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Mainzer Sporthaus Uwe Beyer schließt

  • 04.01.2012
  • Handel
  • sport+mode-Redaktion

(jal) Nach 38 Jahren schließt im März der Mainzer Sport 2000-Partner Sporthaus Uwe Beyer. Geschäftsführer Eric Beyer sah sich zu diesem Schritt gezwungen, weil er den „kleineren stationären Vollsortimenter“ aufgrund des sich ändernden Kaufverhaltens am Ende sieht.

Vor rund zwei Jahren kämpfte das Sporthaus bereits gegen das Aus, damals, so sagt Beyer, „mussten wir weitermachen, weil wir nicht aus dem bestehenden Mietvertrag rauskamen.“ Beyer nahm den Kampf an, strukturierte um, senkte die Kosten, änderte die Warenpräsentation – ohne Erfolg. „Wir mussten erkennen, dass das in dieser Form keinen Sinn mehr macht“, gesteht sich Beyer ein. Es gebe mittlerweile zwei Gruppen von Kunden. „Für die eine Gruppe spielt der Fachhandel überhaupt keine Rolle mehr, sie kauft ausschließlich im Internet ein. Der anderen Gruppe mangelt es an Unrechtsbewusstsein, die geht ins Geschäft, lässt sich beraten und kauft dann online“, klagt Beyer. Und der Rest, Beyers Stammkundschaft? Beyers treue Kunden seien über das Aus „äußerst enttäuscht“, sagt er.

Zudem sei die Mainzer Stadtpolitik Schuld gewesen. „Die wollten, dass der Fachhandel die Kosten der Parkplätze übernimmt. Außerdem durfte ich mit meinem Geschäft nicht ins Industriegebiet ziehen“, erzählt Beyer, der in 1b-Lage sein Geschäft hat. Die Stadt habe ihm dies nicht erlaubt mit dem Verweis auf die „Wahrung des innerstädtischen Charakters“. „Aldi, Lidl & Co dürfen jedoch dorthin, haben kostenlose Parkplätze direkt vor der Haustür. Ich empfinde das als massive Ungleichbehandlung“, sagt der Geschäftsführer. Vor allem stehe bald die Entscheidung über den Mainzer Decathlon-Standort an. Beyer befürchtet das Schlimmste und sagt, dass dies ein weiterer Grund war, um sich für die Schließung seines Sporthauses zu entscheiden.

„Noch vor fünf Jahren hätte ich mir diese Entwicklung niemals träumen lassen“, sagt Beyer. „Früher war das Onlinegeschäft das Zubrot, der stationäre Handel das Hauptgeschäft. Heute ist es genau umgekehrt.“ Handel sei Wandel und so wird sich Eric Beyer auf Handball spezialisieren. Künftig wird er gemeinsam mit einem befreundeten und langjährigen Handelsvertreter einen Showroom eröffnen – inklusive professionellem Onlineshop. Noch bis zum 24. März läuft der Ausverkauf beim Sporthaus Beyer.

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