Neues Umweltsiegel 16.09.2019, 16:18 Uhr

Start frei für den Grünen Knopf 

Der Grüne Knopf startete vor kurzem in seine Einführungsphase. Entwicklungsminister Müller setzt auf das neue Siegel für nachhaltige Kleidung. Doch von mehreren Seiten gibt es bereits Kritik.
Der Grüne Knopf soll als neues nachhaltiges Siegel Bekleidung fairer machen
(Quelle: Der Grüne Knopf)
Der Grüne Knopf ist ein globales Siegel mit staatlicher Überwachung. Er kennzeichnet sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Textilien, die von verantwortungsvoll handelnden Unternehmen in Verkehr gebracht werden. Er richtet sich an alle Unternehmen, die Textilwaren herstellen und / oder vertreiben. Dies umfasst sowohl Hersteller solcher Waren, als auch Handelsunternehmen, die Fremdprodukte als Eigenmarken vertreiben. Nicht erfasst sind hingegen Unternehmen, die Fremdprodukte vertreiben, ohne dabei selbst als Produktverantwortliche aufzutreten.
Seit kurzem können Verbraucher sozial- und umweltverträglich produzierte Kleidung am staatlichen Gütesiegel "Grüner Knopf" erkennen. "Es geht um Menschlichkeit in einer globalen Welt", sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Vorstellung in Berlin. Denn im Textilbereich gebe es eine der vielen Lieferketten, die in Entwicklungsländern anfingen und in deutschen Kaufhäusern endeten. 70 Unternehmen sollen bislang ihr Interesse an dem Siegel bekundet haben. 27 von ihnen können ab sofort Produkte verkaufen, die damit ausgezeichnet sind. Dazu gehören die Discounter Aldi und Lidl, die Firmen Hess Natur und Vaude sowie Rewe und Tchibo. 
Wer den "Grünen Knopf" für sein Textilprodukt haben will, muss 26 soziale und ökologische Mindeststandards einhalten. Die ökologischen Standards umfassen etwa das Verbot von Weichmachern und anderen Chemikalien sowie Grenzwerte für Abwässer, die bei der Produktion anfallen. Die Herstellerfirmen müssen nachweisen, dass sie menschenrechtliche, soziale und ökologische Verantwortung übernehmen.
Doch jetzt hagelt es bereits Kritik, die Initiative sei gut, aber die Umsetzung noch nicht wirklich stimmig, so seien laut Uwe Wötzel, Sprecher des Netzwerks "Kampagne für Saubere Kleidung" die Kriterien zu schwach, die Überwachung unzureichend und die Ausnahmen zu umfangreich. 
Die Einführungsphase ist bis Ende Juni 2021 vorgesehen.

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