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vds contra BFV: Haizmann fordert vehementes Vorgehen

  • 15.11.2011
  • Handel
  • sport+mode-Redaktion

(jal) Der Verband Deutscher Sportfachhandel (vds) hat genug von den Plänen des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) und ruft zur aktiven Gegenwehr auf. Ein „Unding“ nennt vds-Präsident Werner Haizmann den geplanten Direktverkauf des 1,47 Millionen Mitglieder starken BFV an seine Mitglieder – und hat dabei populäre Mitstreiter: die beiden großen Verbundgruppen Intersport und Sport 2000.

Hintergrund: Der BFV will Sportartikel direkt an seine Fußballer verkaufen – und somit am stationären Handel in Bayern vorbei schleusen. Bislang hat sich ausschließlich Teamsportriese Adidas zur Kooperation bereit erklärt. Andreas Schinko, Geschäftsführer der BFV Service GmbH, sagt auf sport+mode-Anfrage: „Schon seit längerem planen wir den Vertrieb von Sportartikeln für den Vereinsbedarf und haben dazu jetzt die Gespräche mit verschiedenen Teamsportanbietern aufgenommen und freuen uns über deren positiven Verlauf.“ Wenn da mal nicht die Rechnung ohne den Wirt erstellt wurde: vds-Präsident Haizmann macht mobil. Und das gemeinsam mit den beiden großen Verbundgruppen Intersport und Sport 2000. „Wehret den Anfängen!“ fordert Werner Haizmann im Gespräch mit sport+mode. „Wo soll das denn hinführen?“ Er hat große Bedenken, dass der BFV eine Vorreiterrolle haben könnte und andere Verbände es ihm nachtäten. Außerdem ereifert sich Fachhandelslobbyist Haizmann: „Wir haben so tolle Sportfachhändler in Bayern – wozu also das Ganze? Ich habe für dieses Vorgehen kein Verständnis.“

vds hofft auf Vernunft der Marken

Andreas Schinko sieht indessen keine moralischen Schwierigkeiten in der Umsetzung der Verbandspläne: „Die Aufgabe des Bayerischen Fußball-Verbandes ist es, den Fußballsport zu verbreiten und ihn zu fördern. Dies beinhaltet selbstverständlich auch, dass wir als Verband wirtschaftlich erfolgreich sein wollen und müssen.“ Wenn die aktuellen Gespräche mit den großen Teamsportmarken erfolgreich verliefen, so Schinko, werde der BFV ein Sortiment aufbauen, „das sich in erster Linie am Bedarf der Fußballvereine orientiert.“ Der Verkauf soll dann laut Schinko per Katalog erfolgen, der von einem Online-Shop unterstützt wird. „Das alles entspricht den üblichen Standards der Sportartikelbranche“, hält Schinko fest.

Der vds hofft nun, dass es der Intersport und der Sport 2000 gelingen wird, Adidas zur Vernunft zu bringen und, so Haizmann, „den BFV nicht zu beliefern“. Man wolle ab sofort noch massiver und mit aller Macht für den Fachhandel werben und auf die langjährige, nun gefährdete, Partnerschaft mit den Topmarken hinweisen, sagt Intersport-Vorstand Klaus Jost. „Puma hat definitiv dem BFV schon abgesagt, die Marke will in jedem Fall händlertreu bleiben“, sagt Haizmann. „Mit den anderen Marken verhandeln wir zurzeit, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es da ganz gut aussieht. Wir müssen alle an einem Strang ziehen!“ fordert der vds-Präsident.



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