Auf ein Wort 24.11.2020, 08:30 Uhr

Langlaufen ist Pandemie-geeignet

Der deutsche Biathlet Arnd Peiffer sieht in Pandemie-Zeiten auch Chancen für den Sport. Seine größten Erfolge sind die Siege bei den Olympischen Winterspielen 2018 und den Biathlon-Weltmeisterschaften 2011...
Arnd Peiffer
(Quelle: MTS)
Seit dem 2.11. befindet sich Deutschland erneut im Lockdown, wenn auch als Light-Variante angekündigt. Was bedeutet das für Sie als Profisportler im Hinblick auf die kommende Saison, die ja eigentlich schon in den Startlöchern steht?
Um trotz aller Einschränkungen trainieren zu können, müssen wir vor jedem Trainingslager alle Athleten, Trainer und Betreuer auf  das Corona-Virus testen. Zwischen den Trainingslagern trainiere ich häufig allein. Das ist natürlich ein großer Aufwand, aber wir sind natürlich froh, dass wir überhaupt trainieren können.

…werden wir überhaupt Weltcups erleben, stehen uns im Biathlon Geisterrennen bevor und was bedeutet das am Ende für den Sport und für euch Athleten?
Für uns Athleten ist aus jetziger Sicht schwer absehbar, ob wir Ende November in die Weltcup-Saison starten können und die ersten Wettkämpfe austragen können. Es gibt zwar ein geändertes Programm und natürlich ein umfangreiches Hygienekonzept, trotzdem sind wir darauf angewiesen, dass alle Nationen an einen Ort reisen dürfen. Wäre dies nicht möglich, kann auch kein Weltcup stattfinden. Trotzdem bereiten wir uns gerade so vor, als wäre ein Saisonstart nach Plan sicher. Leider gehe ich derzeit davon aus, dass wir bis mindestens Januar ohne Zuschauer auskommen müssen. Gerade für Oberhof ist das sehr schade, da dieser Ort durch die Begeisterung der Zuschauer so einmalig ist.

Wie schaffen Sie es in dieser schwierigen Situation das gewohnte Training dennoch einigermaßen geregelt zu absolvieren? 

Im April und Mai konnte ich nicht wie gewohnt trainieren, sondern habe mich ganz allein vorbereitet. Das war gelegentlich etwas einsam. In den folgenden Monaten konnten wir wieder in kleinen Gruppen trainieren, wodurch sich das Training normalisiert hat. Jetzt befinden wir uns an einem ähnlichen Punkt wie im April. Um trotzdem in Gruppen trainieren zu können, werden wir vor jedem Trainingslager Tests durchführen und ein striktes Hygienekonzept umsetzen.

…wie oft kommen dabei Trainingshilfen von Schildkröt zum Einsatz und wie kam es zu der Zusammenarbeit mit MTS/Schildkröt? Wurden Produkte in Zusammenarbeit mit Ihnen entwickelt?

In jeder Trainingswoche nutze ich Trainingsgeräte von Schildkröt. Zuhause habe ich einen kleinen Fitnessraum, in dem ich häufig an meiner Rumpfstabilität arbeite. 
Vor zwei Jahren habe ich bei einem Biathlon-Schnuppertraining in Großhartpenning vorbeigesehen. Dort habe ich Sebastian Frey, Geschäftsführer bei MTS, kennengelernt. Seitdem habe ich mehrere Fotoshootings für Schildkröt gemacht und hatte dabei jedes Produkt in der Hand oder im Einsatz. Da konnte ich natürlich gleich mein Feedback loswerden. Entwickelt habe ich aber noch kein Produkt.

Ihre Lieblingstrainingshilfe von Schildkröt? Was kommt regelmäßig zum Einsatz?
Die Fitness-Matte und die MF-Roll habe ich immer im Gepäck. Gern nutze ich auch den Slingtrainer und das Balance-Board.

Denken Sie die Pandemie (vorausgesetzt wir bekommen einen guten Winter mit viel Schnee) birgt auch Chancen für die nordischen Disziplinen, weil die Menschen vermehrt auf Individualsport (Langlauf, etc..) setzen, der ohne Liftanlagen möglich ist? 
Den Effekt hat man schon in diesem Frühjahr beobachten können. Ich habe auf meiner Laufrunde im Wald so viele andere Läufer gesehen wie noch nie zuvor. Viele Menschen haben angefangen zu Hause ihre Fitness zu verbessern. Das Langlaufen ist eine geniale Sportart – und dabei auch pandemiegeeignet. Bei guten Schneeverhältnissen rechne ich mit einem Boom.

…ein Blick in die Zukunft. Gibt es auch Chancen, die die Pandemie für den Sport mit sich bringt?
Ich habe gelesen, dass in Deutschland seit dem ersten Lockdown es mehr als eine Million neue Freizeitläufer gibt. Wenn davon nur 20 Prozent dauerhaft dabei blben, wäre das schon ein toller Effekt. Darüber hinaus werden wir viele Dinge, wie etwa gemeinsam Sport zu treiben, wieder mehr zu schätzen wissen.






Schlüchter Astrid
Autor(in) Schlüchter Astrid



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