Untersuchung 23.04.2019, 09:56 Uhr

E-Commerce-Umsätze in Q1 übertreffen Erwartungen

Der Branchenverband BEVH registriert für das erste Quartal 2019 ein starkes Online-Umsatzwachstum trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten. Multichannel- und Omnichannel-Anbieter liegen weiterhin vorn.
BEVH-Website (Ausschnitt)
(Quelle: BEVH)
Ein überraschend starkes Wachstum im Onlinehandel stellt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) für das 1. Quartal 2019 fest. Demnach stieg der Umsatz um 11,2 Prozent und lag damit noch über dem des Vergleichsquartals 2018 (10,6 Prozent). 
Nach Angaben des BEVH kauften Kunden im Onlinehandel zwischen Januar und März 2019 Waren im Wert von 16.244 Millionen Euro (inkl. USt) ein (Q1 2018: 14.603 Millionen Euro). Den mit 20,7 Prozent stärksten Online-Umsatzzuwachs verzeichnete die Kategorie Lebensmittel, die inklusive Umsatzsteuer 282 Millionen Euro erreichte (Q1 2018: 234 Millionen Euro). Danach folgten die Haushaltswaren- und -geräte mit einem Q1-Umsatz inklusive Umsatzsteuer von 1.060 Millionen Euro (Q1 2018: 896 Millionen Euro) und einem Plus von 18,3 Prozent. Die Umsätze für Computer, Zubehör und Spiele wuchsen laut BEVH online im 1. Quartal 2019 um 17,8 Prozent und beliefen sich auf 1.366 Millionen Euro einschließlich Umsatzsteuer (Q1 2018: 1.160 Millionen Euro).
Christoph Wenk-Fischer
(Quelle: BEVH)
"2019 startete sehr erfreulich für den Onlinehandel. Das erste Quartal bildet zwar immer auch das hervorragende 'nachlaufende' Weihnachtsgeschäft mit ab. Wir liegen aber für Januar bis März trotz aller wirtschaftlichen Unwägbarkeiten wie Brexit und möglichen konjunkturellen Eintrübungen schon am oberen Rand unserer Umsatzerwartungen für die Branche", erklärt BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer laut Mitteilung.
Multichannel und Omnichannel weiter vorn
Im 1. Quartal zogen die Multichannel-Versender weiter voran, stellt der Branchenverband fest. Diese Kategorie wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent und erreichte einen Online-Umsatz von 5.912 Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer (Q1 2018: 5.123 Millionen Euro). Die Online-Marktplätze erwirtschafteten dem BEVH zufolge ein Wachstum von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Umsatz von 7.639 Mio. EUR inklusive Umsatzsteuer (Q1 2018: 6.908 Millionen Euro).
Im gesamten interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften die deutschen Verbraucher im 1. Quartal 2019 Waren für 16.740 Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer (Q1 2018: 15.335 Millionen Euro), summiert der Verband. Daran hat der Onlinehandel einen Anteil von 97,0 Prozent und konnte seine Durchdringung um 1,8 Prozentpunkte zum Vorjahresquartal steigern. Die digitalen Dienstleistungen wie elektronische Tickets und Hotelbuchungen verzeichneten einen Umsatz von 4.489 Mio. Euro inklusive Umsatzsteuer (Q1 2018: 4.120 Mio. Euro) und damit ein Umsatzplus von 6,6 Prozent.
Aufgeschlüsselt nach Warengruppen-Clustern, sind die wesentlichen Q1-Kennzahlen der Untersuchung:
• "Freizeit" (DIY/Blumen, Spielwaren, Auto/Motorrad/Zubehör, Hobby/Freizeitartikel):
1.861 Mio. Euro inkl. USt (Q1 2018: 1.691 Mio. Euro inkl. USt), Wachstum: 10,0 Prozent

• "Einrichtung" (Möbel/Lampen/Deko, Haus- /Heimtextilien, Haushaltswaren-/geräte):
2.542 Mio. Euro inkl. USt (Q1 2018: 2.220 Mio. Euro inkl. USt), Wachstum: 14,5 Prozent

• "Bekleidung inkl. Schuhe":
3.132 Mio. Euro inkl. USt (Q1 2018: 2.743 Mio. Euro inkl. USt), Wachstum: 8,1 Prozent

• "Täglicher Bedarf" (Lebensmittel, Drogerie, Tierbedarf):
1.050 Mio. Euro inkl. USt (Q1 2018: 926 Mio. Euro inkl. USt), Wachstum: 13,3 Prozent

• "Unterhaltung" (Bücher/Ebooks/Hörbücher, Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads, Elektronikartikel/Telekommunikation):
1.366 Mio. Euro inkl. USt (Q1 2018: 1.160 Mio. Euro inkl. USt), Wachstum: 17,8 Prozent
Mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 65,1 Milliarden Euro ist der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce 2018 weiterhin zweistellig gewachsen, konstatiert der BEVH. Der reine E-Commerce-Umsatz stehe demnach für mehr als jeden achten Euro im Einzelhandel. Der E-Commerce-Umsatz dürfte die Marke von 70 Milliarden Euro überspringen und knapp unter 72 Milliarden Euro brutto (+10,5 Prozent) erreichen. Für den Gesamtmarkt des Interaktiven Handels rechnet der BEVH mit einem Wachstum von 8,6 Prozent auf rund 73,95 Millarden Euro brutto.
Die Q1-Ergebnisse basieren auf der Auswertung der Monate Januar bis März 2019 im Rahmen der Verbraucherbefragung "Interaktiver Handel in Deutschland", die der BEVH zum sechsten Mal in Folge durchführt. In der Studie werden von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen befragt. Die Endergebnisse sollen Anfang 2020 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht werden.


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