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Ende Juli ist Schluss für Sport Kapp

Schluss für Mainzer Intersport Kapp

Beim Mainzer Sportfachgeschäft Intersport Kapp fällt Ende Juli der Vorhang. Nach fast 90 Jahren am Platz gibt Geschäftsführer Michael Kapp das Traditionsgeschäft auf, derzeit läuft der Räumungsverkauf. Neuer Mieter der Fläche in der Schusterstraße ist laut Kapp der Outdoorspezialist Jack Wolfskin.

Michael Kapp hatte vor rund 40 Jahren die Lenkung des Familienbetriebs übernommen. Gegenüber sport+mode begründet er die Aufgabe mit einem „massiven Strukturwandel“ im Handel, der längst auch in Mainz angekommen sei. „Wir haben eine miserable letzte Saison gehabt, aber die Situation war im Vorfeld schon kompliziert. Wir erleben einen massiven Druck und Widerstand, seit es das mobile Internet gibt – weniger auf Preis- als auf Markttransparenzseite“, so Kapp. Gerade die jüngere Generation, die so genannten IT-Natives, hätten heute ein anderes Kaufverhalten. Die Sortiments- und Informationsbreite, die ein Kunde im Internet finden würde, könne ein stationäres Fachgeschäft gar nicht mehr abbilden. Auch sei der Druck in der Sportbranche aufgrund langer Ordervorlaufzeiten wesentlich höher als in anderen Handelsbranchen, konstatiert Kapp gegenüber sport+mode. 

Neues Format: Intersport Basics

Ganz zur Ruhe setzen will sich der 66-Jährige jedoch nicht. Gemeinsam mit Intersport-Mitglied Jochen Kiegele wird Kapp im September am Mainzer Flachsmarkt ein auf Teamsport, Fitness und Running spezialisiertes Format namens „Intersport Basics“ eröffnen. Allerdings sei er nur „ideell“ und nicht „finanziell“ am neuen Standort beteiligt, räumt Kapp ein.

Kiegele betreibt bereits fünf Intersport-Geschäfte im Rheingau beziehungsweise Rheinhessen (Geisenheim, Eltville, Bad Schwalbach, Ingelheim, Nastätten). Zudem ein weiteres in Mainz, ebenfalls am Flachsmarkt: ein „Intersport Lady“-Format, das gezielt Fitness, Laufen, Walking für Frauen anbietet. In jenen spezialisierten Formaten liege die Zukunft, glaubt Kapp: „Wir haben versucht, eine strukturelle Antwort zu finden und konzentrieren und fokussieren uns“, sagt er. Prinzipiell, glaubt Kapp, zähle heute nicht mehr der Familienname, sondern große, bekannte Namen: „Früher haben die Leute gesagt, ich gehe zum Kapp einkaufen, heute heißt es, ich gehe zum Intersport.“ 

Neuer Mieter im bald schließenden Kapp-Geschäft wird ein Jack Wolfskin-Markengeschäft sein, das von der Römerpassage in die Schusterstraße zieht.

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