Studie 03.06.2019, 12:34 Uhr

Bargeldloses Zahlen verspricht Umsatz- und Kostensenkungs-Potenzial

Kleine und mittlere Unternehmen können durch das Anbieten bargeldloser Zahlungsverfahren den Neukundenanteil, den Umsatz und die Warenkorbhöhe steigern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von ECC Köln und Concardis.
Kontaktloses Bezahlen mit Karten fördert laut Studie die Abkehr vom Bargeld und ist derzeit noch wesentlich gängiger als Mobile Payment am PoS 
(Quelle: Apple)
Höhere Umsätze und Effizienzgewinne – beides können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durch bargeldlose Bezahlverfahren realisieren, und zwar branchenübergreifend. So fasst das ECC Köln die Ergebnis der neuen Studie "Besser bargeldlos als Bargeld los – Potenziale digitaler Zahlungsverfahren im Mittelstand" zusammen, die gemeinsam mit dem Bezahllösungsanbieter Concardis (Eschborn) in Deutschland durchgeführt wurde.
Demnach verzeichnen 53 Prozent der KMU einen positiven Einfluss von bargeldlosem Bezahlen auf den Umsatz und mehr als die Hälfte der Kunden bevorzugt ausschließlich bargeldloses Bezahlen, bei den besonders technik- und smartphoneaffinen Smart Consumern sind es sogar 70 Prozent. Während das kontaktlose Bezahlen mit Karte in Deutschland an Popularität gewinne, stecke das Mobile Payment noch in den Startlöchern, verlautbaren die Studienpartner in einer gemeinsamen Erklärung.
Ihrer Untersuchung zufolge setzt sich der Trend zur Kartenzahlung am Point of Sale in Deutschland fort: 52 Prozent der Kunden würden schon heute bevorzugen, nur bargeldlos zu bezahlen. Diese Entwicklung zum digitalen Bezahlen biete KMUs deutliche Potenziale für Umsatzsteigerungen, Effizienzgewinne und Kostensenkungen.
Tendenziell höhere Bons bei Kartenzahlung
Laut ECC/Concardis belegt die Studie den positiven Einfluss bargeldloser Zahlungen auf wichtige Unternehmenskennzahlen: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen gibt demzufolge an, durch bargeldlose Zahlungen einen positiven Effekt auf Umsatz (53 Prozent) und Neukundenanteil (51 Prozent) zu erzielen. Etwa die Hälfte der Kunden (49 Prozent) achtet mehr auf die Preise, wenn nur mit Bargeld bezahlt werden kann. Die Tendenz geht zu höheren Bons, wenn Kartenzahlungen akzeptiert werden: 43 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen durch bargeldlose Zahlungen einen Anstieg bei Bon- und Warenkorbhöhen.
Die Akzeptanz bargeldloser Zahlungen biete zudem erhebliche Effizienzgewinne für Unternehmen, unterstreichen die Studienpartner. Die Abrechnung von Bargeldzahlungen im Backoffice nehme mit durchschnittlich 29 Minuten rund 45 Prozent mehr Zeit in Anspruch als das Handling bargeldloser Zahlungen. Drei Viertel der KMU würden für die Abwicklung digitaler Zahlungen hingegen weniger als 20 Minuten pro Tag benötigen. Durch die Zeitersparnis bei nachgelagerten Prozessen ergäben sich weitere Einsparungspotenziale für Händler, Gastronomen und Hoteliers. Auch beim Kassiervorgang biete insbesondere das kontaktlose Bezahlen eine schnelle Abwicklung: Mehr als die Hälfte der Befragten KMU (52 Prozent) würden angeben, dass kontaktlose Zahlungen weniger Zeit in Anspruch nehmen als Bargeldzahlungen, heißt es in der Mitteilung.
"Die Ergebnisse unserer Studie belegen den positiven Einfluss bargeldloser Zahlungsakzeptanz auf den Umsatz und die Effizienz – gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen eine wichtige Erkenntnis", sagt Concardis-CEO Robert Hoffmann. Mit einfachen, innovativen Payment-Lösungen und ohne große Investitionen könnten Händler und Dienstleister Geschäftspotenziale heben und ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen. Kartenzahlungsakzeptanz mit Kontaktlosfähigkeit sei eine Mindestvoraussetzung dafür. "Insbesondere das Potenzial von Mobile Payment wird sich in den kommenden Jahren erst noch entfalten", prognostiziert Hoffmann. "Unternehmen sollten sich frühzeitig vorbereiten, um von diesen Entwicklungen zu profitieren."
Kontaktloses Bezahlen gewinnt, Mobile Payment am PoS noch wenig relevant
Kontaktlose Zahlungen unterstützen den Trend zum bargeldlosen Bezahlen und etablieren sich zunehmend am PoS im Mittelstand, stellen ECC/Cocardis fest. Knapp ein Drittel (30 Prozent) der befragten Kunden zahlen ihren Angaben zufolge bereits regelmäßig kontaktlos mit Karte – bei Smart Consumern liegt der Anteil laut Studie mit 41 Prozent noch höher. Zwar sei Bargeld bei Beträgen unter 50 Euro nach wie vor beliebt, doch die Bereitschaft, kontaktlos zu bezahlen, sei groß – unabhängig von der Bonhöhe.
Mobile Payment schließt im Vergleich langsamer auf, stellen die Marktforscher fest: Erst fünf Prozent der Kunden nutzen regelmäßig smartphonebasierte Zahlungen am PoS. Bei den Smart Consumern sind es bereits zehn Prozent. Insgesamt verschiebt sich das Bezahlverhalten der Kunden allerdings deutlich in Richtung Kartenzahlung. Jeder zweite Befragte (49 Prozent) gibt an, künftig (viel) häufiger bargeldlos zu bezahlen. Unter den Smart Consumern bevorzugen bereits heute 70 Prozent ausschließlich bargeldlose Zahlungen, betonen ECC/Concardis.
"Smart Consumer sind die zukunftsrelevante Zielgruppe für Händler, Gastronomen und Hoteliers. Sie zeigen, welche Zahlungsverfahren im Einzelhandel künftig verstärkt Beachtung finden werden. Wer sie bedienen will, muss sich auf ihr Einkaufs- und Zahlungsverhalten einstellen und moderne bargeldlose Bezahlmöglichkeiten anbieten", summiert Mailin Schmelter, stellvertretende Bereichsleiterin Customer Insights am ECC Köln.
Für die repräsentative Studie hat das ECC Köln laut Mitteilung von Februar bis März 2019 gemeinsam mit Concardis 300 deutsche Anbieter aus Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie befragt. Zudem wurde im März und April 2019 eine Umfrage unter 1.000 Kunden durchgeführt. Die Doppelbefragung soll einen Rundum-Blick auf Verbraucherpräferenzen beim Bezahlen und Geschäftspotenziale für KMU in Deutschland vermitteln.

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