Covid-19 28.04.2020, 10:51 Uhr

Bleed zeigt in Krisenzeiten Charakter

Nur verkaufsförderndes Greenwashing oder konsequent in allen Belangen? Die Corona-Krise zeigt, welche Unternehmen es mit nachhaltigem Wirtschaften ernst meinen und entsprechend ganzheitlich handeln. Das vegane Modelabel Bleed als Beispiel.
(Quelle: Bleed)
Die Corona-Krise verändert das Leben, viele Unternehmen kämpfen ums Überleben. Vor allem kleinere Firmen und Labels, die es vorher schon schwer hatten, gegen die Branchengrößen zu bestehen, sind betroffen. In der Modebranche sind das vor allem kleine Fair-Fashion-Marken, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, neue Wege zu gehen. Konsequent nachhaltige Wege, die weder Mensch noch Natur schaden, deren Zweck des Wirtschaftens deshalb auch nicht rein profitorientiert definiert ist. 
Die 2008 im beschaulichen Helmbrechts in Franken gegründete Marke Bleed geht diesen sozial-ökologischen Weg. Keine Qual, kein Mord, kein Gift heißt das ungeschriebene Gesetz des veganen Labels. Die fair produzierte Sports- und Streetwear zeichnet sich durch die Verwendung von nachhaltigen Alternativen zu herkömmlichen Materialien aus. Für seine Produkte verwendet Bleed möglichst recycelte, vegane Materialien. Seit September 2019 ist Bleed zudem ein klimaneutrales Unternehmen, das in der EU (Portugal) oder wenn möglich direkt in Deutschland produziert. Dass das Label damit eigentlich auf einem zukunftsträchtigen Weg ist, zeigte unter anderem die diesjährige Auszeichnung des Produktes mit dem Green Product Award & Green Concept Award 2020. Dann kam Corona.
„Klar kämpfen auch wir mit den wirtschaftlichen Folgen der Krise und des Stillstands, aber gerade jetzt zeigt sich, dass es mit grenzenlosem Konsum und dem Produktionswahn in der Modebranche so nicht weitergehen kann. Nachhaltigkeit ist eine Lebenseinstellung. Es geht um das richtige Miteinander auf unserem Planeten, um bewussten Konsum. Gerade in Krisenzeiten wie jetzt sind Solidarität und Engagement wie auch Offenheit und Flexibilität eines Unternehmens enorm wichtig“, sagt Michael Spitzbarth, Gründer und Geschäftsführer von Bleed. Das Label zeigt sich gegenüber Kunden, Mitbewerbern, Händlern, Partnern und Lieferanten schon immer sehr transparent und hält intensiven Kontakt mit allen Zielgruppen, unter anderem auch in den sozialen Medien. Gemeinsam mit anderen lokalen Händlern und Labels hat man unter dem Hashtag bettertogether gerade ein erfolgreiches, gemeinsames Gewinnspiel initiiert, das mit Gutscheinen für die Zeit nach Corona den Handel unterstützen soll. In Zusammenarbeit mit einem Produzenten in Portugal lässt Bleed gerade Nasen-Mund- Schutze herstellen und spendet davon je verkauftem Stück ein Exemplar. Zudem engagiert sich das Label an der Initiative „Fair Fashion Solidarity“ (www.fair-fashion-solidarity.de). Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Modebranche zu retten. Zusammen wollen sie festgefahrene Strukturen der Branche aufbrechen und unter anderem die Kollektionszyklen in Einklang mit der Natur bringen.
„Unsere Mission ist es, die Menschen zu einem nachhaltigen Lifestyle zu inspirieren, der Spaß macht und einfach in das tägliche Leben zu integrieren ist“, sagt Spitzbarth. Wie jeder selbst sein Leben etwas nachhaltiger gestalten kann, zeigt Bleed unter anderem anschaulich in seinem Blog www.bleed-clothing.com/blog, wo viele lesenswerte Beiträge, praktische Tipps und Infos warten. „Wie arbeitet man in Corona-Zeiten auch im Homeoffice produktiv?“ oder „6 nachhaltige Dinge, die du schon lange einmal machen wolltest...“ sind nur zwei davon. Viele sehen extremen Konsum als Motor gegen eine drohende wirtschaftliche Rezession und bei so einigen Unternehmen werden die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit deshalb künftig wieder hintenanstehen. Bleed gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Schlüchter Astrid
Autor(in) Schlüchter Astrid


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