Kleidsamer Schutz vor Insekten und UV


Nicht nur Mücken und Zecken, auch zahlreiche andere Gliedertiere haben es auf das Blut von Outdoorern und Wanderern abgesehen. Sie sind nicht nur lästig, sondern können – vor allem in den Tropen – gefährliche Infektionskrankheiten übertragen. sport+mode zeigt Argumente für den Verkauf der richtigen Kleidung

Gerade für Urlauber stellt sich die Frage nach der passenden Kleidung für die bevorstehenden Touren oder Ausflüge.­ Hierbei ist es egal, ob es sich um eine Flug­reise in ferne Länder handelt oder um eine Wanderung in heimischen Gefilden. In den Tropen und Subtropen ist es besonders ­wichtig, Mücken- oder Moskitostiche zu vermeiden. Aber auch in anderen Gebieten, etwa Skandinavien, wo stechende Insekten zur ­Plage werden, kann ein ganzer Urlaub mit dem Mückenschutz stehen und fallen.

Jeansstoff schützt zu wenig

Moskitos können durch dünne Kleidung leicht hindurchstechen, zum Beispiel durch Hemden­, Shirts, Socken oder Hosen. Entgegen der ­vorherrschenden Meinung bieten dünnere Jeansstoffe keinen vollständigen Schutz. ­Prinzipiell sollte die Kleidung daher eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllen. Der Stoff ist so dick, dass der Stechapparat der Mücke nicht ausreichend lang ist, um die Haut zu erreichen. Dies ist zum Beispiel bei den meisten Fleece-Stoffen oder dicken Wollpullovern gegeben. Für spezielle Situationen sind Netzjacken erhältlich, welche völlig luftdurchlässig sind und allein durch einen ­größeren Abstand die Haut schützen. Alternativ sollte der Stoff so dicht gewebt sein, das die Stechmücken mechanisch nicht hindurch stechen können. Dickere, beziehungsweise festere­ Jeansstoffe sind hierbei eine Maß­nahme, jedoch ist die Entwicklung der Industrie ein ganzes Stück weiter. Verschiedene Hersteller von Trekking- und Outdoorbekleidung bieten spezielle „stichdichte“ Bekleidungsstücke an, die einen wirklichen Schutz bieten. Und das ist auch nötig. So ist die Malaria wohl die bekannteste Krankheit, die durch Insekten übertragen wird. Aber auch das Dengue-Fieber, FSME, Gelbfieber, die japanische Enzephalitis oder auch die durch Zecken übertragen Borreliose sind gefährliche Krankheiten mit schweren Auswirkungen auf die Gesundheit.

Von morgens bis abends

Während die Malaria-übertragende Anopheles-Mücke hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv ist, sticht der Überträger des Denguefieber- und Gelbfieber-Virus vorzugsweise in den frühen Morgenstunden und am Tage. Vor allem in Südostasien, Lateinamerika und im „Gelbfiebergürtel“ Afrikas darf der Mückenschutz also nicht auf die dunklen Stunden des Tages beschränkt sein. So sollte sowohl tagsüber als auch bei Touren in der Dämmerung und Dunkelheit die passende Kleidung getragen werden. Gerade bei Wanderungen entlang stehender Gewässer oder Gräben und in anderen feuchten Gebieten ist besondere Vorsicht geboten. Auch bei der Übernachtung an Seen oder Flussauen muss mit einer erhöhten Dichte an Stechmücken gerechnet werden. Das Argument: „Ich benutze ja Mückenschutzmittel, da kann schon nichts passieren“, sollte der Sportfachhändler mit dem Hinweis entkräften: Das Tragen nicht stichdichter Kleidung oder Socken auf mit Mückenschutzmittel eingeriebener Haut führt zum Verlust der Schutzwirkung des Insektenschutzmittels! Die Industrie gibt hierbei die entsprechenden Argumente vor. Größtenteils sind die gefertigten Kleidungsstücke hell, da dunkle Kleidung Insekten stärker anlockt.

Schuhe mit hohem Schaft

Besonders gefährdet sind die Knöchel, da Moskitos fast mühelos durch Socken hindurchstechen. Aus diesem Grund sind knöchelhohe Schuhe von Vorteil, wie sie viele Hersteller von Outdoorschuhen anbieten – ein weiteres Argument, um dem Sportfachhandel einen zusätzlichen Umsatz zu generieren. Dass der Schutz vor Insekten nicht das alleinige Argument für Schuhe mit hohem Schaft ist, versteht sich dabei von selbst. Auch die geeignete Kopfbedeckung gehört zu einer ordentlichen Outdoorausrüstung.
Neben dem eigentlichen Argument, Insektenstichen vorzubeugen, kann die Schutzbekleidung noch mehr. Nicht nur, dass die meisten Produkte durch ein schickes, sportliches Aussehen überzeugen, sie verfügen auch über ein durchdachtes Konzept, was beispielsweise die Anordnung der Taschen zum Verstauen unterschiedlicher Utensilien betrifft.

Komfort und UV-Protektion

Das äußerst geringe Gewicht bietet weiteren Komfort. Zudem sind die Teile zum Großteil aus Funktionsgarn gewebt und bieten ­dadurch ein sehr angenehmes Klimamanagement, das optimalen Schweißtransport garantiert und sich beim Einsatz bei sommerlichen Temperaturen bestens eignet. Gleichzeitig ­trocknen die Kleidungsstücke bei ­eventuellen Bachdurchquerungen oder plötzlichen Regengüssen sehr schnell.
Unerwähnt darf aber auch der hohe ­Sonnenschutzfaktor oder, besser aus­gedrückt, der UV-Schutz nicht bleiben, der vor schmerzhaftem Sonnenbrand oder Sonnen­allergien schützt.

Der natürlichste Schutz

Insektenschutzbekleidung bietet viele ­Argumente. Sowohl für den Handel als auch für den Kunden selbst. Es handelt sich hierbei auch um den natürlichsten Schutz gegen ­Mücken, Zecken, Moskitos, Sonne und vieles mehr. Entgegen vieler chemischer Mückenschutzmittel, den so genannten Repellents, haben Menschen mit empfindlicher Haut nicht mit allergischen Reaktionen oder anderen Nebenwirkungen zu kämpfen und können ihren Urlaub in vollen Zügen genießen.