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vds Präsident Werner Haizmann Sportafchhandel Zahlen 2016
vds-Präsident Werner Haizmann (Foto: vds)

Umsätze und Strategien: vds informiert über Sportfachhandels-Jahr 2016

Werner Haizmann, Präsident des Verband Deutscher Sportfachhandel vds, hat anlässlich der bevorstehenden Ispo in München ein Statement zur Lage des deutschen Sportfachhandels abgegeben. Credo: Eine Umsatzsteigerung von 0,6 Prozent steht im Jahr 2016 zu Buche. Beim deutschen Sportfachhandel sei Optimismus angesagt.

„Der deutsche Sportfachhandel beendet das Jahr mit rund 7,3 Milliarden Euro Umsatz“, informiert Werner Haizmann. „Leider konnten wir unsere Erwartung von einem Prozent Umsatzsteigerung im Eventjahr 2016 nicht ganz erreichen. Das Wetter verlief nicht im Rhythmus unserer Saisonverkäufe. Im Eventjahr 2016 standen wir gleichzeitig im harten Wettbewerb mit reinen Internetanbietern und mit den meisten unserer Toplieferanten, die immer stärker mit ihren Mono-Label-Shops vor allem im Internet eigenen Retail betreiben. Damit schmälern sie unseren Umsatz und vor allem unsere Ertragssituation“, monierte der vds-Präsident.

Trend Skiverleih hält an

Wie Haizmann berichtet, blieb der Trend zum Skiverleih auch im Jahr 2016 ungebrochen. Allein die in diesem Bereich in Deutschland aktiven Sportfachhändler erzielten zweistellige Umsatzzuwächse. Demgegenüber stehen 2016 Umsatzrückgänge von mehr als 15 Prozent bei Ski und jeweils 25 Prozent bei Tourenski und Snowboards sowie achtprozentige Umsatzrückgänge bei Skischuhen und Helmen. Hier spielen bei der Ausrüstung sicher die starken Umsätze der Jahre 2015 und 2014 eine Rolle, vor allem bei Helmen. Das Sicherheitsdenken beim Skilauf habe sich durch die großen Werbeaktionen von Sportfachhandel und Deutschem Skiverband durchgesetzt. Das zeigt auch die Steigerung des Umsatzes bei Protektoren um neun Prozent. Bei der Skibekleidung legten 2016 die Jacken um drei Prozent zu, während der Umsatz bei Hosen dem Umsatz 2015 entsprach. Bei der Winterfreizeitmode gab es einen Umsatzzuwachs von drei Prozent.

Wanderschuhe top, Funsport flop

Der Sportschuhumsatz stieg auf hohem Niveau um ein Prozent, der Umsatz von Trekking- und Wanderschuhen um acht Prozent, während der Umsatz bei Fußballschuhen trotz Fußballeuropameisterschaft um ein Prozent zurückging. Hier macht sich seit Jahren die Demografie mit den sinkenden Kinderzahlen bemerkbar. Die Umsätze bei Teamsport stiegen um fünf Prozent, während die Umsätze beim Racketsport um sechs Prozent zurückgingen und die bei Funsport und Inlinern um 19 Prozent.

Mit über 20 Prozent Marktanteil ist Outdoor nach wie vor das stärkste Segment im deutschen Sportfachhandel. Die Umsätze stiegen ebenfalls auf schon sehr hohem Niveau noch einmal um vier Prozent an, wobei die Jacken mit plus ein Prozent und die Schuhe mit plus acht Prozent abschlossen. Nach drei schwachen Wintersaisons in Deutschland sorgte aber der flächendeckende Schnee im Januar für eine deutliche Belebung des Wintersportgeschäfts in all seinen Segmenten.

Mit über 20 Prozent Marktanteil ist Outdoor nach wie vor das stärkste Segment im deutschen Sportfachhandel.

Multi- und Omnichannelangebote stünden 2017 im Fokus des deutschen und europäischen Sportfachhandels. „Die Wünsche des Kunden bestimmen in Zukunft ausschließlich unsere Angebote am Markt, denn heute trägt jeder Kunde mit seinem Smartphone oder seinem Tablet sein eigenes Sportfachgeschäft in der Hand oder in der Hosentasche. Auf Knopfdruck kann er sich sein persönliches Angebot am Markt zusammenstellen und über Preise und Angebotsformen informieren“, beschreibt Haizmann die aktuelle Situation – um dann einen eindringlichen Appell an die Branche zu richten: In Zukunft müsse es dem Sportfachhandel gelingen, alle sportinteressierten Kunden aller Altersschichten auf allen Kommunikations- und Absatzkanälen anzusprechen. „Dabei müssen wir sie für den Einkauf stationär und virtuell gleichermaßen begeistern“, fordert Präsident Haizmann.

Trotz allen Schwierigkeiten behielte der deutsche und europäische Sportfachhandel seinen Optimismus. Haizmann: „Wir sind sicher, dass die deutschen und europäischen Verbraucher der persönlichen Gesundheit und damit der sportlichen Bewegung nach wie vor einen hohen Stellenwert in ihrem Leben einräumen.“

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