Comeback 04.02.2019, 12:32 Uhr

Kettler sendet Lebenzeichen auf der Ispo

Neustart nach der Übernahme: Die Sauerländer Traditionsmarke stellt auf der Ispo nicht ihre Fitnessgeräte in den Mittelpunkt, sondern versucht, Kunden und Geschäftspartner von ihrer neuen Strategie zu überzeugen.
Kettler-Messestand: Comeback im Mittelpunkt
(Quelle: Kettler)
Der krisengeplagte Freizeit- und Sportartikelproduzent Kettler, der Ende 2018 kurz vor dem endgültigen Aus stand (spomo berichtete), meldet sich auf der Ispo zurück. Unter dem Motto „The Greatest Comeback Ever“ läute es eine neue Ära ein, erklärt das Unternehmen.
Mit seinem Ispo-Standkonzept beziehe sich Kettler auf einige große Comebacks der Sportgeschichte, etwa von Muhammad Ali, Martina Navratilova, Tiger Woods oder Niki Lauda. Comebacks hätten die Sportler nach einer schweren gesundheitlichen oder persönlichen Krise häufig erst legendär gemacht. Die Parallele zum Unternehmen Kettler sei nachvollziehbar und gewünscht, heißt es in einer Mitteilung.
Der prägnante und gleichermaßen provokante Slogan solle ein Versprechen an Kunden, Geschäftspartner und auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein und als Leitbild dienen. „Wir haben für unsere Kunden und Geschäftspartner ein Konzept mit Zielen entwickelt, die es kurz- und mittelfristig zu erreichen gilt. Dieses beinhaltet zum Beispiel eine stringente Sortimentsüberarbeitung, aber auch die Implementierung von Fachbeiräten aus dem Kundenkreis oder die internationale Weiterentwicklung der Marke“, sagt Olaf Bierhoff, Geschäftsführer der Kettler Freizeit GmbH, in einem Statement.
Die Marke mit 70-jähriger Geschichte spricht von einem „aussichtsreichen“ Start ins neue Jahr und hat sich vor der Ispo bereits mit den entsprechenden Geschäftsbereichen auf der Internationalen Möbelmesse in Köln und der Spielwarenmesse in Nürnberg präsentiert.
Ende 2018 hatte die Frankfurter Investmentgesellschaft Lafayette Mittelstand Capital das Sauerländer Traditionsunternehmen mit allen drei Sparten (Gartenmöbel, Sport- und Fitnessgeräte, Spielgeräte) übernommen und sich die von der Heinz-Kettler-Stiftung gehaltenen Markenrechte für die USA und Großbritannien gesichert.
Zuvor hatte Kettler seit Längerem versucht, seine existenzbedrohende Krise zu überwinden. Im Juni 2015 hatte die Marke Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Im März 2016 hatte das Unternehmen das Verfahren beendet, ab April wieder voll produziert. Anfang März 2017 verstarb Karin Kettler, die Erbin des Sport- und Freizeitartikel-Herstellers. Sie hatte sich erst im April 2016 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.
Im Juli 2018 stellte Kettler einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung, um sich mithilfe der Luxemburger Finanzholding Altera Capital neu aufstellen zu können. Sie sprang allerdings ab.
Die Sanierung des Unternehmens in Ense-Parsit wurde erschwert durch Streitigkeiten zwischen der Kettler-Geschäftsführung und der Heinz-Kettler-Stiftung. Deren dreiköpfiges Kuratorium war im Vorfeld der Kettler-Übernahme Mitte Dezember 2018 von der Bezirksregierung abgesetzt worden.


Das könnte Sie auch interessieren