
14Ϫ2011 sportϩmode Namen+Nachrichten 11 Sporttextilienhersteller Pro Feet befindet sich seit dem 26. September in einem Insol- venzverfahren. Das Amtsgericht Bochum bestellte Bernd Depping zum vorläufigen Insolvenzverwalter der DKN-Gruppe, der Unternehmensmutter von Pro Feet, Herne. Pro Feet produziert Sporttextilien mit rund 70 Beschäftigten in Schweinfurt. Depping be- schreibt die wirtschaftliche Lage des Unter- nehmens: „Das Unternehmen war in diesem Jahr grundsätzlich auf einem guten Weg. Die Insolvenzordnung ermöglicht Chancen, die notwendigen Maßnahmen sehr zügig um- zusetzen, wenn Lieferanten und Kunden Pro Feet treu bleiben.“ Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter sei bereits in die Wege geleitet. Das Insolvenz- gericht habe ihn beauftragt, „durch Über- wachung der Schuldnerin deren Vermögen zu sichern und zu erhalten.“ „Wir wollen mit den Instrumenten der Insol- venzordnung die grundlegende und nach- haltige Sanierung so zügig wie möglich um- setzen“, erklärt Pro Feet-Geschäftsführer Leif Heppner. Sein Unternehmen setze weiterhin auf deutsches Know-how und Produkte aus Deutschland. „Wir wollen den Geschäftsbe- trieb fortführen, unsere Spezialprodukte in gewohnter Qualität produzieren und liefer- treu bleiben.“ jal DKN-GRUPPE/PRO FEET Mutterkonzern beantragt Insolvenz Die Sportmarke Reebok hat 25 Millionen US-Dollar gezahlt, um einen Rechtsstreit in den USA beizulegen. Die US-Handelskom- mission FTC hatte den Vorwurf erhoben, dass Aussagen, die in der Werbekampagne zu Reeboks Toningschuhen getroffen wurden, durch die Produkttests nicht belegt würden. Um langwierige Rechtsstreitigkeiten zu ver- meiden, entschloss sich Reebok, eine Ver- gleichsvereinbarung mit der FTC einzugehen, erklärt eine Sprecherin des Adidas-Konzerns und betont: „Dies heißt jedoch nicht, dass wir den Anschuldigungen der FTC zustimmen: ganz im Gegenteil. Wir sind von unserer Easytone-Technologie überzeugt.“ Reebok sei „nach wie vor entschlossen, die Entwick- lung unserer Easytone-Produkte weiter vor- anzutreiben“. Die FTC hatte dem Sportartikelhersteller vor- geworfen, in seiner Werbung fälschlich be- hauptet zu haben, dass die Reebok-Toning- schuhebeiihrenTrägernPoundOberschenkel straffen. Die Zivilrechtsklage war im US-Bun- desstaat Ohio eingereicht worden. Laut Be- rechnungen der FTC seien die Umsätze mit den Toningschuhen in den USA nach Einsatz der Werbung rasant gestiegen. Die FTC kom- mentierte ihr Vorgehen gegen Reebok so: Nationale Konzerne, die Werbung schalten, sollten verstehen, „dass sie Verantwortung übernehmen und sicherstellen müssen, dass ihre Behauptungen über Sportkleidung von fundierter Wissenschaft gestützt werden“. Die 25 Millionen Dollar sollen Reebok-Kun- den zugutekommen. jn REEBOK Zivilrechtsklage beigelegt für 25 Millionen Dollar Odlo, Hersteller funktio- neller Sportbekleidung, in- vestiert in die Entwicklung einer Accessoire-Kollektion und stellt ein neues Team dafür auf. Das Unterneh- men gehe diesen Schritt, weil die Nachfrage nach Accessoires kontinuierlich steige. Mützen, Stirnbän- der, Gesichtsmasken, Tubes und Handschuhe runden laut Odlo die funktionelle Sportbekleidung nicht nur optisch ab, son- dern regulierten unter anderem den Wärme- haushalt der Sportler. Von einem attraktiven Accessoire-Angebot profitiere der Handel, denn Accessoires generieren mit wenig Aufwand bedeutende Zusatzverkäufe, lässt Odlo wissen. Birgit Schmitt, bislang Product Managerin Tec Shirts, übernimmt ab sofort zusätzlich die Leitung dieser neuen Accessoire-Linie. Produktentwicklerin Petra Reimann ver- stärkt seit dem 1. Oktober zusätzlich das Accessoire-Team. jal ODLO Eigenes Team für Accessoires Die Schoeller Textil AG in Sevelen (Schweiz) investiert trotz schwieriger Wirt- schaftslage in den Standort Schweiz und da- mit nach eigenen Angaben in die heimische Zukunft. Das Unternehmen kaufte kürzlich das externe Chemielabor (ehemals Tensis. GmbH) in Gams. Das Labor sei bestens aus- gerüstet mit hochwertigen Forschungs- und Analysengeräten. „Dies eröffnet uns ganz neue Dimensionen für weitere innovative Entwicklungen“, berichtet Hans-Jürgen Hüb- ner, CEO der Schoeller Textil AG. Schoeller plant, die eigenen Forschungs- und Entwick- lungsarbeiten noch weiter auszubauen. Zu- dem soll das chemische Labor auch externen Firmen für Untersuchungen und Entwick- lungsprojekte zurVerfügung stehen. Schon in der Vergangenheit arbeitete Schoeller mit dem Labor zusammen. Neuestes Produkt ist das so genannte iLoad. Dabei handele es sich um textile Trägermate- rialien, die individuell mit wohltuenden so- SCHOELLER TEXTIL AG Schweizer glauben an heimische Zukunft Birgit Schmitt Foto: Reebok Streitobjekt Easytone: Enttäuschte Kunden bekommen in den USA nun Entschädigung, weil die Toningschuhe ihrer Meinung nach nicht die versprochene Wirkung erzielten wie therapeutisch wirken- den Substanzen beladen und regeneriert werden können. „Der Grundstein ist bei diesem Projekt gelegt. Nun geht es darum, mögli- che Anwendungstechniken zu prüfen und zu vertiefen, wozu die externe For- schungsstätte prädesti- niert ist“, erklärt Hübner. jn Hans-Jürgen Hübner