Handelseinig mit HBC 11.06.2019, 15:41 Uhr

Signa übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof zu 100 Prozent

Durch die Einigung mit dem bisherigen Miteigentümer Hudson´s Bay Company sichert sich Signa alle Anteile an der Warenhausgruppe. Noch steht die Transaktion aber unter wettbewerbsrechtlichem Vorbehalt.
(Quelle: Kaufhof)
Die Signa-Gruppe wird sämtliche Anteile an der Warenhaus-Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof übernehmen. Darauf habe sie sich mit der Hudson´s Bay Company (HBC) geeinigt, die bisher 49,99 Prozent am operativ von Signa geführten Gemeinschaftsunternehmen hielt, heißt es in einer Mitteilung.
Neues Logo der Warenhaus-Gruppe
(Quelle: Signa)
Die entsprechenden Verträge seien bereits unterschrieben worden, der Vollzug der Transaktion stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden. Die Signa-Gruppe erwartet laut Mitteilung, die Übernahme im Herbst abschließen zu können.
"Knapp sieben Monate nach dem Zusammenschluss beider Warenhausunternehmen können wir den für alle Mitarbeiter anspruchsvollen und herausfordernden Sanierungs- und Integrationsprozess mit hoher Verlässlichkeit auf der Eigentümerseite fortführen", erklärt Dr. Stephan Fanderl, Geschäftsführer von Signa Retail und CEO von Galeria Karstadt Kaufhof. "Die Entscheidungswege werden kürzer und einfacher – das ist wichtig und richtig." Das Management um Fanderl hat nach Unternehmensangaben die Aufgabe, die Warenhäuser zukunftsfähig zu machen und im digitalen Zeitalter zu einem führenden Omnichannel-Anbieter zu entwickeln.
Teil der Einigung ist darüber hinaus, dass das belgische Warenhausunternehmen Galeria Inno vollständig bei Signa verbleibt. Hudson´s Bay Niederlande wird Signa zufolge hingegen wieder eine 100-prozentige HBC-Gesellschaft.
Signa erwirbt von HBC zudem sämtliche Anteile am gemeinsamen Immobilienbestand, teilt die österreichische Gruppe mit. Bisher hatten beide Unternehmen je 50 Prozent am Portfolio gehalten.
Die Vereinbarung markiert das Ende von HBCs Engagement bei Kaufhof. Das traditionsreiche kanadische Handelsunternehmen hatte die strauchelnde Warenhauskette 2015 für 2,8 Milliarden Euro sowie die Übernahme von Verbindlichkeiten von der Düsseldorfer Metro Group erworben. Unter HBC-Ägide hatte sich Kaufhof 2018 mit dem Konkurrenten Karstadt zusammengeschlossen, der schon damals zur Signa-Gruppe des österreichischen Unternehmers René Benko gehörte. Obwohl offiziell von einer "Fusion unter Gleichen" die Rede war, spiegelten Signas 50,01-Prozent-Mehrheit und die Leitung des Gemeinschaftsunternehmens durch Karstadt-Manager Fanderl bereits die Ambitionen der Österreicher wider.


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