Trauer um Jake Burton 25.11.2019, 09:38 Uhr

Snowboard-Pionier Jake Burton Carpenter ist tot

Der Pionier des Snowboardens, Jake Burton, erliegt am 20. November seinem Krebsleiden. Unter Jake Burtons Führung wurde Snowboarden Olympisch. Er entwarf dreimal die Uniform für das amerikanische Team. Jake Burton förderte Fahrer wie Anna Gasser und Mark McMorris.
(Quelle: Burton)
Am 29. April 1954 wurde Jake Burton Carpenter in New York als jüngstes von vier Geschwistern geboren. Im Winter 1961 machte Jake Burton seine ersten Skierfahrungen gemeinsam mit seiner Familie auf dem Bromley Mountain in Vermont. Ab der ersten Minute eroberten der Schnee und die Berge sein Herz.
Im Jahr 1968 wünschte sich Jake Burton zu Weihnachten ein Surfbrett und bekam stattdessen einen Schreibtisch, woraufhin er sich einen Snurfer für 10 Dollar kaufte. Zu diesem Zeitpunkt verbrachte er viel Zeit mit Freunden auf der örtlichen Rodelbahn auf Long Island. Im Herbst 1970 besuchte Jake die Marvelwood School in Cornwall in Connecticut, die damals auch als Internat der "Second Chance" bekannt war. In dieser Lebenszeit hat Jake einen persönlichen Wandel durchlebt und wurde zum absoluten Überflieger. Er war im Ski-Team und benutzte seinen Snurfer weiterhin auf dem Campus.
1972 machte Jake Burton seinen Abschluss in Marvelwood als Jahrgangsbester. Während seines letzten Semesters an der High School kehrte er für ein Independent Study Programm nach New York zurück und gründete nebenbei ein Landschaftsbauunternehmen mit einem alten Familienkombi und zwei Rechen. 
Im gleichen Jahr begann er ein College an der Universität von Colorado Boulder, welches er jedoch nach weniger als einem Jahr wieder verließ. Er schrieb sich an der NYU ein und wurde Kapitän des NYU-Uni- Schwimmteams. 1977 schloss er sein Studium ab und war für eine kleine Investmentbank in Manhattan tätig, wo er 12 bis 14 Stunden am Tag arbeitete. Die Idee, „Surfen“ auf dem Schnee, zu einem Sport zu machen, ließ ihn dabei nie los.
Er gab seinen Job in New York auf und zog nach Londonderry in Vermont. Dort startete er "Burton Boards" aus einer Scheune heraus, wo er als Hausmeister lebte und zwei Pferde versorgte. Nachts kellnerte er im Birkenhaus Inn, tagsüber baute er provisorische Snowboard-Prototypen und testete sie in den Bergen südlich von Vermont.
1981 verlegte Jake seine Fabrik von Londonderry nach Manchester in Vermont, wo er sein erstes Haus, ausgestattet mit einer Scheune, kaufte. Diese diente als Fabrik, das Wohnzimmer als Laden, der Keller als Lagerhaus und das Schlafzimmer als Büro. Das Telefon klingelte rund um die Uhr.
Am 21. Mai 1983 heiratete Jake Burton im Alter von 29 Jahren die 19-jährige Donna bei ihren Eltern in Greenwich in Connecticut. Im Winter 1983 startete er den Versuch die Stratton‘s Ski-Patrouille zu überreden, Snowboardern die Benutzung der Sessellifte zu erlauben. Stratton Mountain war daraufhin das erste größere Resort, in dem Snowboarder Lifte benutzen durften. Im Winter 1984 begleitete JakeBurton Donnas Familie auf eine Skireise nach Österreich. Während alle Ski fuhren, benutzte er ein Snowboard. Er verbrachte die meisten Abende damit Skifabriken zu besuchen, um jemanden zu finden, der für ihn Snowboards mit Stahlkanten herstellen konnte. Die Fabriken lehnten ihn ab, bis er Keil Ski besuchte, die die ersten Snowboards aus Stahlkanten und einer P-Tex-Basis herstellten.
1985 zogen Donna und Jake nach Europa, um dort Burton’s Europa Zentrale in Innsbruck zu eröffnen. Sie arbeiteten von Zuhause aus, in der Garage wurden die „Ski Construction Boards“ für den europäischen Markt zusammengebaut und von Keil gefertigt. Jake Burton fokussierte sich auf die Produkte und Herstellung, während Donna daran arbeitete ein europäisches Distributions-Netzwerk aufzubauen. Das war der Anfang von Burton Europe.
Im Jahr 1999 gab Jake Burton das Versprechen, 100 Tage im Jahr zu Boarden. 2009 führt er die Carpenter Familie auf einen 10-monatigen Trip um „dem Winter rund um die Welt zu folgen“. Dies führte dazu, dass Jake und Donna ein tiefes Verständnis für das Burton Business in Southern Hemisphere, Asien und überall in Europa entwickelten. Jake Burton erwähnte immer wieder, dass dies die besten Jahre seines Lebens waren.
Am 21. September 2011 sendete Jake Burton eine E-Mail an seine Firma. Er habe eine gute und eine schlechte Nachricht. „Die schlechte Nachricht ist, dass ich Krebs habe. Die gute, dass der Krebs bis zu einem bestimmten Grad heilbar ist. Am 21. Januar 2012 schickte Jake eine weitere E-Mail an seine Firma, dass er den Krebs besiegt habe.
Anfang 2019 zogen Jake und Donna nach Zürich in die Schweiz. Sie planten ihren Aufenthalt für ein Jahr, um von dort den europäischen Markt zu fördern und in den Alpen zu boarden. 
Unter Jake Burtons Führung wurde Snowboarden zu einer Olympischen Disziplin. Burton entwarf dreimal die Uniform für das amerikanische Team. Burton supportete Fahrer wie Anna Gasser, Kelly Clark und Mark McMorris.
Anfang November erhielt Jake Burton die Nachricht, dass sein Hodenkrebs gestreut habe. Er begann sofort mit der Behandlung, verstarb jedoch am 20. November 2019 aufgrund von Komplikationen. Jake Burton lebt im Herzen seiner Frau, seiner drei Söhne und der gesamten Burton Familie, die auf der ganzen Welt verteilt ist, weiter.

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