Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Sport + Mode Nr. 6 Mai 2012

sport1mode 06 | 2012 27 Ladenbau Nicht so viel nachdenken! P rofessor Moths ordnet sein Tun einer Sache unter: „Wichtig ist immer, Spaß zu haben. Das gilt auch beim Einkau­ fen.“ Die Gestaltung eines Sportfachgeschäf­ tes sollte daher unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Fühlen sich Kinder wohl, fühlen sich die Eltern wohl, sagt er. „Wenn alle Spaß haben und die Kinder tolle Sachen erleben, dann bleibt ihnen das positiv im Ge­ dächtnis und sie kommen gerne wieder.“ Gemeinsame Aktivitäten Moths fordert Erlebnis und Aktivität – am besten mit den Erwachsenen gemeinsam. Eine Spielecke mit Rutsche und Bauklötzen wird hier der Sache eher nicht gerecht. Denn hier sind zwar die Kleinen beschäftigt, Eltern werden bei solchen Kinderspielen eher zum Aufpasser als zum Spielteilnehmer. Der Professor, der bisher alle sieben Haupt­ filialen des Outdoorriesen Globetrotter ge­ staltete, gibt einen Tipp, indem er seine Her­ angehensweise erklärt: „Ich überlege immer, was würde mir selbst Spaß machen. Da gilt dann das Motto „der Mann, das ewige Kind“. Wenn man etwas aktiv machen kann, kommt das bei Kindern immer sehr gut an. Bis wann ist man(n) eigentlich Kind?“ Kreative Aktivität, selber anpacken können, mitdenken – Dinge, auf die der Hamburger Professor großen Wert legt. „Wir haben bei­ spielsweise vor kurzem für einen Supermarkt kleine Entdeckerpunkte an den Regalen vor­ gesehen, an denen die Kinder aktiv etwas ­raten, drücken, spielen, erleben können. Das bietet sich sehr für kleine eingeschossige Flächen an, wo die Verkaufsfläche optimal genutzt werden soll. Kleine Entdeckerkisten verteilt im Laden können die Kinder beim Einkaufen mit einbeziehen und lassen auch für die Kleinen das Einkaufen zum Erlebnis werden.“ Man kann es nicht oft genug wiederholen: Wenn ein Händler sein Geschäft für Kinder Kann man mit relativ kleinen Mitteln ein Geschäft derart gestalten, dass es für Kinder attraktiv wird? Ein Experte auf diesem Gebiet ist der Hamburger Architektur-Professor Holger Moths. Er beschreibt, auf was es ihm ankommt, wenn er für die Gestaltung eines Geschäftes beauftragt wird attraktiver gestalten möchte, muss er kreativ werden. Dabei kommt das Sportthema ­jedem Sportfachhändler zugute, denn oft sind die Bedingungen und die Sachverhalte ähnlich: Im Spiel wie im Sport gibt es Regeln, Ehrgeiz ist gefordert und Übung. Holger Moths betont, dass es keiner zwei-, drei- oder gar vierstöckigen Geschäfte be­ darf, um kindgerecht zu werden, im Gegen­ teil: „Ein weiterer Vorteil von erdgeschossi­ gen Verkaufsflächen ist auch, dass keine Gefahren wie Treppen, Rolltreppen oder Fahrstühle lauern.“ Es gehe immer darum, einen Anreiz zum Ver­ weilen zu schaffen, erzählt der Experte aus seinem reichen Erfahrungsschatz. „Denn dann steigt in der Regel auch der Umsatz.“ So hat zum Beispiel die Dresdener Globe­ trotter-Filiale einen Erlebnispfad für Kinder, der nach eigener Aussage sehr gut ankommt und dazu führt, dass in der Kinderabteilung der Umsatz um 50 Prozent gesteigert werden konnte. Mut zur Umsetzung Moths resümiert: „Man sollte sich nicht zu viele Gedanken machen, was kindgerecht oder für die Kinder gut ist, sondern intuitiv überlegen, was Spaß macht und die Umset­ zung dann einfach wagen. Bedenkenträger gibt es immer.“ So hat er in der Frankfurter Globetrotter-Filiale beispielsweise ein Gold­ waschbecken für die Kinderabteilung ent­ worfen,welches imVorfeld mit starken Wenn und Abers belegt worden sei. Die Argumente im Vorfeld: Gefahr für die Kleinen wegen des Wasserbeckens, die Kinder könnten nass werden, ebenso der Fußboden und dadurch steige die Rutschgefahr und so weiter und so fort. „Im Endeffekt waren alle Sorgen um­ sonst, denn die Goldwäscherei wird mit ­großer Freude von Jung und Alt genutzt, trägt zum Verweilen und damit zur Umsatzsteige­ rung bei“, stellt Holger Moths klar. Der Hamburger Architekt wird aller Voraus­ sicht nach auch die nächste Globetrotter-­ Filiale in Stuttgart architektonisch betreuen. Mal sehen, was er sich dieses Mal für die ­Kinder ausdenkt. jal Professor Holger Moths aus Hamburg hat bislang alle Globetrotter-Filialen archi­ tektonisch betreut. Er rät jedem Händler, Spaß für Jung und Alt zu bieten Zu viele Gedanken sind bei einer kindgerechten Gestaltung seines Geschäftes hin­ derlich, sagt Moths. Man sollte kreativ sein und Mut haben, die Ideen umzusetzen Ein Händler könne an Umsatz gewinnen, wenn er Groß und Klein die Möglichkeit bietet, zu verweilen. Eine Familie müsse sich wohlfühlen beim Einkauf ZUSAMMENFASSUNG     Spaß haben und sich Wohlfühlen steht über allem.    Wo der Anreiz zum ­Verweilen gegeben ist, steigt auch der Umsatz.  Hoger Moths im Gespräch mit spomo. Der Experte gibt Tipps, wie man sein Geschäft kindgerecht gestaltet

Pages