Interview 16.02.2021, 13:40 Uhr

Wir setzen auf langsames Wachstum.

Erfunden vor elf Jahren vom Windsurf Vize-Weltmeister & Sportwissenschaftler Moritz Martin und hergestellt in der hauseigenen Manufaktur aus beinahe 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen, zählt das Unternehmen Sensosports eindeutig zu den Gewinnern der Pandemie. 
Moritz Martin
(Quelle: Sensosports)
Warum? Weil sich in Zeiten von Lockdown und Kontaktbeschränkungen mit dem Sensoboard optimal Balance und Koordination in den eigenen vier Wänden trainieren lässt. Uns sonst? sport+mode im Gespräch mit Sensosports-Gründer Moritz Martin...
Wie sind Sie durch die Pandemie gekommen?
Bereits seit der Gründung der Firma vor elf Jahren haben wir uns auf ein langsames, stetiges Wachstum konzentriert. Dies zahlt sich jetzt aus. Dazu kommt, dass wir auf den Patentschutz gebaut haben, der uns wiederum die Angst vor Nachahmern nimmt. Ich denke unsere nachhaltige Geschäftsentwicklung lässt uns die Corona-Krise besser überstehen. Wenn auch wir natürlich davon betroffen sind, dass zum einen der Fachhandel und zudem die Fitnessstudios geschlossen sind und keine Präventionskurse stattfinden können. Da der Endkundenbereich jedoch Dreiviertel unseres Umsatzes ausmacht, profitieren wir momentan sogar von den Auswirkungen der Pandemie – der Homefitnessbereich und die Nachfrage nach Kleingeräten wie z.B. unserem Sensoboard sind sogar gestiegen. 
Wie unterstützen Sie in diesen harten Zeiten den stationären Fachhandel?
Da unsere Fachhandelspartner im Lockdown sind und viele auf die Schnelle keinen eigenen Onlineplattform aufstellen konnten, versuchen wir das Handling zu erleichtern. Shops können Online bei uns bestellen und wir übernehmen den Versand zum Kunden. Dadurch können wir zumindest ein wenig verhindern, dass die Bestellungen über die großen Plattformen laufen.  
…und wie wichtig denken Sie ist neben dem Onlinegeschäft die Beratung vor Ort im Fachhandel?
Der Beratungsbedarf unserer Produkte ist relativ hoch – deswegen setzen wir auch verstärkt auf langfristige Partnerschaften mit dem Fachhandel. Wir statten stationäre Partner mit Testgeräten aus. Dort kann der Kunde dann die Boards live ausprobieren und sich zudem auch noch beraten lassen – denn rein durch Videos und Onlinebeschreibungen lässt sich kaum die Differenzierung zu herkömmlichen Balanceboards schaffen. Ich denke gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig Kundennähe und guter Service sind. 
Denken Sie das Sportverhalten hat sich in Zeiten der Krise verändert?
Auf jeden Fall. Dennoch, geht die Schere – ähnlich wie im sozialen Bereich – weit auseinander. Die sozial Schwachen werden abgehängt. Outdoor-begeisterte, sportaffine und trainingsorientierte Menschen wiederum sind sogar aktiver. Dieser Gruppe fällt es am Ende auch leichter, sich selbst zu motivieren. Andere wiederum brauchen den Kontakt zu anderen Menschen in Vereinen oder Fitnessstudios, um sportlich aktiv zu werden. Trotz allem, das kleinere Cluster an Kontakten gewinnt wieder an Substanz und man weiß, die Bewegung draußen in der Natur wieder zu schätzen. 
Für wen eignet sich das Board und was lässt sich damit trainieren?
Auf Grund der vielen Anpassungsmöglichkeiten des Systems decken wir ein breites Einsatzspektrum ab und sprechen deswegen auch unterschiedliche Sportlergruppen an. In der Familie zählt der Spaßfaktor, in der Physiotherapie bieten wir mit dem Sensoboard ein mechanisches Pendant zum Vibrationstraining, es lassen sich auf längere Sicht ganzkörperliche Reaktionsmuster entwickeln, da entsprechende Ausgleichsbewegungen notwendig sind, ganz zu schweigen von den leistungssteigernden Effekten, die Profisportler beim täglichen Training erfahren.    
2021 startet sogar die neue Kooperation mit dem Deutschen Tennisbund…
Ja, ich freue mich sehr, dass wir dem DTB und seinen jungen Tennisspielern mit unseren Sensoboards ein Koordinationstraining ermöglichen können, das die Leistung auf dem Platz verbessert und nebenbei noch das Risiko von Verletzungen reduziert. Die Kooperation ist für unser Unternehmen ein Meilenstein, denn genau zehn Jahre nach Gründung und Erfindung des patentierten Sensoboard-Systems gehen wir mit dem DTB die erste Ausstattungs-Partnerschaft im Spitzensport ein. 



Astrid Schlüchter
Autor(in) Astrid Schlüchter


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