sport+mode

Puma: Sport statt Sportlifestyle

(Ast) Richtungswechsel bei der Katze: Puma sieht sich künftig als Sportmarke. Das lange Zeit kommunizierte Ziel, „führendes Sportlifestyleunternehmen der Welt zu werden“, ist obsolet, verkündete CEO Björn Gulden auf der Pressekonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals.

In Herzogenaurach geht es zurück zu den sportlichen Wurzeln. CEO Björn Gulden fand offene Worte im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich der Neunmonatszahlen. Die Sportartikelbranche werde wesentlich vom Schuhgeschäft bestimmt. „Und das ist die Achillesferse bei Puma derzeit“, sagte der Manager. Gulden listete weitere Punkte auf, unter denen die Marke derzeit leidet. Der Durchverkauf sei aktuell unbefriedigend, was teilweise auch an Produktproblemen liege. „Außerdem haben wir im Vertrieb derzeit Schwierigkeiten. Zu viel Ware ist in falschen Kanälen, zu wenig in den richtigen, auch wenn sich die Situation schon verbessert hat“, stellte der CEO fest, „wir sind in zu wenigen Sportläden präsent.“

Zudem fehlten Puma klare, einprägsame Geschichten. Die Marke sei zudem aktuell nicht heiß, die Begehrlichkeit fehle. Auch bei der Vermarktbarkeit gebe es Defizite. Gulden: „Der Kunde entscheidet schlussendlich, wir müssen künftig kommerzieller denken.“

Vorzüge von Puma

Trotz dieser Fakten sei Puma eine großartige Marke, so der CEO: „Wir haben eine großartige Geschichte und ein tolles Logo. Meiner Meinung nach ist es das beste Logo der Sportartikelindustrie.“ Außerdem verfügten die Herzogenauracher über wichtige Trümpfe, Assets, wie sie Gulden nennt. Die Marke statte einen Verein wie Borussia Dortmund aus oder unterstütze den jamaikanischen100 Meter-Weltrekordler Usain Bolt. „Und ich habe hier tolle Leute vorgefunden, die voller Motivation sind“, betonte er. Pumas Mitarbeiter würden definieren, wofür die Marke stehe. „Aber eines ist klar: Wir sind eine Sportfirma, keine Sportslifestylefirma“, konstatierte Gulden.

Der Norweger hat eine klare Vorstellung, wohin die Reise gehen soll. Puma solle seine Trümpfe künftig besser ausspielen und effizienter agieren. „Außerdem werden wir weniger Geschichten als in der Vergangenheit in Zukunft besser kommunizieren“, legte der Manager dar. Kommerzieller wolle die Marke agieren und einfacher, fokussierter, weniger sei mehr.

Schnellste Sportmarke der Welt

Gulden: „Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen die schnellste Sportmarke der Welt werden.“ Forever faster – unter diesem Motto will Puma künftig agieren. Schnelle Produkte möchte die Marke anbieten, schnelle Sportler unterstützen. Hohe Geschwindigkeit soll sich durch alle Segmente des Unternehmens ziehen. „Wir wollen schnell auf neue Trends reagieren, schnell Innovationen entwickeln, schnell Entscheidungen treffen und die Probleme unserer Kunden schnell lösen“, erklärte Gulden. In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 wolle Puma eine Marketingkampagne unter diesem neuen Motto starten.

Produktseitig möchte der Puma-Chef so schnell wie möglich Änderungen auf den Weg bringen, aber mit den branchenüblichen Vorlaufzeiten sei dies erst im Jahr 2015 möglich. Auf das Schuhproblem bei Puma gebe es keine alleinige Antwort. „Unsere Fußballschuhe sind in den vergangenen sechs bis acht Monaten wettbewerbsfähig geworden, die Produkte sind im Markt wieder relevant. Bei Runningschuhen müssen wir unseren Weg noch finden. Wir haben hier immer noch nicht genug Einzigartigkeit, auch wenn das die besten Runningmodelle sind, die Puma bislang hergestellt hat“, führte der CEO aus.

Mehr Marketing

Die Marke habe in der Vergangenheit zu wenig ins Marketing investiert. „Wir hatten sehr niedrige Werbeausgaben in den vergangenen Jahren. Diese Mittel werden wir deutlich erhöhen“, sagte der Norweger. Die Marke müsse sichtbar für den Endverbraucher sein. „Es ist sinnlos, wenn man Testimonials bezahlt, ohne sie zu vermarkten“, betonte der Manager. Die Kollektionsbreite hingegen will Puma in den nächsten drei Jahren um 30 Prozent verringern, weitere, unrentable Geschäfte sollen geschlossen werden.

Verwandte Themen
Blue Tomato, Steiersberg, Neueröffnung, Skaten, Surfen, Snowboarden, Streetwear
Blue Tomato eröffnet zweiten Shop in Graz weiter
Hummel Gründer Bernhard Weckenbrock gestorben
Hummel-Gründer Weckenbrock gestorben weiter
Olav Nietzer, DAHU, Schweiz, Skischuh, CCO
Dahu stellt Nietzer als Chief Commercial Officer vor weiter
Craft, New Wave GmbH, New Wave Austria GmbH, Österreich, Hoffmann, Bachmann, Ganster
Neue Geschäftsführung bei Craft weiter
Mike Simko, Creora, Hyosung, Elastan, Textil, Global Marketingdirektor
Neuer Marketingdirektor bei Hyosung weiter
Löffler, Österreich, Lehrlinge, Zeugnisse, Ausbildung
Erfolgreiche Auszubildende bei Löffler weiter