Radhelme: Bestwerte für den Handel


Die Akzeptanz von Radhelmen steigt stetig. Dieser Überzeugung sind die Hersteller, die sich über gute Verkaufszahlen freuen. Allerdings sind bislang über alle Altersklassen hinweg nur elf Prozent der Radler im Stadtgebiet mit Schutzhelm unterwegs. Das Umsatz- und Imagepotenzial im Fachhandel ist also groß

Das Trageverhalten von Helmen verändert sich zwar nur langsam. Gleichzeitg wächst aber die Bereitschaft, einen Helm zu tragen. Wie die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) feststellt, lag die Helmtragequote 2009 bundesweit innerorts bei elf Prozent über alle Altersklassen hinweg (2008: 10%). Erfreulich ist die Entwicklung bei Kindern bis zehn Jahre und Jugendlichen bis 16. Von 2006 bis 2009 erhöhte sich die Helmquote der Jüngeren von 42 auf 56 Prozent, die der 11- bis 16-Jährigen von 13 auf 23 Prozent. In höheren Altersklassen liegt der Schnitt unter zehn Prozent. Für den Fahrradsport fallen diese Zahlen höher aus, bestätigen auch die Helmhersteller. Ronald Siller von Alpina sagt: „Bei sportlicher Betätigung tragen fast alle Menschen einen Helm, ebenso Kinder. Im Bereich urbane Mobilität und Trekking/City sehen wir die größten Wachstumschancen.“ Der Radhelm ist nicht nur ein Sicherheitsprodukt, sondern auch Modeaccessoire, oder, wie Abus definiert, „Ausdruck des persönlichen Lifestyles“.

„Seit Jahren erhalten Fahrradhelme bei Händlerumfragen Bestwerte beim Umsatzpotenzial. Dieser Einschätzung können wir uns nur anschließen“, beschreibt Wild die Erfahrungen der Firma Catlike. Alle befragten Marken sind mit den Verkaufszahlen zufrieden. Nach Angaben von Grofa, Abus und Catlike hat auch die Vororder für 2011 sehr vielversprechend begonnen. Alpina konnte trotz des verregneten Frühjahrs 2010 zulegen und auch Uvex verzeichnete trotz der schwierigen Bedingungen – langer Winter und sehr kalter Frühling – ein zweistelliges Umsatzplus.

In der 2011er-Kollektion legt Catlike besonderen Wert auf modische, frische Designs und Farben, um optische Akzente zu setzen. Alpina stellt das Thema Sicherheit vorne an und bringt Helmmodelle für Kinder und Erwachsene mit integriertem LED-Rücklicht. Derweil kündigt Uvex an: „Ein wichtiger Schwerpunkt stellt für uns die Zielgruppe E-Bike, City, Touren dar. Die Marken Abus, Giro und Bell betonen die Breite ihres Sortiments. So richtet sich zum Beispiel das Modell Urbanaut speziell an E-Biker; gleichzeitig bringt Abus neue Sport- und Wettbewerbshelme für Straße und MTB, zum Beispiel den Helmspoiler mit Überrollbügelfunktion (Hill-Bill). Auch Giro und Bell verstehen sich als Komplettanbieter, wollen kein Segment besonders herausgreifen, sondern in allen Bereichen die bestmöglichen Lösungen finden. Carrera schreibt sich bei den Topmodelle Radius und Artiglio die verbesserte Aerodynamik auf die Fahnen.

Für Abus ist der Fachhandel „traditionell die Plattform, über die wir unser Markenversprechen am besten kommunizieren können.“ Auch Catlike vertraut dem Sportfachhändler, wenn er sich bei Fahrradbekleidung und -zubehör räumlich, sortimentsmäßig und vor allem personell spezialisiert hat. Giro und Alpina haben gute Erfahrungen damit gemacht, ihre Kompetenz aus dem Winter auf die sommerliche Produktgruppe zu übertragen. „Der Sportfachhändler, der im Winter Giro Ski- und Snowboardhelme verkauft, nimmt immer öfter auch unsere Radhelme ins Sortiment auf“, beschreibt Alvarez-Sanchez, wie Giro vom Sportfachhandel profitiert.

Einig sind sich die Hersteller, dass das Umsatzpotenzial für Radhelme in Deutschland noch sehr groß ist. Wie Massimilano Tabacchi (Safilo) erklärt, gilt Deutschland für Carrera als wichtigster und wettbewerbsstärkster Markt in Europa, sowohl beim Umsatzvolumen als auch beim Trendsetting. Und für‘s Trendsetting gilt gemeinhin das Schneeballprinzip: Je mehr Menschen einen Helm tragen, desto mehr prägt dies das Straßenbild, desto selbstverständlicher wird das Helmtragen, desto mehr Helme werden gekauft.