Schutzschirmverfahren 20.05.2019, 17:08 Uhr

Voswinkel beruft Marcus Neul zum Co-Geschäftsführer

Der Retail-Routinier soll Sport Voswinkel bei der Insolvenz in Eigenverantwortung unterstützen. Noch-Geschäftsführer Mankowski könnte bald zur Voswinkel-Mutter Intersport wechseln.
Marcus Neul, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co KG
(Quelle: Sport Voswinkel)
Marcus Neul ist ab sofort gleichberechtigtes Mitglied der Geschäftsführung von Sport Voswinkel (Dortmund), teilt das Unternehmen mit. Geschäftsführer Helge Mankowski, der im April die Einleitung eines Schutzschirmfahrens beantragt hatte (spomo berichtete), sei "im Gespräch für eine leitende Funktion bei der Intersport Deutschland eG", heißt es in einer Erklärung.
Neul bringe eine über 35-jährige Handelsexpertise mit und sei ein erfahrener Manager von Restrukturierungsprozessen, unterstreicht Sport Voswinkel. Zuletzt war er einer Firmenmitteilung zufolge als selbstständiger Berater im Sporthandelsumfeld tätig, davor verantwortete er als Director Omnichannel bei der Signa Sports Retail unter anderem die Weiterentwicklung der Digitaltöchter der Gruppe. Zuvor arbeitete Neul als Chief Merchandise Officer in der Geschäftsführung der Karstadt Sports GmbH in Essen und war unter anderem für die Restrukturierung des Unternehmens verantwortlich. Als Director Sports steuerte der gelernte Einzelhandelskaufmann für die Karstadt Warenhaus GmbH 85 Warenhausabteilungen sowie 28 Sportgeschäfte.
"Marcus Neul ist mit seiner Erfahrung eine hervorragende Ergänzung der Geschäftsführung. Mit dieser Entscheidung fühlen wir uns für den weiteren Prozess des Schutzschirmverfahrens sehr gut aufgestellt und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm", erklärt der Sport-Voswinkel-Generalbevollmächtigte Dr. Lorenzo Matthaei von der Frankfurter Kanzlei Finkenhof Rechtsanwälte.
Helge Mankowski
Quelle: Intersport
Intersports Kooperationspartner-Vorstand Frank Geisler bahnt Voswinkel-Geschäftsführer Mankowski den Weg zurück nach Heilbronn, wo der Manager zuvor bereits die Key-Account-Betreuung der großen Mitgliedshäuser verantwortet hatte. "Aufgrund der Sondersituation des Schutzschirmverfahrens ist es wichtig, dass die Schnittstelle zwischen der Intersport Deutschland eG und Sport Voswinkel gestärkt wird. Wir würden uns daher freuen, wenn wir von Helge Mankowskis Erfahrung auf unserem Weg zur Händlerorganisation profitieren würden", sagt Geisler in einem Statement.
Sport Voswinkel mit bundesweit 74 Filialen und etwa 1.200 Mitarbeitern erlöste nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 1.10.2017 bis 30.9.2018 rund 139 Millionen Euro, ein Rückgang von fünf Prozent im Vorjahresvergleich (circa 146 Millionen Euro). Als Gründe für die finanzielle Schieflage führte der Händler Ende April Frequenzrückgänge und damit verbundene Umsatzeinbußen sowie erhöhten Wettbewerbsdruck durch Onlinehandel und Discounter an. Beigetragen hätten auch Filial-Standorte, die die Umsatzerwartungen nicht erfüllen konnten.
1904 in Bochum gegründet (Firmensitz ist Dortmund), ist das Unternehmen seit 2003 eine Tochter der Intersport Deutschland eG.


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