Technologie 11.11.2020, 09:13 Uhr

Bio-Faser für die Zukunft

Goldwin launcht Anfang November einen minimalistischen Stricksweater aus „Brewed Protein",  einem biobasierten Proteinpolymer. Hergestellt mithilfe eines mikrobiellen Fermentationsverfahrens, besteht es ausschließlich aus nachhaltigen, pflanzlichen Rohstoffen.
(Quelle: Goldwin)
In jahrelanger Forschungsarbeit entwickelte Spiber, ein Unternehmen mit dem Goldwin seit fünf Jahren kooperiert, das innovative Material Brewed Protein. Hergestellt in einem mikrobiellen Fermentationsverfahren besteht es aus nachhaltigen, pflanzlichen Rohstoffen. Die vegane Faser leistet einen entscheidenden Beitrag zur Vision von kunststofffreier Bekleidung. Ein wichtiger Meilenstein in der Zusammenarbeit von Goldwin und Spiber, ist nun „The Sweater“: Der funktionelle, minimalistische Unisex Sweater. Die Anzahl ist weltweit streng limitiert und Interessenten können sich ausschließlich online bewerben, um den exklusiven Sweater zu bestellen.
Proteinpolymer "Brewed Protein"
Ähnlich wie Spinnenseide besteht die neue Faser aus Hochleistungs-Biomaterialien. Doch statt Spinnen, stellen präzisionsgefertigte Mikroorganismen dieses biobasierte Proteinpolymer her. Das sogenannte Brewed Protein ist eine pflanzliche Biomasse, die durch ein speziell von Spiber entwickeltes Fermentationsverfahren entsteht. Anschließend kann die Faser vielseitig weiterverarbeitet werden, von zarten Filamentfasern bis zu kaschmirartigen, weichen Garnen. Die innovative Faser weist die thermischen Eigenschaften von Wolle auf und überzeugt durch eine entsprechend angenehme Haptik. Für mehr Tierwohl: Brewed Protein ist nicht nur eine potenzielle Alternative für Textilfasern, durch ein spezielles Fertigungsverfahren kann es auch als überzeugende Pelz- oder Lederalternative genutzt werden. Zudem lässt es sich zu Harzen verarbeiten, die Schildpatt oder Tierhorn sehr ähnlich sind.
Zusätzlich zu seinen vielseitigen Einsatzmöglichkeiten könnte Brewed Protein in der Zukunft auch Umweltprobleme lösen: So ist Erdöl als Rohmaterial, anders als bei Polyester und Nylon, zum Beispiel kein Hauptbestandteil. Das mikrobielle Fermentationsverfahren hat zudem das Potenzial, künftig Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Energie zu sparen. „Diese Faser könnte die Zukunft der Bekleidungsindustrie revolutionieren und aktuelle Umweltprobleme, die bei der Produktion von Kunstfasern entstehen, lösen. Wir möchten das Kernmaterial der nächsten Generation entwickeln und den Weg für eine nachhaltigere Gesellschaft ebnen“, sagt Takao Watanebe, Präsident der Goldwin Inc. und Development Executive. Die Faser hat zudem das Potenzial, als Rohstoff künftig komplett biologisch abbaubar zu sein, es bildet keine umweltschädlichen Mikroplastiken.

Susa Schreiner
Autor(in) Susa Schreiner

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