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Jens Nagel

AVE-Importstatistik: China und Türkei verlieren Marktanteile

Auch im Jahr 2015 sind die Importe des Deutschen Einzelhandels aus China rückläufig. Trotzdem bleibt das Land in der Rangliste der wichtigsten Importländer unangefochtener Spitzenreiter. Dies besagt zumindest die aktuelle Importstatistik der „Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels“ (AVE). Der Statistik zufolge verzeichnet die Türkei einen Rückgang von fast 35 Prozent. Kleinere Länder wie Marokko, Myanmar oder der Libanon haben hingegen Marktanteile gewonnen.

"Ähnlich wie Äthiopien im vergangenen Jahr hat Marokko einen extremen Sprung nach vorne gemacht", sagte AVE-Hauptgeschäftsführer Jens Nagel bei der Vorstellung der AVE-Importstatistik in Berlin. "Es zeichnet sich ab, dass auch Marokko auf dem Weg zu einem neuen Zentrum der internationalen Textil- und Schuhindustrie ist." Im Jahr 2015 nahmen die Importe der AVE-Mitgliedsunternehmen aus Marokko gegenüber dem Vorjahr um 69,9 Prozent zu.

Auch in Myanmar und im Libanon seien größere Zuwächse zu verzeichnen: So hätten sich laut AVE die Importe aus Myanmar mehr als verdoppelt; die Einfuhren aus dem Libanon seien um über 40 Prozent gestiegen. "Zwar spielen diese Länder volumenmäßig eine eher kleinere Rolle", sagt Nagel. "Die Entwicklung zeigt aber, dass es in diesen Ländern trotz der schwierigen politischen Situation wirtschaftlich aufwärts geht."

Neben Spitzenreiter China – das einen Rückgang von 28,7 Prozent verzeichnet – hat der Statistik zufolge auch die Türkei überdurchschnittlich viele Marktanteile verloren. Mit einem Rückgang der Einfuhren von 34,6 Prozent nimmt die Türkei damit hinter Bangladesch und Indien nur noch den vierten Platz im Ranking der bedeutendsten Lieferländer ein. "Offensichtlich sind die osteuropäischen EU-Länder, die in unserer Statistik nicht erfasst werden, als Einkaufsländer wieder attraktiver geworden und Deutschland auch noch ein Stück näher", erklärt Nagel. Insgesamt nehme auch die Konzentration auf Asien als wichtigste Lieferregion wieder geringfügig zu – der Kontinent besitzt einen Marktanteil von 88,9 Prozent am gesamten Importvolumen. Kambodscha habe mit einer Steigerungsrate von 20,1 Prozent wieder an Stärke gewonnen und rangiert hinter Vietnam und Pakistan auf Rang sieben.

Der AVE-Hauptgeschäftsführer betonte die wichtige Rolle florierender Handelsbeziehungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern. "Der deutsche Einzelhandel leistet wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung in den Lieferländern", sagte Nagel. "Gleichzeitig werden wir uns dort weiterhin und verstärkt im Rahmen der Business Social Compliance Initiative (BSCI) für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sozialstandards einsetzen."

Über die AVE

Die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V. (AVE) ist die Organisation der importierenden Einzelhändler in Deutschland. Seit Ihrer Gründung 1952 vertritt sie die außenwirtschaftlichen Interessen des deutschen Einzelhandels, der im Rahmen seiner weltweiten Einkaufspolitik auf eine reibungslose Einfuhr von Konsumgütern aller Art angewiesen ist. Darüber hinaus engagiert sich die AVE nach eigenen Angaben "für eine strikte Einhaltung von Sozialstandards in den Lieferländern." Insgesamt stehen AVE-Mitglieder für einen jährlichen Gesamtumsatz von rund 230 Milliarden Euro.

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