Insolvenz 24.04.2019, 16:03 Uhr

Sport Voswinkel rettet sich unter Schutzschirm

Der angeschlagene Dortmunder Filialist mit bundesweit 74 Läden versucht eine Sanierung in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter, die Mitarbeitergehälter seien bis Ende Juni gesichert, heißt es.
Voswinkel-Website (Ausschnitt)
(Quelle: Sport Voswinkel)
Die Sporthandelskette Voswinkel hat heute beim Amtsgericht Dortmund die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case als vorläufiger Sachwalter eingesetzt.
Helge Mankowski
(Quelle: Intersport)
"Der Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter",  betont Helge Mankowski, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG, in einer Erklärung. "Die Löhne und Gehälter unserer Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert. Bis dahin werden wir die Restrukturierung und die Sanierung von Sport Voswinkel vorantreiben."
Das Unternehmen mit bundesweit 74 Filialen und etwa 1.200 Mitarbeitern erlöste nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 1.10.2017 bis 30.9.2018 rund 139 Millionen Euro, ein Rückgang von fünf Prozent im Vorjahresvergleich (circa 146 Millionen Euro). Als Gründe für die finanzielle Schieflage führt Sport Voswinkel Frequenzrückgänge und damit verbundene Umsatzeinbußen sowie erhöhten Wettbewerbsdruck durch Onlinehandel und Discounter an. Beigetragen hätten auch Filial-Standorte, die die Umsatzerwartungen nicht erfüllen konnten.
Das Insolvenzrecht erlaube es beim Schutzschirmverfahren, die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung und sie die Sanierung selbst steueren zu lassen, wenn das Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig wird und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht, betont Sport Voswinkel in seiner Erklärung. Beides sei hier der Fall. Für die Beratung im Rahmen des Schutzschirmverfahrens sei Dr. Lorenzo Matthaei von der Kanzlei Finkenhof Rechtsanwälte in Frankfurt verantwortlich.
Helge Mankowski war zum 1. Januar 2017 in die Voswinkel-Geschäftsführung eingetreten, der auch Anna-Lena Schulte-Angels angehört. Zuvor hatte er bei Intersport Deutschland die Key-Account-Betreuung der großen Mitgliedshäuser verantwortet.
Die wirtschaftliche Lage von Voswinkel, einem der überregional bedeutenden Händler im Intersport-Verbund, hatte bereits auf der Intersport-Generalversammlung im März für Unmut gesorgt (spomo berichtete).


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