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Das Kartellamt hat das selektive Vertriebsystem von Asics im Visier

Kartellamt kritisiert Asics-Vertriebssystem

Das Bundeskartellamt sieht in dem selektiven Vertriebssystem von Asics Deutschland, in dem Laufschuhe nur über autorisierte Händler an Endkunden verkauft werden, Wettbewerbsbeschränkungen. Asics hingegen stuft seine Regelung als konform mit der Gruppenfreistellungsverordnung der EU-Kommission und deren Leitlinien ein.

Kartellamtschef Andreas Mundt

Die in Neuss ansässige Asics Deutschland GmbH betont, dass die Leitlinien der EU-Kommission erlaubten, insbesondere den Vertrieb von Produkten über Drittplattformen einzuschränken. Die Bedenken des Kartellamts treffen vor allem die Behinderung des Internetvertriebs. Zwar dürften Hersteller ihre Händler nach bestimmten Kriterien auswählen und Qualitätsanforderungen aufstellen, räumt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, ein. „Asics untersagt den Händlern allerdings den Vertrieb über Online-Marktplätze und die Unterstützung von Preisvergleichsmaschinen und schießt damit über das Ziel hinaus“, glaubt der Kartellwächter. Allerdings ist die Beurteilung des Asics-Vertriebssystems nur vorläufig.

Neue Vertriebssystem vor dem Start

Unabhängig von der vorläufigen Einschätzung des Bundeskartellamts hat Asics nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten das im Jahr 2011 implementierte selektive Vertriebssystem überarbeitet. Grund sei, das System an die sich verändernden Anforderungen von Verbrauchern und Händlern anzupassen. Die neue Version des Vertriebssystems werde in den kommenden Wochen eingeführt. Asics stehe im engen Austausch und kooperiere mit dem Bundeskartellamt. In den nächsten Wochen werde Asics eine ausführliche Stellungnahme zu der vorläufigen Beurteilung des Kartellamts übermitteln, woraufhin ein Treffen mit dem Bundeskartellamt stattfinden werde. Asics sei zuversichtlich, dass eine einvernehmliche Lösung im Interesse aller beteiligten Parteien – Verbraucher und Händler – gefunden werde.   

„Dient der Kontrolle des Preiswettbewerbs“

Nach der vorläufigen Einschätzung des Amts diene das Asics-Vertriebssystem in der jetzigen Form vorrangig der Kontrolle des Preiswettbewerbs im Online- sowie im stationären Vertrieb. Durch die Vorgaben des Herstellers werde der Wettbewerb unter den Händlern beim Vertrieb von Asics-Laufschuhen beeinträchtigt. Zudem schränke Asics den Wettbewerb im Markt für Laufschuhe insgesamt stark ein, weil Asics über eine starke Marktposition verfüge und auch andere große Laufschuhhersteller das Onlinegeschäft in ähnlicher Weise beschränken.    

Das Bundeskartellamt kritisiert insbesondere, dass den Händlern die Nutzung von Online-Marktplätzen wie eBay oder Amazon ohne Ausnahme untersagt wird. Die Behörde bemängelt auch, dass Asics seinen Händlern die Unterstützung von Preisvergleichsmaschinen verbietet. Ferner dürfen die Markenzeichen von Asics nicht auf Internetseiten Dritter verwendet werden, auch nicht um Kunden auf den Online-Shop des autorisierten Asics-Händlers zu leiten. Das Bundeskartellamt sieht jedes dieser drei pauschalen Verbote für sich genommen als eine unzulässige Kernbeschränkung an. Zusammen begründen diese Verbote sogar ein de-facto-Verbot des Internetvertriebs.  (Ast)

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