Untersuchung 03.04.2019, 12:47 Uhr

Deutscher Fitnessmarkt wächst weiter

Eine neue Deloitte-Studie bescheinigt dem Fitnessmarkt einen anhaltenden Wachstumstrend. Demnach wuchsen 2018 die Zahl der Mitgliedschaften und der Gesamtumsatz. Im Europa-Vergleich sei das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft. 
Kardio-Bereich im McFit-Studio Regensburg
(Quelle: McFit)
Mehr Mitglieder, mehr Studios, höhere Umsätze – in allen Kernkennzahlen verbuchte die Fitnessbranche 2018 neue Höchstwerte, konstatiert die Deloitte-Studie "Der deutsche Fitnessmarkt". Demnach konnten die Fitnessstudios hierzulande im vergangenen Jahr 11,09 Millionen Mitgliedschaften verzeichnen, ein Wachstum von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtumsatz stieg laut Deloitte um 2,5 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro, während die Anzahl der Fitnessanlagen um 3,9 Prozent auf 9.343 anwuchs.
"Es ist nicht verwunderlich, dass die Branche 2018 in allen Kernkennzahlen neue Höchstwerte erzielt hat", sagt Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte, laut Mitteilung: Das Training passe perfekt zum Zeitgeist, Fitnesssport sei zeitlich flexibel und man könne gezielt auf bestimmte Wunschergebnisse hinarbeiten. Gleichzeitig gebe es aber noch Spielraum für weiteres Wachstum.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfer und Berater zeugen ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 3,2 Prozent sowie ein durchschnittlicher Mitgliederzuwachs von 5,1 Prozent seit 2014 von einer nachhaltig positiven Entwicklung der Branche. Einen Rückgang verzeichneten ihren Angaben zufolge in den letzten Jahren lediglich die durchschnittlichen Umsätze pro Mitgliedschaft, die auch 2018 um 1,9 Prozent rückläufig waren. Sie umfassen sowohl Umsätze aus Mitgliedsbeiträgen (43,35 Euro pro Monat), als auch Zusatzeinnahmen (4,32 Euro pro Monat), beispielsweise für Tageskarten, Massagen oder Personal Training.
Discountanbieter treiben Entwicklung an
Ursache dieser Entwicklung sei das überproportionale Mitgliederwachstum bei Discountanbietern, die ihren Kunden Monatsverträge von 30 Euro oder weniger anbieten, erklärt Deloitte. So zeichneten allein die vier mitgliederstärksten Discountanbieter – die McFIT Global Group, Fit X, Clever Fit und Eaysfitness – mit 344.000 zusätzlichen Mitgliedschaften für den Großteil des Gesamtwachstums von 480.000 Mitgliedern im deutschen Fitnessmarkt verantwortlich. 
Parallel zum deutschen setzte auch der europäische Markt 2018 seinen Wachstumstrend fort, teilt Deloitte mit: Die heute vorgestellte europaweite Studie "European Health & Fitness Markt Report 2019" weist einen Anstieg der Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 62,2 Millionen Mitglieder aus. Dabei konnte der deutsche Markt seine Spitzenposition vor dem Vereinigten Königreich (9,9 Millionen), Frankreich (6,0 Millionen), Italien (5,5 Millionen) und Spanien (5,3 Millionen) ausbauen, stellen die Berater fest.
Auch umsatzseitig rangiert der deutsche Fitnessmarkt laut ihrer Studie vor dem Vereinigten Königreich (5,25 Milliarden Euro) und bildet den größten Ländermarkt Europas. Insgesamt wurde 2018 im europäischen Fitnessmarkt ein Gesamtumsatz von 27,2 Milliarden Euro erzielt. Bei den durchschnittlichen monatlichen Bruttomitgliedsbeiträge zahlen die Schweizer (64,20 Euro) mit Abstand am meisten, auch bedingt durch das generell hohe Preisniveau. Deutschland liegt den Deloitte-Zahlen zufolge in diesem Punkt nach den Eidgenossen, dem Vereinigten Königreich, Irland und Österreich auf Platz 5 in Europa.
Deutschland bei Fitnessstudio-Mitgliedschaften nur Mittelmaß
Der deutschen Fitnessindustrie stehen noch weitere Wachstumspotenziale offen: Mit einer Penetrationsquote, also dem Verhältnis der Fitnessstudio-Mitgliedschaften zur Gesamtbevölkerung, von 13,4 Prozent liege Deutschland in Europa nur im Mittelfeld und deutlich hinter Ländern wie Schweden (21,6 Prozent), Norwegen (21,4 Prozent) oder Dänemark (18,6 Prozent), konstatieren die Studienautoren.
"Auch wenn zu diesen Ländern strukturelle Unterschiede bestehen, offenbart dies weiteres Wachstumspotenzial für den deutschen Fitnessmarkt", sagt Karsten Hollasch, Leiter Consumer Business bei Deloitte, laut Mitteilung. "Bereits eine Penetrationsquote von 20 Prozent entspräche einem Zuwachs von 5,5 Millionen hierzulande mit dann insgesamt 16,6 Millionen Mitgliedern."
Um dieses Ziel zu erreichen, sei die weitere kontinuierliche Entwicklung des Angebots wichtig, betont Hollasch. Als Beispiele nennt er eine noch flächendeckendere Verfügbarkeit von Fitnessanlagen sowie die Entwicklung neuer Angebotsformate, auch für bislang weniger erschlossene Zielgruppen.


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