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BBE Retail Experts: Einzelhandel ist Verlierer der Krise

  • 04.08.2009
  • Handel
  • sport+mode-Redaktion

(jal) Der Einzelhandel ist trotz der derzeit positiven Kaufkraft der Konsumenten der große Verlierer. Zu diesem Schluss kommen Vorausberechnungen der Wirtschaftsforschungsinstitute und Prognosen der BBE Retail Experts Unternehmensberatung aus Köln.

Der Einzelhandel ist trotz der derzeit positiven Kaufkraft der Konsumenten der große Verlierer. Zu diesem Schluss kommen Vorausberechnungen der Wirtschaftsforschungsinstitute und Prognosen der BBE Retail Experts Unternehmensberatung aus Köln.

Trotz geringer Sparneigung der Verbraucher und anhaltendem Konsum kann der Einzelhandel laut BBE nicht profitieren, da sich die strukturellen Verschiebungen in den einzelnen Ausgabenbereichen des Privaten Verbrauchs anhaltend fortsetzen. Die Anteile der Ausgaben im Dienstleistungsbereich steigen demnach kontinuierlich an, wohingegen die Ausgaben für Produkte, und hier insbesondere für lang- und kurzlebige Verbrauchsgüter deutlich zurückgehen. Somit verliert der Einzelhandel innerhalb des Privaten Verbrauchs weiterhin an Bedeutung.

Die verfügbaren Einkommen – also die Nettoeinkommen aus abhängiger Arbeit, Unternehmertätigkeit und Kapitalanlagen sowie die Sozialeinkommen – werden sich laut BBE Retail Experts im laufenden Jahr auf rund 1,582 Milliarden Euro belaufen. Das entspricht immerhin einem nominalen Wachstumsplus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf der Bevölkerung beziffert sich das für das laufende Jahr prognostizierte verfügbare Einkommen damit auf einen Durchschnittswert in Höhe von 19.240 Euro, wobei alte und neue Bundesländer in dieser Entwicklung nahezu parallel laufen. In Folge des Abschwungs ist aber von einer Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt auszugehen und deswegen auch mit sinkenden Bruttolöhnen zu rechnen (rasantes Wachstum der Kurzarbeit, zu erwartender Anstieg der Arbeitslosenquote ab Herbst 2009). Die Gründe für den Anstieg des verfügbaren Einkommens der Haushalte sind im laufenden Jahr ausschließlich auf staatliche Maßnahmen zurückzuführen: Rückkehr zur alten Pendlerpauschale, Anhebung des Grundfreibetrags bei der Einkommenssteuer und Steuersenkungen zum Jahresanfang 2009.

Angesichts der Konjunkturpakete der Bundesregierung mit Bestandteilen wie der Abwrackprämie werden die Verbraucher nach Einschätzung der Institute ihren Konsum in diesem Jahr nicht einschränken. Die privaten Ausgaben werden sich demnach sogar um 1,4 Prozent auf insgesamt 1,350 Billionen Euro erhöhen. Demgegenüber wird sich die Sparquote voraussichtlich um 0,4 Prozent-Punkte auf 11 Prozent verringern.

Leider kann der Einzelhandel nach Meinung des Unternehmensberatungsinstitutes nur bedingt daran partizipieren, denn die strukturellen Verschiebungen in den einzelnen Ausgabenbereichen des Privaten Verbrauchs setzen sich anhaltend fort. Während sich die Ausgabenanteile für Wohnung, Wasser, Strom, Gas etc. (einschließlich Mietwert der Eigentümerwohnungen) auf 24,8 Prozent (= rund 330 Milliarden Euro in 2008) nach wie vor erhöhen, werden sich gleichzeitig die Ausgabenanteile für den Einzelhandel weiter reduzieren. Dazu tragen auch die Notwendigkeit einer verstärkten privaten Altersvorsorge sowie die steigenden Kosten in der Gesundheitsversorgung bei. Der Einzelhandel wird im laufenden Jahr nur noch einen Anteil von 29,2 Prozent am gesamten Privaten Verbrauch behaupten können. Allein gegenüber dem Jahr 2000 bedeutet dies einen relativen Anteilsverlust von 4,1Prozent-Punkten.

Für das Jahr 2009 wird der Einzelhandelsumsatz auf rund 393,6 Milliarden Euro prognostiziert. Damit würde man gegenüber dem Vorjahresergebnis ein Minus in Höhe von 1,5 Prozent verzeichnen. Die Ausgaben im Einzelhandel insgesamt (inklusive Kfz-Handel und Tankstellen) werden für das laufende Jahr auf 519,6 Milliarden Euro geschätzt, was einem Zuwachs von insgesamt 0,4 Prozent entspricht.

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