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BSI TextileMission Nachhaltigkeit Umweltschutz
Einige Sport- und Outdoormarken beteiligen sich an einem Projekt zum Schutz der Umwelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird (Foto:martinhosmart/iStock/Thinkstock)

Initiative gegen Mikroplastik in der Umwelt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert ein gemeinsames Projekt von Sportartikelherstellern, zwei Hochschulen und einer Umweltschutzorganisation. Das erklärte Ziel aller Parteien: die Reduzierung von Synthesefasern-Mikropartikeln, die beim Waschen von Kleidung über das Abwasser in Flüsse, Seen und Meere gelangen und sich dort in der Nahrungskette anreichern.

Am 1. September fiel der Startschuss für das Verbundprojekt „TextileMission“. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Belastung der Umwelt durch Mikroplastikpartikel zu reduzieren, die Textilien aus Synthesefasern (Bsp.: Polyester) bei der Haushaltswäsche freisetzen. TextileMission läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunktes „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert.

Als Projektpartner werden folgende acht Organisationen aus der Sportartikelindustrie, der Waschmaschinen- und der Waschmittelbranche, der Forschung und dem Umweltschutz ihr jeweiliges Know-how in das Vorhaben einbringen: der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) als Projektkoordinator, Adidas, Polartec, Vaude, der WWF Deutschland, die Firmen Henkel und Miele, die Hochschule Niederrhein und die TU Dresden.

Im Fokus: Textilproduktion und Kläranlagentechnologie

TextileMission verfolgt einen interdisziplinären Forschungsansatz, der zwei Lösungswege besonders in den Fokus rückt. Zum einen sollen durch textiltechnische Forschung und die Optimierung von Produktionsprozessen Textilien und Kleidungsstücke entwickelt werden, die im Vergleich zu heute auf dem Markt verfügbaren Produkten einen deutlich geringeren Mikropartikelausstoß aufweisen. Dabei testen die Textilforscher gemeinsam mit den beteiligten Sportbekleidungsherstellern auch biologisch abbaubare Fasern als umweltschonende Alternative.

Zum anderen wollen die Projektpartner zur Optimierung der Kläranlagentechnologie beitragen. Praxistaugliche Innovationen an dieser Stelle hätten den Vorteil, dass sie auch zur Reduktion des Mikroplastikeintrags aus nicht-textilen Quellen beitragen würden. Daneben werden mittels Wasch- und Laborkläranlagentests systematisch Daten zum Ausmaß und der Reichweite des Mikropartikelausstoßes unterschiedlicher Textilien erhoben, um ein verbessertes Verständnis von Stoffströmen und dem Verbleib von textiler Mikroplastik in der Umwelt zu erhalten und so eine Forschungslücke zu schließen.

Textilien als eine von vielen Eintragsquellen

Zum Hintergrund: Mikroplastikpartikel gelangen aus verschiedenen Quellen in Flüsse, Seen und Weltmeere und schädigen dort lebende Organismen. Sie entstehen durch den Abrieb von Autoreifen, aus sich lösenden Farbpartikeln, zerfallendem Verpackungsmaterial, aber eben auch bei der Haushaltswäsche. Der Grund: Ein Großteil unserer Bekleidung besteht aus Synthesefasern, die während des Waschvorgangs Mikroplastikpartikel freisetzen. Fleece-Materialien sind hiervon besonders betroffen. Diese Partikel mit einem Durchmesser von unter fünf Millileter werden von heutigen Kläranlagen nur teilweise herausgefiltert und gelangen so in die Umwelt.

In einer entsprechenden Mitteilung heißt es: „Die Projektpartner freuen sich auf ein spannendes Vorhaben und laden alle Interessierten aus den projektrelevanten Wirtschaftsbereichen und wissenschaftlichen Disziplinen herzlich ein, TextileMission mit Anregungen und Diskussionsbeiträgen inhaltlich zu unterstützen. Ein Forum hierfür werden verschiedene Workshops und Fachkonferenzen bieten, auf die wir zu gegebener Zeit hinweisen. Eine Projektwebseite befindet sich momentan im Aufbau.“

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