
sport1mode 06 | 2012 19 Feinbier unterwegs Kein Kinderspiel S ie war einmal euphorischer, was den Verkauf von Kinderprodukten angeht, sagt Susanne Feinbier. Das Jahr 2010 war für das Siegener Unternehmen das Jahr des Umbaus – im gleichen Prozess vergrö- ßerte die Geschäftsfrau die Kinderabteilung in ihrem traditionsreichen Familienunterneh- men um das Doppelte. Man erkennt sofort die Zielgruppe, wenn man sich der Abteilung mitten im Geschäft nähert: ein Kuhfellhocker, ein Kicker, ein Mal- tisch, ein bequemer Sitzsack, eine Kletter- wand und Verzerrspiegel grenzen Feinbiers Kinderabteilung vom Rest des Geschäftes ab. Sehr spezielles Thema „Fünf Prozent des Gesamtumsatzes machen die Kinderprodukte“, sagt Feinbier, die ihre Meinung zum Abverkauf von Kindersportar- tikeln ändern musste. Sie sei sehr viel enthu- siastischer an das Thema herangegangen, erzählt sie. „Aber das Kinderthema ist ein ganz spezielles mit ei- genen Regeln“, sagt sie heute und warnt: „Das kann man nicht einfach so nebenher mitlaufen lassen!“ Und damit meint sie nicht, dass die Kinder- abteilung naturgemäß öfter nachsortiert Susanne Feinbier aus Siegen vom Outdoorfachhandel Feinbier unterwegs hat sich bereits intensiv mit dem Kinderthema beschäftigt. Sie warnt davor, das Thema zu unterschätzen. Ihre Kinderabteilung im 1.000 Quadratmeter großen Geschäft umfasst rund 60 Quadratmeter und/oder aufgeräumt werden muss. Das Hauptproblem: Kinderprodukte werden meistens „just in time“gekauft, sagt Feinbier. „Zum Schulanfang, wenn es draußen warm wird, die Sandalen, wenn es regnet, die Re- genjacke.“ Habe der Händler nicht alle Pro- dukte in ausreichender Menge auf Lager, sei der Kunde weg. Feinbier: „In der Regel ist ein späterer Umsatz für den gewünschten Artikel nicht möglich.“Deshalb,so die Chefin,sei eine gute Lagerpflege mit gleichzeitigem Beob- achten der Abverkäufe ganz wichtig, wenn mandieKinderkarteerfolgreichspielenmöch- te. Langfristige Planung Der kurzfristige Kauf ist eine Schwierigkeit. Eine weitere Hürde besteht laut Susanne Fein- bier darin, dass Eltern ansonsten gerne „früh und preisbewusst“ für die Kleinen einkaufen. „Also muss die Ware früh und vollständig im Haus sein“, schlussfolgert Feinbier. Am besten verkaufen sich bei Feinbier unter- wegs Kinderjacken, -schuhe, -hosen, -T-Shirts und Fleece. Überhaupt: Geht es nach Susan- ne Feinbier, die Mitglied in der textilen Ein- kaufskommission der Intersport ist, braucht jedes outdooraffine Kind drei Sachen: eine wasserdichte Jacke, eine robuste Hose und strapazierfähige, wasserdichte Schuhe. Kinderevents und Topmarken Diese Produkte können Kinder dann bei den von Feinbier unterwegs angebotenen Veran- staltungen ausprobieren. Großen Anklang fände beispielsweise die Aktion „Meine erste Nacht im Zelt“, bei der selbstverständlich die Eltern dabei sind.Oder aber bei den Slackline- contests oder an der mobilen Kletterwand. Vorbildlich arbeite die Intersport-Eigenmarke McKinley, weil sie „gute, modische, komplette Kollektionen zu Bestpreisen“ anbiete, von Fjällräven ist sie wegen der G-1000-Hosen- und Jackenkollektion begeistert, die eine ex- akte „Kopie“ der Erwachsenenkollektion sei. Trotz allen Schwierigkeiten: Bereut hat es die Siegenerin noch nie, auch wenn ihre anfängli- chen Erwartungen einen Dämpfer bekommen haben. Sie verspricht: „Wir bleiben am Ball, werden uns weiter damit beschäftigen. Durch eine Marken- und Modellkonzentration kann man mit Kindern sicher auch in Zukunft gute Umsätze machen.“ jal Susanne Feinbier Das Kinderthema kann man nicht einfach so neben- her mitlaufen lassen! Susanne Feinbier Susanne Feinbier ist Inhaberin des Siegener Outdoorfachgeschäftes Feinbier unterwegs. Zudem ist sie Mitglied in der textilen Intersport-Einkaufskommission Ihre Kinderabteilung hat sie 2010 auf insgesamt 60 Quadratmeter verdoppelt, weil sie euphorisch war. Allerdings wurden ihre Erwartungen ein wenig gebremst Die Hauptschwierigkeit sieht Feinbier in den speziellen Anforderungen: sowohl spontane Einkäufe (Regen) als auch langfristig geplante Käufe (Urlaube) sind Ei- genschaften beim Kinderthema, die eine sorgfältige Lagerpflege brauchen ZUSAMMENFASSUNG