Augen weggebrochen. Am Ende des Sommers gab es dann zwar ein kleines Wettkampfangebot, aber irgendwie hat mir die mentale Kraft gefehlt. Meine Auszeit war nicht länger als sonst nach einer Saison. Ich habe jedes Jahr einen Monat Pause. Anders war im letzten Jahr eigentlich nur, dass ich so gut wie keine Wettkämpfe absolviert und meine Saisonpause etwas früher begonnen habe. Ich wollte einfach mal weg von allem, das Jahr verarbeiten und mich sammeln und neu ausrichten, um einen zweiten Anlauf in Richtung Olympia zu nehmen.  
Du trainierst wieder fleißig – in Lockdown-Zeiten ja dennoch möglich. Wie blickst du auf die kommende Saison? 
Das Training hat schon Ende September begonnen. Nach vier Wochen aktiver Erholung, welches meine Saisonpause war. Eine allzu lange Pause gab es nicht. Wichtig ist, dass man mentale Frische für das Training mitbringt. Der Lockdown ist eine große Belastung für alle. Das Training konnte ich aber ohne größere Beschwerden durchführen. 
Momentan scheint die Stimmung in Japan eher olympiakritisch. Was denkst du, gibt es noch Hoffnung, dass die Olympischen Spiele tatsächlich stattfinden oder anders gefragt – sollte man jetzt schon wieder zur Normalität übergehen?
Ich glaube fest daran, dass die Olympischen Spiele stattfinden. Es wird anders sein, als man es kennt. Keine Zuschauer und keine Ausländer im Land sind mit Sicherheit die Realität. Zudem befürchte ich, dass das Aufeinandertreffen im Olympischen Dorf nicht stattfinden kann bzw. durch ein Hygienekonzept streng reguliert werden wird. 
Puma gibt 2021 Vollgas im Segment Running – inwieweit bist du beim Entwicklungsprozess neuer Produkte involviert?
Ich freue mich so sehr darüber, Teil einer deutschen Firma zu sein und Puma mit meinem Know-How als Athlet ein Feedback zu geben. Es freut mich, dass ich als Athlet gehört werde und dass von Unternehmensseite wiederum großen Wert auf das Feedback der Athleten gelegt wird. Zudem hat Puma ein paar tolle Schuhe entwickelt, die auf dem Laufmarkt mit Sicherheit ein Statement setzen werden. 
Running zählt zu den großen Gewinnern der Krise. Viele Neueinsteiger haben das Laufen für sich entdeckt. Wie beurteilst du in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Laufsports?
Das tolle am Laufsport ist, dass man ihn zu jeder Zeit an jedem Ort ausüben kann. Man benötigt lediglich ein paar Schuhe und bequeme Kleidung. Gerade in Zeiten von Corona hat das Laufen einen hohen Stellenwert. Wenn sonst nichts mehr möglich ist, hat man immer noch die Option sich in der Natur laufend vorwärts zu bewegen. 
...und was rätst du motivierten Anfängern, wie man am besten am Ball bleibt?
Aller Anfang ist schwer. Ich finde es so wichtig, dass man jeden kleinen Fortschritt wahrnimmt und wertschätzt. Ich sage immer der Weg ist das Ziel und somit sollte man die Etappen bewusst angreifen, wahrnehmen und schätzen. Niemand wird über Nacht zum Superstar und dass ist doch auch gut so. Auch bei mir geht es manchmal beschwerlich voran. Das ist ganz normal. Aber ist es nicht spannend herauszufinden, wie weit man kommen kann, wenn man am Ball bleibt. 
Dein Wunsch für dieses Jahr? 
Gesundheit und eine Medaille bei Olympia. 

Astrid Schlüchter
Autor(in) Astrid Schlüchter


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