Covid-19 19.05.2020, 11:27 Uhr

So meistert Leki die Corona-Krise

Home-Office statt Büro, Ein-Schicht-Betrieb statt volle Produktionsauslastung und ganz unerwartete Verkäufe in verschiedenen Segmenten - mithilfe eines effektiven Krisenmanagement bringt die Leki-Geschäftsführung das Unternehmen durch diese schwierige Zeit.
Die Leki-Geschäftsführer (v. l. n. r.): Martin Rominger, Waltraud Lenhart, Matthias Hatt
(Quelle: Leki)
Im März überschlugen sich die Corona Schlagzeilen, weswegen Leki bereits am 16. März 2020 auf mobiles Arbeiten und Home-Office umgestellt hat. Und das funktionierte ohne Probleme, wie Geschäftsführer Martin Rominger berichtet: „Die Grundlagen für eine digitale Infrastruktur wie IP-Telefonie, Web Meetings oder abteilungsübergreifender Datenbanken sind bei Leki gelebte Praxis.“ Die neue Situation wurde so schnell angenommen. „Die Mitarbeiter haben sehr verantwortungsvoll und mit starkem Teamgeist auf die rasche Veränderung reagiert“, erklärt Waltraud Lenhart. Die eigene Produktion in Tschechien läuft seit Anfang der Krise ohne Unterbrechung. Leki produziert aktuell zwar nur im Einschicht-, statt im Zweischicht-Betrieb, aber es gilt die platzierten Aufträge speziell in herausfordernden Zeiten wie diesen verlässlich und fristgerecht zu liefern. „Unsere eigene Produktion erlaubt es uns Rohmaterialien vorzuhalten und auf den aktuellen Bedarf schnell anzupassen. Wir können die Produktion über Nacht wieder hochfahren und in wenigen Tagen wichtige Bestseller verkaufsfertig ausliefern“, erklärt Rominger. Natürlich ist auch Lekie bei bestimmten Komponenten oder Materialien von spezialisierten Zulieferern abhängig. Insgesamt erlaubt die hohe Wertschöpfungstiefe jedoch ein hohes Maß an Flexibilität. „Made in Europe wird jetzt belohnt“, fasst Rominger die Situation zusammen.

Die aktuelle Situation hat auch neuen Bedarf in bestimmten Segmenten hervorgebracht. So kamen im März und April rund 90 Prozent der Nachorder aus Deutschland aus dem Nordic Walking Segment. „In den vergangenen Wochen mussten sich alle an die Social Distancing-Regeln halten, Nordic Walking kann man aber alleine direkt vor der eigenen Haustüre ausüben. Das hat sich als guter Ausgleich erwiesen.“, erklärt Geschäftsführer Matthias Hatt. Doch auch andere Segmente verzeichneten eine Nachorder. International wurden auch Produkte aus dem Trail Running Bereich nachbestellt, trotz Absage nahezu aller wichtigen Rennen. „Spezialist und Marktführer in mehreren Produkt-Kategorien zu sein, verschafft uns in dieser schwierigen Phase ein hohes Maß an Stabilität“, sagt Hatt. So kann der Handel von Leki für den Sommer 2021 zu 95 Prozent Durchläufer und somit Planungssicherheit erwarten. Zu neuen Produkten und Innovationen verrät Hatt: „Die aktuelle Situation hält uns natürlich nicht davon ab mit den 5 Prozenten Neuheiten Akzente zu setzen und den Kunden zu begeistern. Viele Innovationen benötigen zudem Zeit um beim Endverbraucher anzukommen.“

Die aktuelle Situation beschleunigt bei Leki viele Prozesse, die seit Monaten, teilweise bereits seit Jahren angestoßen sind. Die Welt ist über Nacht noch digitaler geworden und das Unternehmen reagiert schnell und effektiv auf diese Veränderung. Leki wird dem Handel ab der Wintersaison 20/21 hochwertigen Content für die Online-Präsentationen bereitstellen. „Denn Spitzenprodukte müssen auch herausragend präsentiert werden. Das gilt stationär wie online. Die Qualität des Contents heben wir damit auf ein neues Level“, erklärt Hatt. Insgesamt setzt Leki neben klassischen Kampagnen auch auf Social Media. So wird die neue Produktgruppe Cross Trail primär über Influencer im Markt positioniert. Damit vertraut Leki der Zielgruppe selbst als Botschafter für die neue Kategorie aufzutreten. Auch das Sales Meeting im Mai in Tschechien wurde innerhalb kürzester Zeit auf digitale Beine gestellt. Hierbei setzt Leki auf eine hochwertige Video-Produktion gemeinsam mit einer führenden Agentur aus dem Stuttgarter Raum. „Wir sind von dem Format überzeugt, so dass wir auch in Zukunft ausgewählte internationale Meetings durch Video-Produktionen ersetzen können. Dadurch erhöht sich die Reichweite und reduziert die Notwendigkeit von Geschäftsreisen.“, fasst Hatt die Situation zusammen.

Waltraud Lenhart hat einen besonderen Blick auf die aktuelle Situation: „Ich bin nun seit über 40 Jahren ein Teil von Leki und es gab in der Vergangenheit immer wieder Herausforderungen, die oft sehr schwierig und bedrohlich für die Firma waren. Vor einer zunächst unlösbaren Aufgabe standen wir auch 2012 durch den Unfalltod meines Mannes. Mit der Bereitschaft zur Veränderung, mit Teamgeist und einem starken Willen hat Leki diesen Neustart gemeistert. Agilität und Flexibilität sind dabei für unseren Erfolg unablässig. Wir stellen heute und auch in Zukunft sicher, dass sich unsere Partner und unsere Kunden auf Leki verlassen können.“

Autor(in) Schlüchter Astrid

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