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Sport Infinity heißt ein Dreijahres-Projekt von nahmhaften Industrieteilnehmern, das Materialrecycling von Sportartikeln auf eine neue Stufe heben will (Foto: Thinkstock)

Forschungsprojekt Sport Infinity will Sportartikel nachhaltiger machen

Sport Infinity heißt ein Projekt, das Adidas anführt und die Europäische Kommission finanziert. Es ist auf drei Jahre angelegt und hat das Ziel, recyclebare, textilfaserverstärkte Verbundwerkstoffe aus Abfallprodukten zu identifizieren und zu entwickeln – mit dem Ziel, dass Sportartikel nicht mehr weggeworfen, sondern wiederverwertet werden. Der Schwerpunkt des Forschungsprogramms liegt auf Fußballartikeln, insbesondere Schuhen.

Diese Materialien sollen eine schnellere Produktion von Sportartikeln erlauben, die zudem auf einfache Weise individualisiert werden könnten, heißt es nun vom Chemiekonzern BASF, der sich als einer von insgesamt zehn Partnern aus Industrie und Wissenschaft am Projekt Sport Infinity beteiligt.

Fußballartikel stehen im Fokus der Forschungen. In einem designorientierten Ansatz werde das Automatisierungspotenzial verschiedener Formgebungsverfahren ausgeschöpft. Diese Verfahren könnten die Schuhfertigung in nur einem Schritt ermöglichen. Ziel ist eine neue Generation von Sportartikeln, die nicht weggeworfen, sondern wiederverwertet werden. Zum Beispiel könnte ein gebrauchter Fußballschuh eingesammelt und in winzige Stücke zerkleinert werden, die anschließend komplett wiederverwertet werden. In Kombination mit reinem Originalmaterial und einer Verstärkung aus ausgewählten Fasern anderer Recyclingquellen könne daraus ein neuer Schuh hergestellt werden.

Die Herausforderung bestünde laut BASF darin, die gewünschten Produkteigenschaften auch in wiederholten Recyclingzyklen kontinuierlich zu erreichen. Das umfassende Polymer-Know-how der BASF werde eine zentrale Rolle in der Entwicklung neuer Materialien und deren Anpassung auf die Produktionsprozesse spielen. Die Wiederverwertbarkeit sei hierbei ein entscheidender Faktor

„Wir freuen uns, mit neun renommierten Partnern in diesem Projekt zusammenarbeiten zu können“, sagt Jürgen Weiser, Direktor Technology, Performance Materials, BASF. 2015 betrug der weltweite Umsatz des Bereichs Performance Materials 6,7 Milliarden Euro. „Wir konzentrieren uns auf neuartige Polymere mit vielfältigen mechanischen Eigenschaften. Ziel ist es, ein recyclingfähiges Produkt zu entwickeln, das sich für Sportartikel eignet und auf die neuen Herstellungsprozesse abgestimmt ist. Die gemeinsame Entwicklung von neuen, bahnbrechenden Cradle-to-Cradle-Konzepten für Sportartikel mit Partnern aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette ist eine ideale Aufgabe für uns.“

Vom Verbraucher zum Produktdesigner

Polymere aus Recyclingströmen der Industrie und der Konsumenten werden an die zentralen Fertigungsprozesse für Sport Infinity angepasst. Bei diesen Verfahren soll jedes Gramm eines Schuhs wiederverwertet werden. Außerdem böten die Prozesse den Verbrauchern die Möglichkeit, ihre Fußballschuhe hinsichtlich Form, Farbe und Design mitzugestalten, ohne sich dabei Gedanken über anfallende Abfälle machen zu müssen. Langfristig sollen BASF-Angaben zufolge „die Prozesse soweit optimiert werden, dass eine hochautomatisierte Schuhproduktion in einem einzigen Verfahrensschritt erfolgt.“ Für diese Vision bringt Sport Infinity Partner aus unterschiedlichen Bereichen zusammen: Von Spezialmaschinenherstellern und Verarbeitungsexperten über Rohstoffanbieter der Chemieindustrie sowie Faser- und Textilverarbeitern bis hin zu den Bereichen Industriedesign und Wissensmanagement sowie dem Sportartikelhersteller und einer Fußballakademie. Somit soll das Projektkonsortium die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: nachhaltige und individuell adaptierbare Fußballartikel „Made in Europe“.

Das Konsortium

Die Europäische Kommission rief das Sport Infinity Projekt gemeinsam mit zehn Branchenführern im Juni 2015 ins Leben: Adidas AG; BASF; Kiska GmbH; Fill Gesellschaft m.b.H.; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU); Oechsler AG; University of Leeds, Centre for Technical Textiles (CTT); Association CETI (Centre Européen des Textiles Innovants); Hypercliq E.E.; SportsMethod Ltd.

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